Hohen Neuendorfer Betreibsweise - Erfahrungen?

  • Im letzten Bienenjournal (glaube, es war das letzte) wurden Erfahrungen mit der Hohen Neuendorfer Betriebsweise vorgestellt. Im Prinzip handelt es sich um die komplette Entnahme der verdeckelten Brut aus dem Wirtschaftsvolk, das Bilden eines Ablegers damit und dessen Entmilbung in der Brutlücke.
    Man zieht damit wohl kräftig Milben aus dem Volk; der Honigertrag des Wirtschaftsvolkes soll aber trotzdem kaum darunter leiden. Der Ableger ist dementsprechend stark.


    Finde das ganz logisch und mich würden Eure Erfahrungen damit interessieren - hat das schon mal wer probiert?


    Melanie

  • Moin,


    ich finde alle Verfahren, die ein Bienenvolk auf so unnatürliche Weise behandeln nicht sehr gut. Einem Volk die gedeckelte Brut komplett zuentziehen, bedeutet in 12 Tagen nicht eine schlüpfende Jungbiene. Also wird die Königin die Eilage deutlich einschränken und das gibt eine Bienenlücke und die führt in der Folge zu Mehrfachparasitierung.


    Das Bannwabenverfahren ist ganz ähnlich.


    Wie alle biologischen Varroabekämpfungsmaßnahmen (die ich kenne) schneidet man dem Bien mit der Varroa immer auch gleich paar Glieder ab. Die Drohnen werden den Milben geopfert, die Volksharmonie mit den Jungbienen weggegeben, die Völker künstlich brutlos gemacht ect. Das ist nicht meine Art der egoistischen Bienenhaltung. Ein Säurekonzept macht mehr Aufwand und kostet vielleicht auch mehr, läßt aber meine Bienen leben.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder