Luzernenklee

  • Hallo Thomas,
    ich nehme an, Du meinst Luzerne (Medicago sativa), auch Alfalfa genannt? Ich habe im 'Trachtpflanzenbuch' von Maurizio/Schaper nachgeschaut. Demnach kann Luzerne fast doppelt soviel Nektar produzieren wie Weißklee (letzterer ist ja nun eine ausgesprochene Trachtpflanze!). Der Zuckergehalt des Nektars ist allerdings vergleichsweise (Weißklee u.a.) niedrig. Die Nektarproduktion von Luzerne ist wohl stark abhängig von den Klimabedingungen (insbesondere Bodenfeuchtigkeit und Temperatur). Es gibt aber lt. Literatur tatsächlich Luzernehonig, insbesondere in Nordamerika (Kalifornien, Kanada). Insgesamt ist Luzernehonig aber selten, was damit zusammenhängen dürfte, dass Luzerne eben nur unter ausgesprochen günstigen Klimabedingungen ausgiebig honigt. Luzerne wird ja in der Regel mehrmals (3-4mal) geschnitten; nur der dritte Schnitt (im August) scheint zur vollen Blüte zu gelangen. Luzernehonig ist ein ausgesprochen pollenarmer Honig. Das Verhältnis zwischen Frucht- und Traubenzucker ist ausgeglichen; Luzernehonig enthält zudem reichlich Rohrzucker.


    Viele Grüße,
    Vorgebirge

    (seit 2002 Carnica, Standbegattung; Löwenzahn, Obstblüte, Sommerblüte, Robinie, Linde; Zander, Zeidlermagazin (Heroldbeute), Hohenheimer Einfachbeute; Neutralgläser, eigene Etiketten; Honig, Propolis, Met, Bärenfang)

  • :lol: Die Bienen mögen aber keine Luzerne, und gehen nur rein, wenn weit und breit nichts anderes verfügbar ist. Die Blüte ist gemein gebaut: sie verpaßt den Bienen eine Art Kinnhaken, und nach ein paar Versuchen haben die Mädels die Schnauze voll.
    Entweder gehen sie gar nicht mehr drauf, oder arbeiten als "side-worker" und beißen die Blüte seitlich auf, um an den Nektar zu kommen.
    Bestäubungsverträge dafür werden in den USA nur angenommen, wenn im Umkreis von 5km nichts anderes Blühendes wächst, und die Bienen mitten in den Acker reingestellt werden können, so daß sie müssen....


    In deiner Klimaregion ist Luzerne zwar genial wegen der gigantischen Wurzelbildung, die auch noch in 20 m Tiefe noch Wasser findet, aber als Trachtquelle würde ich mich nicht darauf verlassen. Was ist bei dir mit Orangenhainen? Oder Erdbeeren oder Tomaten?
    Ich hab ehrlich keine Ahnung, was in deinem Klima so wächst, und wie dein Winter aussieht.
    Machden deine Bienen eine Brutpause, wenn es zu heiß ist, wie die von Heintzelmann in Südspanien?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Danke fuer die beiden interessanten Antworten!


    In 20 Meter Tiefe Wasser holen, das glaub ich aber kaum. Traubenwurzeln gehen bis zu 10 Meter runter, nachgegrabene Luzerne haben wir nie tiefer als 1,80 gefunden.
    HIer muss Luzern alle paar tage bewaessert werden, sonst wird er nichts.
    Hier in Sueostmarokko (1650 Meter ueber dem Meer) ist es fuer Orangen im Winter zu kalt und fuer Erdbeeren im Sommer zu heiss. Tomaten werden nur in Privatgaerten angebaut.
    Die letzte grosse Tracht, der Zickzackdorn (Ziziphus lotus) geht jetzt zu ende. Es gibt aber immer noch zahlreiche andere bluehende Pflanzen, weil es in diesem Jahr verhaeltnissmaessig viel (seit Maerz vier mal) geregnet hat.
    Im Februar haben wir reichlich Mandelbluete, dann folgt eine endemische Leguminose, die dem Ginster aehndelt und reichlich Pollen spendet. In den Bergen folgt dann der Rosmarin.
    Anschliessend reichlich Steppenraute (Peganum harmala), Olivenbluete, Zickzackdorn, spanische Golddistel und Thymian.
    Ob die Bienen eine Brutpause einlegen weiss ich nicht, habe seit einigen Wochen nicht mehr reingeschaut.
    So extrem heiss ist es aber aufgrund der Hoehe hier nicht.