Wenn der Schwarm nochmal schwärmt, und dann nochmal

  • Hallo zusammen,


    vor zwei Wochen habe ich einen Schwarm eingeschlagen. Dieser war jetzt brav in seinem Kasten, hat etwas zu futtern bekommen und war zwei Wochen lang ruhig. Gestern ist dann aus diesem Kasten ein Schwarm ausgeflogen. Ein Teil der Bienen war noch drin, und davon ist heute morgen dann nochmal ein Teil(chen) abgehauen.
    Wie geht denn sowas? :cry: 
    Ich stehe vor einem Rätsel, dass ein Schwarm nochmal schwärmt habe ich noch nicht gehört. Hat jemand ähnliches erlebt?


    Dankschön für Antworten,


    McBee

    mal 3 Völker, mal 5 Völker. Dieses Jahr mit 4 Völkern begonnen, hoffentlich keine Verluste und wenn alles klappt, kann ich dieses Jahr sogar mit ein paar Ablegern und den Wirtschaftsvölkern in den Winter gehen.
    Apis Carnica, Zandermaß

  • Hallo, McBee,
    nein, Erfahrung damit hab ich nicht, nur 3 Erklärungsversuche.
    1. Schwarm hatte Altkönigin und wollte umweiseln, hat aber angesichts der Trachtsituation und des Kalenders entschieden, stark genug zu sein, um sich nochmal zu teilen (wie stark war der eingefangene, in Gramm?),
    2. es waren von vornherein mehrere Königinnen drin, die sich zeitweise arrangiert haben, aber letztendlich doch fststellten, eine Kiste ist nicht groß genug für uns alle,
    3. der Schwarm war extrem milbenbelastet, und die jetzt abgehenden waren bereits Notschwärme.


    Was davon paßt, kanst du nur anhand des Volkes feststellen, nicht als Ferndiagnose.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,


    Zwei Wochen ist ja wirklich schnell, ich musste tatsächlich heuer auch schon eine ähnliche Erfahrung machen, ganz klar ist mir noch nicht, wieso es passiert ist, Hinweise wären toll!


    Allerdings waren es bei mir immerhin genau 22 Tage nachdem ich den Schwarm eingeschlagen hatte und es war ein ganz normaler Vorschwarm (der jetzt auch da steht). Sprich, die Königin, die jetzt geschwärmt war, ist die selbe, die vor 3 Wochen schon geschwärmt ist.


    Möglicherweise ist auch der Dauer-Flutregen Ende Mai mit Schuld gewesen, denn die Bienen müssen nach nur 12 Tagen bereits die Weiselzellen fertig gehabt und belegt haben. Platzmangel kann zu diesem Zeitpunkt absolut noch nicht geherrscht haben und wohl gefühlt haben sie sich wohl auch, denn als der Schwarm erneut schwärmte, gab es sage und schreibe 8 Wabenseiten (Dadant), die z.T. bis an den Rand vollflächgig verdeckelt waren, dazu weitere Wabenseiten mit Stiften und Maden. Futter gab es zwischendurch auch in Massen, und es war auch massig davon in der Beute, als der Schwarm abging, also auch kein Hungerschwarm. Und Varroen habe ich heuer noch gar keine gesehen.


    Möglicherweise ist es zum Schluss hin doch etwas eng geworden, da ich angesichts des schlechten Wetters nicht mit so einer Entwicklung gerechnet habe und den Schwarm daher noch nicht kontrolliert habe. Dachte 8 Rähmchen mit MW (Dadant-BR) sind eh eher zu viel.


    Und, um es nochmal zu betonen, die Entscheidung für Schwarmzellen muss ja bereits viel, viel früher, nämlich nur 12 Tage nach Einzug des Schwarms gefallen sein und das verstehe ich nicht, würde es aber gerne verstehen.


    Wenn also jemand eine Tip hat, was da vorging, ob und wenn ja welche Fehler ich hier gemacht habe, bitte her damit!


    P.S: Bei diesem Schwarm hatte ich es mal mit einer Brutwabe des ursprünglichen Muttervolkes als Bannwabe probiert und diese drin gelassen - vielleicht auch eine mögliche Erklärung, auch wenn ich sie noch nicht verstehe.


    Gruß
    hornet

  • Kurios, in diesem Jahr haeufen sich diese merkwuerdigen Geschichten...habe schon richtig Bammel, meinem Schwarm die untergesetzte Trommelzarge wegzunehmen um sie ja nicht auf dumme Gedanken zu bringen...
    Der hat sich allerdings auch noch mal geteilt; ich hatte aber schon beim Schwarmfang den Eindruck, dass da noch eine 2. Koenigin dabei war. Der ausgezogene Schwarm ist aber gleich gegenueber in die Kiste gezogen, das Volk ist weisellos gewesen...


    Melanie

  • Hallo, ich hatte auch mehrere Königinnen im Schwarm. Um genau zu sein 12. 4 waren noch im Hauptvolk das ich gleich nach Schwarmfang kontrolliert habe, und 8 waren im Schwarm.
    Zugegeben war selber schuld für den Schwarm. Aber 12 Stück ???



    Grüße aus der Himbeertracht:p

  • Vermehrung ist bei allen Spezies ein wichtiges Thema - und die Bienen haben nur einen extrem kurzen Zeitraum dafür.
    Und sie können nicht wie Amphibien alles auf die reine Masse an Nachwuchs setzen, weil das Zeitfenster für Schwärme sehr schmal ist, und sie dabei noch durch das Leben als "soziale Insekten" sehr beeinträchtigt werden.


    Eigentlich ist es ein Wunder, daß es überhaupt überlebende Schwärme gibt, wenn man sich die Umweltbedingungen ansieht....:-(

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • @ Traugott,
    ja, "gute Imker" mit "guten Bienen" haben auch Trachtzunahmen von 10 kg und mehr pro Tag...habe ich auch nicht und noch nie gehabt, reihe mich also bei den anderen Loosern mit ein ;-)
    Aber habe grad von Waagvoelkern aus der Eifel gehoert, die das tatsaechlich zeigen sollen - irre!


    Aber 12 Koeniginnen im Volk sind schon stark - das ist dann ja echt mal eine Herausforderung, die Damen alle irgendwo unterzubringen. Ich gucke jetzt erst mal nach was mein Schwarm da so treibt...


    Melanie

  • Hymenoptera :


    Weil du grade hier schreibst, hast du als Autorin eines Imkerbuchs, noch dazu eines für Großraumbeuten wie Dadant eine Idee, was da mit meinem Schwarm passiert sein könnte? Wieso hat der schon 12 Tage nach Einschlagen selbst erneut einen eigenen Schwarm vorbereitet und ist nach nur 22 Tagen tatsächlich selbst wieder geschwärmt?
    Sozusagen ein Kind, das selbst schon wieder ein Kind bekommt? :confused:


    Gruß
    hornet

  • Hallo Miteinander,
    wenn das Eingangsposting nicht schon von 2006 (!) wäre, würde ich noch darauf antworten, Du hättest den Schwarm nicht füttern sollen...


    Hallo Hornet,
    nennt sich Heidschwarm und ist kein Phänomen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Miteinander,
    wenn das Eingangsposting nicht schon von 2006 (!) wäre, würde ich noch darauf antworten, Du hättest den Schwarm nicht füttern sollen...


    Hallo Hornet,
    nennt sich Heidschwarm und ist kein Phänomen.
    Viele Grüße
    Lothar


    Hi Lothar, danke!
    Aber warum machst du eine Antwort vom Alter des Eingangspostings abhängig (was ich übrigens nicht bemerkt hatte, denn dann hätte ich hier nicht geschrieben. Aber jetzt, wo ich das Thema nunmal "aus Versehen" wieder "hervorgeholt" habe, ist es doch wieder aktuell und ganz oben in der Liste und kann somit doch auch wieder beantwortet werden, ohne dass Antworten in einem "alten" thread "verschwendet" werden, oder verstehe ich was falsch?


    Zum Heidschwarm heißt es übrigens auf einer der Seiten, die man erhält, wenn man nach "Heidschwarm" sucht:

    "Wenn man einen jungen Schwarm überfüttert, dann kann man ihn z.B. dazu anregen, dass er erneut schwärmt. Das haben aber weder Heinz, noch Annebee getan. Der ungebrochene Nektarfluss und das durchgängig gute Flugwetter haben dazu geführt, dass sich die Völker so rasant entwickeln konnten. Das ist ein Zeichen für Vitalität und eher eine seltene Ausnahme."


    Gefüttert habe ich diesen Schwarm nicht. Ununterbrochen gute Tracht war nun wirklich nicht bei mir (im Gegenteil: Flutregen über Wochen!).
    Insofern habe ich noch so meine Schwierigkeiten bei der Ursachenforschung. Wenngleich es sich wohl tatsächlich um einen Heidschwarm bei mir handelt. Dass das Volk sehr vital ist, glaube ich aber sowieso angesichts der Brutentwicklung und wie sich das Volk und sein Kind und Enkelkind bisher verhalten...:p


    Gibt es noch andere, die sowas heuer erlebt haben, oder überhaupt schon mal erlebt haben? Ich jedenfalls war völlig überrascht.


    Gruß
    hornet

  • Hallo Hornet,
    eigentlich wäre das Volk "das Kind", der Schwarm die "Mutter" - zumindest beim Vorschwarm, der Heidschwarm ein weiteres Kind.
    Aber lassen wir das philosophieren...
    So ein Heidschwarm entsteht u.A. bei bestimmten Abstammungen regelmäßig.
    Es liegt daran, wieviele Brutdurchgänge die Königin im Volk (aus dem Vorschwarm stammend) gemacht hat.
    Andere Möglichkeit:
    Ein Singerschwarm mit Königin aus Stiller Umweiselung.
    Kommt auch mal vor.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • So ein Heidschwarm entsteht u.A. bei bestimmten Abstammungen regelmäßig.


    Ah, guter Hinweis, danke! - da muss ich also bei diesen Völkern und deren Abkömmlingen spätestens nächstes Jahr wieder dran denken, womöglich sogar heuer noch. Denn vorläufig denke ich trotz der "Schwarmtriebigkeit" nicht ans Umweiseln, denn mir scheinen diese Völker sehr "potent" zu sein. Mal sehen, was sich bis Spätsommer tatsächlich im HR finden wird.
     

    Andere Möglichkeit:
    Ein Singerschwarm mit Königin aus Stiller Umweiselung.


    Du meinst also, dass in diesem Fall die umweiseln wollten, aber die alte Königin ist noch vor dem Schlüpfen der Neuen verschwunden und die Neue ist daher als Jungfer mit einem Schwarm durchgestartet da noch mehr Jungfern anstanden?


    Können dann am Tag des Abgangs dieses Schwarmes alle Brutstadien inklusive vieler Stifte enthalten sein UND zugleich 5 offene und gefüllte Weiselzellen verschiedener Alterstufen? Das war nämlich der Fall.
    Und "tüten" habe ich zuvor auch nicht gehört, was aber nix heißen muss, da ich bei diesem Volk natürlich nicht daraufhin abgehört habe.


    Soweit ich weiß, bedeutet "Umweiselung" aber doch, dass die nur eine neue Ersatzkönigin heranziehen wollen, aber nicht etwa in Schwarmstimmung sind. Dann aber müsste die Erstgeborene doch die jüngeren abgestochen haben statt zu schwärmen?


    Gruß
    hornet