Neuling mit Golz-Beute

  • Hallo Bienenfreunde!
    Seit Dienstag ist es soweit: Meine Familie hat eine Beute im Garten stehen, mit Inhalt! Jetzt darf ich mich wohl Imker(Anfänger) schimpfen :wink: 
    nach reichlichem lesen in Büchern und im Netz hatte sich der Familienrat für das Golz System entschieden: Wir wollen nur in kleinem Rahmen imkern, nicht wandern und nicht schwer heben. Tja und um etwas Geld zu sparen (leider notwendig, nicht geil) haben wir einen Golz-Bausatz bestellt. Dann rief ein Bekannter an und bot einen selbst gefangenen Schwarm an (eigener), den er nicht verwenden konnte. Da die Beute noch nicht da war, bauten wir selbst einen Ablegerkasten nach den Vorschlag der Euskirchner Imkerfreunde. Und darin steht der Schwarm jetzt seit Dienstag. Gestern kam endlich auch der Bausatz. Aber was für eine Enttäuschung: statt 28 mm Holzstärke nur 22! Keine Bauanleitung dabei, noch nicht einmal eine Stückliste. Die meisten Teile unbeschriftet. Einzelne Holzleiste gespalten (zum Glück Bodenleisten). Puzzeln liegt mir ja eigenlich gar nicht :( 
    Gut, der Preis scheint unschlagbar, aber trotzdem bin ich enttäuscht. Das ich das Sägerauhe Holz noch schleifen muss, sehe ich noch als geringstes Problem an. Auf den Fotos (zugegebener Maßen: kleine) sahen die Golz-Beuten besser aus. Nach mehrstündiger tüftelei habe ich wohl alle Teile an die richtige Stelle gesetzt, bleibt also nur noch das Problem mit der Wandstärke. Und da setzen meine Fragen an:
    Wie wirkt sich Wandstärke in der Golz-Beute aus?
    Boden drinn lassen oder Varroagitter rein und auf machen? (Bretter sind ja eh gespalten) :( 
    Wie kuriere ich Sehnenscheidendzündung (Sägen, schleifen, bohren, tackern, hämmern, schrauben - als Nichthandwerker unter Zeitdruck eine Beute, sei es auch nur ein Ablegerkasten zusammen zu schustern, hinterlässt leider Folgen)?
     :wink: 
    Solche Folgen der Imkerei hatte ich noch nicht gelesen, sollte als Warnung in den Katalog der Gefahren mit aufgenommen werden! :wink: 
    Gruß
    Kalle

    Ich bin im Forum um zu lernen und zu fragen, nicht um alles zu Wissen!

  • Hallo, Kalle,
    (oh Schreck, geht deine Uhr richtig? :roll: )


    Willkommen bei den Lagerbeuten-Imker!
    Meine Golz-Kisten habe ich fertig von der Firma Lonnemann gekauft. Dicke Bretter, schwer!
    Heute habe ich nicht meine Ertragsvölker darin, sondern ich lasse darin meine neuen Völker wachsen.
    zuerst 2 Schiede und 3 mal 5 Waben, später ein Schied und 2 mal 8 Waben.
    Die Bremerbeute ist (noch) urheberrechtlich geschützt! Darum kann es keine Bauanleitung geben. Aber für einen geübten Säger und Schrauber sollte sich die Golzbeute um 90 Grad drehen lassen. Die Trennwand ist dann nur zur Hälfte durchläßig.
    Aber der beste Rat: Halte Ausschau nach einer gebrauchten Bremerbeute von Kunesa!


    Dann wünsche ich Dir noch viel Entdeckelungswachs im Juli!
    Peter

    Vernunft verwirrt Dogmatiker! (Prof. Dr. H. Lesch)
    ----------------------------------
    Start 2004 mit Eifel-Carnika; 5 Völker in Lagerbeuten nach Bremer und Golz; fast Öko-Betriebsweise.

  • Bin ja keiner der mit Lagerbeiten arbeitet, hab aber bei ebay gerade eine Auktion mit Golz-Beuten entdeckt:


    Guggst Du hier:


    http://cgi.ebay.de/5-Original-…22407QQrdZ1QQcmdZViewItem


    Sind zwar gleich fünf, aber aus eigener Erfahrung kannst Du Sie sicher bald brauchen :wink:



    Grüße
    Luffi

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Peter!
    Danke für deine Tips! Hat denn die Bremerbeute einen offenen Boden?
    Warum benutzt du die Lagerbeute nicht für deine Wirtschaftsvölker?
    Ja, meine Uhr geht richtig! 8) Schichtarbeiter im 12 Stundenwechsel! Mal Nacht, mal Tag. Deswegen beginne auch nicht ich mit der Imkerei, sondern mein 14-jähriger Sohn, mit meiner Frau und meiner Unterstützung! Im Moment steht das Verhältnis als noch bei drei Imkern zu einem Schwarm! :wink: 
    Hallo Luffi!
    Danke für den Link! Habe ich aber auch schon gefunden. Wollte ich erst holen, aber 1. zu weit weg, 2. gefallen mir die Beuten auf den Bildern nicht so (Was für Farbe z. B. verwendet wurde, konnte mir der Verkäufer nicht sagen) und 3. ist das Problem mit gebrauchten Beuten ist, dass man nicht sicher weis ob die Völker darin in Ordnung waren. In meinen Kangoo bekomme ich jedenfalls keine 5 Golz-Beuten rein! Und wenn ich das Kilometergeld reell rechne, lohnt es sich nicht wegen zwei oder drei Beuten den Weg zu machen. Wenn schon nicht Ökologisch, dann wenigsten Ökonomisch! :wink:

    Ich bin im Forum um zu lernen und zu fragen, nicht um alles zu Wissen!

  • Schönen Sonntag, Kalle,
    Hoffentlich kannst du trotz Schicht das schöne Wetter genießen.


    Der wichtigste Vorteil der Bremerbeuten liegt für mich darin, dass ich schrittweise die Räume erweitern kann, so wie das Volk wächst.
    Bei den Golzbeuten komme ich nicht mit zwei Schieden aus, ich muss ja auch noch die Trennwand abdichten. Und wenn da eine Öffnung ist,
    dann zeigen mir die Mädels wie Freistil-Architektur geht.
    Ältere Kunesabeuten hatten ein Lüftungsgitter im Boden, dass (im Frühjahr) durch umgekehrt einschieben verschlossen werden konnte.
    Die neueren Modelle haben ein größeres Lüftungsgitter, dass so nicht verschießbar ist, aber abgedeckt werden kann.


    Viele Grüße
    Peter

    Vernunft verwirrt Dogmatiker! (Prof. Dr. H. Lesch)
    ----------------------------------
    Start 2004 mit Eifel-Carnika; 5 Völker in Lagerbeuten nach Bremer und Golz; fast Öko-Betriebsweise.

  • Tag Kalle,


    ich bin auch Golz-Imker.
    Kann Peter hinsichtlich Erweiterung nicht ganz zustimmen.


    Ich mache Ableger nach Möglichkeit auch direkt in der Golz.
    Rechts und Links ein Schied rein und nach Bedarf erweitern.
    Die Trennwand interessiert mich nicht. Die ist ja von Honigernte bis Honigraumfreigabe zu. Da bleibt auch kein Schlitz offen.
    Das Flugloch ist beim Ableger ca. 3 - 20cm breit, beim Ertragsvolk erstreckt es sich über die ganze Länge.


    Wenn`s dann im Mai im Brutraum eng wird, gebe ich den Ho-Raum komplett frei.


    Problem bei der Golz vom Lonnemann ist der geschlossene Boden. Varroawindel durch`s Flugloch reinschieben is nix.
    Ich habe den Brutraumboden - bis auf einen kleinen umlaufenden Rand - komplett mit der Stichsäge ausgesägt und ein Varroagitter aufgeschraubt.
    Schublade drunter montiert, so, daß sie von hinten zu bedienen ist.


    Hatte vorher DN-Magazin. Meine Golze würde ich nicht mehr hergeben...
     :P 
    Ein Kollege mit Bremer (Kunesa) hat diese wieder abgegeben. Probleme mit den ständig festgekitteten Schiebern.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Guten Morgen, Hardy und andere,
    Probleme mit Wildbau habe ich in der Zeit von Honigraumfreigabe bis letzter Honigernte, weil ich nicht davon ausgehe,
    dass immer der Honigraum vollständig vollgetragen wird, z. B. diesjährige Frühjahrshonigernte.
    Dann gebe ich gerne nur so viele Waben, wie auch zum größten Teil gefüllt werden.


    Das Argument mit den verbauten Schiebern kann ich von einem Golz-Imker nicht akzeptieren,
    weil die Golzbeute so was erst gar nicht hat. Wer mit den Schiebern arbeiten möchte,
    der wird sie auch entsprechend einfetten, dass sie beweglich bleiben.
    Ich verzichte auf diese Möglichkeit.


    Viele sonnige Grüße
    Peter

    Vernunft verwirrt Dogmatiker! (Prof. Dr. H. Lesch)
    ----------------------------------
    Start 2004 mit Eifel-Carnika; 5 Völker in Lagerbeuten nach Bremer und Golz; fast Öko-Betriebsweise.

  • Guten Morgen, Hardy und andere,
    Probleme mit Wildbau habe ich in der Zeit von Honigraumfreigabe bis letzter Honigernte, weil ich nicht davon ausgehe,
    dass immer der Honigraum vollständig vollgetragen wird, z. B. diesjährige Frühjahrshonigernte.
    Dann gebe ich gerne nur so viele Waben, wie auch zum größten Teil gefüllt werden.


    Das Argument mit den verbauten Schiebern kann ich von einem Golz-Imker nicht akzeptieren,
    weil die Golzbeute so was erst gar nicht hat. Wer mit den Schiebern arbeiten möchte,
    der wird sie auch entsprechend einfetten, dass sie beweglich bleiben.
    Ich verzichte auf diese Möglichkeit.


    Viele sonnige Grüße
    Peter

    Vernunft verwirrt Dogmatiker! (Prof. Dr. H. Lesch)
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    Start 2004 mit Eifel-Carnika; 5 Völker in Lagerbeuten nach Bremer und Golz; fast Öko-Betriebsweise.

  • Tag Peter,


    das mit den festgebackenen Schiebern stammt von einem Kollegen, der trotz Einfetten damit Probleme hatte. Empfehlung von Kunesa: Mit Fön warm machen...


    Die Bienen werden sich freuen... :wink:


    Keine eigene Erfahrung mit der Bremer, kann ich nur so weitergeben... :roll:


    Deine und meine "Golzerei" unterscheidet sich darin, daß ich mit Honigboxen arbeite, nicht mit Rähmchen. (Geht aber nicht mit einer normalen Schleuder.)
    Bei schwacher Tracht kann ich den halben Ho-Raum mit nur 2 Boxen freigeben. Dahinter stell ich dann einfach wieder die Trennwand.
    Auch nur 1 Box geht, dann brauche ich 2 Trennwände.


    Ein Problem bei Golz habe ich aber (es ist nicht alles Gold....): Die Annahme der Honigboxen beim Erstenmal, also nur mit Mittelwandstreifen, ist schwierig. Sie wird schlecht angenommen.


    Vielleicht hast Du oder ein anderer Golzer eine Idee dazu...? :o

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Hardy, Hallo Peter!
    Nochmals Danke für die Hinweise! Meine Überlegungen sind jetzt folgende:
    1. Holzboden weg lassen - Varroagitter rein. Hatte ich mir schon gedacht, wollte es nur noch mal bestätigt wissen. Danke.
    2. Absperrschieber - könnte doch selbst konstruiert werden, oder? Trenngitter raus, Blech rein, fertig ist die Kiste, oder? Nur die Trenngitterkonstruktion müsste ich neu machen.
    3. In das Trenngitter feste Bienenfluchten für die Honigernte einbauen, evtl. 2 Stück? Daneben die herausnehmbaren Gitter, könnte das klappen?
    4. Gegen das verkitten soll doch Melkfett hervorragend helfen, oder?
    5. Seitlich fräse ich noch ein weiteres Flugloch für die Ablegerbildung, nach vorne hin enge ich das bestehende ein. Schließlich habe ich ja die große Kiste bestellt (20+20 Waben) Zwei Trennschiede aus Holz sind dabei.


    Wie gesagt: der Preis war sagenhaft günstig, war nur etwas irritiert wegen des Fehlenden Bauplans (Explosionszeichnung hätte gereicht), der geringeren Wandstärke und des gerissenen Holzes. Aber wenn der Boden offen bleibt, spielt die Wandstärke ja eh keine Rolle, oder?
    Gruß
    Kalle

    Ich bin im Forum um zu lernen und zu fragen, nicht um alles zu Wissen!

  • Hallo Kalle,


    zu 1: Falls Du die Golz von Lonnemann hast, aufpassen! Der Boden ist nicht verleimt, nur mit Nut und Feder gesteckt und am Rand geschraubt.
    Aber Du hast ja den Bausatz. Hast Du den Boden verleimt? Dann kannst Du einfach aussägen. Aber genügend Rand für das Gitter lassen.


    Zu 2: Warum Absperrschieber? Ich brauche sie im Kaltbau nicht.
    Wenn Du aber doch die Trenngitter-Konstruktion änderst, darauf achten, daß die Wabengassen bis in den Honigraum in einer Linie liegen.


    Zu 3: Ich habe für die Bienenflucht ein dünnes Kunststoffbrett (kann auch Sperrholz sein) mit eingebauter Bienenflucht gebastelt. Das stelle ich am Abend vor der Ernte an die Gitterwand im Ho-Raum - die Bienen können raus. Allerdings geht das so nur mit Ho-Boxen. Die stehen frei im Ho-Raum und liegen nicht, wie die Waben auf dem Rähmchenträger.


    Zu 4: Melkfett bei der Bremer kannst Du nehmen. Aber wie gesagt, bei der Golz brauchst Du keinen Schieber.


    Zu 5: Warum seitlich noch ein Flugloch? Du hast doch vorne ein großes.


    Holzstärke ist kein Problem. Wichtig ist, daß mit Brutbeginn der Varroaboden zu ist und i m m e r die Wärmedämmung oben aufliegt.
    Das Flugloch enge ich nur bei Ablegerbildung ein. Ansonsten ist es immer über die ganze Breite auf.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Hardy!
    Im Winter wird der Varroabode als offen gelassen, bis die Bienen mit brüten beginnen? Und im Sommer bei Brut ebenfalls zu machen?
    Wie verhindere ich Schimmel an den Randwaben im Winter, oder passiert das nicht?
    Den Seitenausstieg möchte ich haben, weil ich zunächst zwei Ableger in einer Beute halten will. Habe ja die erweiterte Wanderbeute mit 20+20 Waben! Die ist ja zu Groß für einen Ableger. Und zur Ablegerbildung scheit mir ein Auslugloch zur anderen Seite besser geeignet, da es so nicht zum verfliegen kommt.
    Zum praktischen:
    Wie fütterst du ein: Futtertasche oder Eimer im Honigraum?
    Gruß
    Kalle

    Ich bin im Forum um zu lernen und zu fragen, nicht um alles zu Wissen!

  • N`abend Kalle,


    Ende Januar/Anfang Februar mache ich den Boden zu.
    Das ist die Zeit wo - je nach Lage und Wetter - die Brut beginnt. (Auch wenn die manchmal durchbrüten, hab ich hier irgendwo gelesen).
    Ich schau aber nicht großartig nach.


    Ende April/Anfang Mai, wenn es wieder wärmer wird, kommt der Schieber wieder weg. Er ist also nur eine "Starthilfe".


    Dann kommt er nochmal kurz zur Varroakontrolle rein.


    Das breite Flugloch (ca 50cm) sorgt für ausreichend Frischluft.
    Randwaben können schimmeln - läßt sich wohl nicht verhindern.
    Dafür gibt`s dann den Schmelzer...


    Wasser bildet sich über dem Brutnest (unter der Folie). Das ist gewünscht, wegen der Trinkwasserversorgung bei zu niedrigen Außentemperaturen.


    Im Dezember, nach den ersten Frösten, mache ich nochmal OS-Träufelung. Da lasse ich aber den Schieber draußen. Die Varroen, die fallen, fallen eben. Machen kannste um diese Zeit eh nix.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.