Nachweis für Bio-Wachs / Bio-Mittelwände

  • Liebe Gemeinde,


    weiß jemand von Euch, wie man gegenüber den Bio-Verbänden den Nachweis erbringt, daß es sich bei gekauften Bio-Mittelwänden wirklich um Bio-Mittelwände handelt (also um unbelastetes Wachs)?


    Auf den Packungen klebt zwar ein weißer Aufkleber mit einer Kontrollnummer, aber diese ist meinem Bioverband (Gäa) nicht geläufig (jedenfalls meiner lokalen Ansprechpartnerin nicht). Sie will am liebsten eine EU-Kontrollstellen-Nummer... (und ich eigentlich auch)


    Danke im Voraus und beste Grüße,
    Zendor


    P.S.: Ja ich weiß, daß es am besten ist, einen eigenen Wachskreislauf zu haben. Diesen strebe ich an. Aber irgendwie muß ich jetzt erst mal anfangen, und dazu brauche ich Mittelwände!

  • Hallo Zendor,
    ich hab meine Bio-Mittelwände bei Holtermann bestellt und bei Lieferung die Kopie eines Untersuchungsberichts mitgeliefert bekommen. Frag doch mal bei Deinem Lieferanten nach einer entsprechenden Bescheinigung.



    Gruß
    Billy the Mountain

    Zweifle nicht - an dem - der dir sagt - er hat Angst -
    aber hab Angst - vor dem - der dir sagt - er kennt keinen Zweifel (Erich Fried)

  • Hallo Zendor,


    die Kontrollnummer auf deinen Packungen ist wahrscheinlich nur eine Chargen-Nummer des Herstellers. Für dich relevant wäre eben die Öko-Kontrollnummer des Herstellers/Vertriebs. Auf meiner letzten Zucker-Rechnung hatte ich den Hinweis: "Alle nicht mit konv. gekennzeichneten Produkte unterleigen dem Kontrollverfahren gemäß EG-Verordnung 2092/91. Die Firma XXx wird geprüft von YYY".


    Das war dem Auditor dann ausreichend.


    Falls du keine Bio-Mittelwände bekommst bzw. verfügbar ist, kannst du auch "rückstandfreies Wachs" verwenden.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Reiner und Billy,


    vielen Dank für die Tips. Das Problem ist jetzt gelöst. Die Firma Holtermann hat mir freundlicherweise die Untersuchungsberichte für die 3 Chargen zur Verfügung gestellt, die ich gekauft habe (obwohl das noch über Zwischenhändler ging). Dank an die Fa. Holtermann! Ich werde ganz viel bei Euch einkaufen ;-)


    Es ist übrigens tatsächlich so, daß die Nummern auf den weißen Aufklebern nur die Chargen-Nummern sind. Aber diese tauchen auf den Untersuchungsberichten auch auf und sind deshalb schon wichtig.


    Ach übrigens: Ich bin jetzt ein BIO-BETRIEB! *stolzguck* Die Erstprüfung ist erfolgreich gelaufen - ab nächstem Jahr darf ich sogar "Bio" aufs Honig-Etikett schreiben....


    Beste Grüße,
    Zendor

  • Auf der einen Seite freue ich mich ja mit Dir, daß Du nun stolz ſein kannſt, aber auf der anderen Seite ärgere ich mich ſchwer über die verkehrte Welt.


    Richtiger müßte es ja ſein, daß jeder der kein Bioprodukt hat, dieſes kennzeichnen ſollte.


    Mein Vorſchlag wäre ja, daß grundſätzlich jedes Wachs, welches zurückgenommen wird, auf Schadſtoffe geprüft werden ſollte und die entſtehenden Kosten verpfichtend auf die Verurſacher abgewälzt werden, ſobald ſich was findet. Das wären zum einen, der Herſteller und zum anderen der Gebraucher der Peſtizide. Das hätte auch den Vorteil, daß die Koſten (die ja immer gleich bleiben) für die Verurſacher immer teurer werden, ſobald es weniger gebrauchen und damit der Druck wächſt vernünftigere Wege zu finden.


    Abgeſehen davon nützt Dir leider das Bioemblem gar nichts, wenn das vermehrt nur als Vermarktungszweck gebraucht wird. Und das weiß der Verbraucher inzwischen.


    Beiſpiel: In meiner Umgebung gebraucht ein Wanderimker auch das 'BIO'
    weil er ſauber Mittelwände hat, aber vor den Fluglöchern hat er die Fläche mit Glyphoſat abgeſpritzt, damit die Brombeer den Bienen nicht die Eiflugſchneise zuwächſt.
    Ich gehe mit dieſer Tatſache fleißig, bei meinen Kunden hauſieren, erzähle ihnen aber auch, daß ich keine rückſtandsfreien Mittelwände habe, obwohl ich kein Perizin benutze.


    Gruß, Radiolaria

  • Hallo Radiolaria,


    im Grundsatz bin ich ganz Deiner Meinung, auch wenn solche Überlegungen eher akademisch sind.


    radiolaria schrieb:

    Richtiger müßte es ja ſein, daß jeder der kein Bioprodukt hat, dieſes kennzeichnen ſollte.


    Sicher, im Prinzip ist das so. Wenn man das zu Ende denkt, ist Deine Aussage etwa: "Das Bio-Produkt ist doch das Normale, Richtige. Alles andere muß als abweichend und möglicherweise schädlich gekennzeichnet werden (als Warnung)". Sehe ich das richtig?


    Aber dann könntest Du auch fordern, daß jeder Präsident eines Landes, der einen Krieg anfängt, von der ganzen Welt geächtet wird. Wird er aber nicht, sondern zu Staatsempfängen eingeladen, bei dem dann die Bürger des gastgebenden Ortes ihre Häuser nicht verlassen dürfen. Ich will damit nur sagen: mit Deinen edlen Vorstellungen von dem, was richtig ist oder sein sollte, bist Du hier leider in der falschen Welt (ich übrigens auch - wer zuverlässige Kenntnis von einer besseren Welt hat: bitte dringend per PM an mich ;-) ).


    Zitat

    Mein Vorſchlag wäre ja, daß grundſätzlich jedes Wachs, welches zurückgenommen wird, auf Schadſtoffe geprüft werden ſollte und die entſtehenden Kosten verpfichtend auf die Verurſacher abgewälzt werden, ſobald ſich was findet. Das wären zum einen, der Herſteller und zum anderen der Gebraucher der Peſtizide.


    Super Idee. Aber fangen wir damit bitte bei denen an, die schon jahrtzehntelang und wirklich massenhaft Schadstoffe in die Landschaft einbringen und für die Folgeschäden nicht im Mindesten aufkommen: die konventionellen Landwirte!


    Zitat

    Abgeſehen davon nützt Dir leider das Bioemblem gar nichts, wenn das vermehrt nur als Vermarktungszweck gebraucht wird. Und das weiß der Verbraucher inzwischen.


    Ich hoffe sehr, daß Du Dich entweder irrst oder sich das ändert. Der Begriff BIO ist inzwischen eine geschützte Marke (war nicht immer so) und darf nur unter bestimmten Voraussetzungen verwendet werden. Wer jetzt einfach so "Bio" auf sein Honigglas schreibt, macht sich strafbar. Und im Markenrecht verstanden die Gerichte bisher überhaupt keinen Spaß. Mal sehen, ob das bei diesem Thema auch so bleibt...


    Zitat

    Beiſpiel: In meiner Umgebung gebraucht ein Wanderimker auch das 'BIO' weil er ſauber Mittelwände hat, aber vor den Fluglöchern hat er die Fläche mit Glyphoſat abgeſpritzt, damit die Brombeer den Bienen nicht die Eiflugſchneise zuwächſt.


    Abgesehen davon, daß der Mann ordentlich geohrfeigt gehört, wäre zu prüfen, ob er den Begriff BIO wirklich verwenden darf (s. oben). Nur "saubere" Mittelwände zu verwenden reichen nicht, er muß sich von einer anerkannten EU-Kontrollstelle prüfen und zertifizieren lassen.


    Nichts für ungut und schöne Grüße,
    Zendor

  • zendor schrieb:

    ...wer zuverlässige Kenntnis von einer besseren Welt hat: bitte dringend per PM an mich ;-) ).


    Gute Nachricht, Zendor, die nächste soll`s sein :D


    ... und Bienen gibt`s dort auch (da fließen Milch und Honig...) :wink:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Zendor,


    falls Du in Zukunft weitere Bio-Mittelwände benötigen solltest, kannst Du Dich auf gern an die Bioland-Imker wenden.
    http://www.bioland.de/kunden/adressen/bioimker.html
    Manche verkaufen Rohwachs oder fertige Mittelwände.


    Übrigens,... ich kenne die MW von Holtermann zwar nicht aber i.d.R. wird "rückstandsfrei" von bestimmten Firmen als "Bio" verkauft.
    Das ist genau betrachtet Etikettenschwindel. Das "rückstandsfreie" Wachs kommt meist aus Länder die keine Varroabehandlung kennen, wie z.B. Tansmanien oder auch Afrika.
    Bio-MW gibst in der Tat nur von Bio-Betrieben !


    Gruß
    Matthias