Holz- oder Styroporbeute

  • Moin Werner,


    Werner Egger schrieb:

    Aber es ist nicht die ultimative Wahrheit.


    Muß es auch nicht sein. Wer von der Fahrschule erwartet, daß die ihn nach 3 Monaten zur Rally MonteCarlo anmeldet, der irrt. Ich will, daß der Anfänger seine Fehler erkennen kann. Dazu muß ich die ja wenigatens erkennenn können. Ich will ja die Experimente nicht begleiten. Die Jungens sollen die Bienen verstehen und weil dazu die Beute nur Werkzeug ist, sollen die meine nehmen. So einfach issas. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    mich als Fahrschueler wuerde brennend interessieren, wie denn der Fahrlehrer selbst mal angefangen hat. Hast Du deine Nachbarn nachgemacht, Henry? Hast Du mit einem Beutentyp angefangen?


    Ich wette, zu deiner Zeit gab es auch ne Menge Tipps von allen Seiten, die Du -eben weil Anfaenger- nicht beachtest hast.


    Zur Beutenfrage moechte ich als Anfaenger auch was sagen. Erst durch Anschauen und Probieren findet man seine Beute und seine Bienen. Die zusammen passen muessen. Ich lese gerade auf www.mellifica.be, dass die Dunkle Biene sich sehr gut fuer die extensive Bewirtschaftung eignet. Bruder Adam zeichnet sie als fleissige Wachsproduzentin und Baubiene aus. Sie passt wahrscheinlich eher fuer die naturgemaesse Imkerei. So wie Holzbeuten.


    Henry hat insofern Recht, dass man nicht alle Beuten selber ausprobieren muss. Ich wuerde aber nicht sofort die gleiche Betriebsweise und Beuten des Nachbarn Henry uebernehmen, sondern verschiedene Beuten bei verschiedenen Nachbarn anschauen. Meist sieht man die Logik oder Unlogik, wenn man die Imker daran arbeiten sieht. Eine kleine Wirtschaftlichkeitsrechnung ist mit Hilfe eines Katalogs ein weiteres, gutes Kriterium.


    Letztendlich solltest Du bei deiner Arbeit an den Bienen ein gutes Gefuehl haben. Wenn hier schon Gewerbliche Werbung machen, moechte ich das fuer die nichtgewerbliche Sektion machen. Eine Warrebeute baue ich momentan fuer ca. 30 Euro. Vier Zargen, Dach, Boden, Futterzarge, Leim, Farbe - alles dabei. Der Bau ist nicht schwierig.


    Ich rate zu Holz. Weil es mir gefaellt. Nicht weil es besser ist.



    Bernhard Heuvel

  • BernhardHeuvel schrieb:

    mich als Fahrschueler wuerde brennend interessieren, wie denn der Fahrlehrer selbst mal angefangen hat.


    Moin Bernhard,


    ich durfte als 12jähriger fremde Bienenvölker in einem Bienenwagen betreuen und mußte damals 25km mit dem Fahrrad dorthin fahren. Im Sommer war ich dann schon sehr bärenähnlich und wurde entsprechend begrüßt.

    Zitat

    Hast Du deine Nachbarn nachgemacht, Henry?

    Ja sicher, denn es war Mangelwirtschaft und es gab weder genug noch überhaupt Beuten. Es kam damals auf die Bienen an, nicht auf den Schnickschnack drum rum. Ich habe also auf DNM Hinterbehandler und Papp-Ablegerkatsen, Starter, der damals noch Vorbrüter hieß und Königsfuttertrog gelernt. Doppelraumüberwinterung war damals der neueste Schrei und zusätzlich Nuten einfräsen in die Hinterbehandler. AS gabs auf Bierdeckeln, im Westen Bierfilz genannt.

    Zitat

    Hast Du mit einem Beutentyp angefangen?

    Ja, sicher mit der Standardbeute der DDR. Holz-Hinterbehandler.

    Zitat

    Ich wette, zu deiner Zeit gab es auch ne Menge Tipps von allen Seiten, die Du -eben weil Anfaenger- nicht beachtest hast.

    Es gab wesentlich weniger Tipps als heute, dafür waren die aber eben erprobt und nicht ausgedacht, gehört, gelesen, verlinkt oder geahnt. Fehler der anderen sind auch damals schon die billigsten gewesen. :wink: Und Unsinn, den man gemacht hätte, machte man nicht, weil es eben am Materiale fehlte. Wir waren eben DNM-Land und es kam nicht darauf an aus Küchenplatten und Acrylglas sturmsichere Schwarmfegekisten zu bauen, denn es gab weder Acryl noch Küchenplatten. :wink:
    [/quote]Zur Beutenfrage moechte ich als Anfaenger auch was sagen. Erst durch Anschauen und Probieren findet man seine Beute und seine Bienen. ... Meist sieht man die Logik oder Unlogik, wenn man die Imker daran arbeiten sieht. [/quote]Als Anfänger sieht jede Beute mit einem Imker der damit umgehen kann, wie das ultimative Optimum aus. Der Anfänger kann eben gerade nicht einschätzen, was gut und was weniger gut ist. Gerade der Anfänger, der ja die Entscheidung treffen will oder soll, ist der mit der wenigsten Ahnung. Er kennt weder seine Tracht noch kennt er mehr als einen Winter, er weiß nicht warum ihm ein Futtereimer ausläuft und was passiert, wenn sich niemand findet seine Biene zu versorgen, falls er ausfällt. Er weiß auch nicht wieviele Zargen man denn so braucht und er kann seine Aufbaujahre nicht von seinen Betriebsjahren unterscheiden. Denn er kennt ja bestenfalls die Anfang der Aufbaujahre mit seinen paar wenigen immer wieder zur Ablegerbildung hart geschröpften Völkern und den Ablegern. Er weiß auch noch nicht, ob, wieviel und welchen Honig er wem verkaufen kann und welche Beute in Zukunft für seine Betriebsphase sinnvoll ist kann er schon gleich garnicht wissen. Er weiß ja nicht mal, daß seine neuen Beuten für Hoffmannsseitenteile eingearbeitete Abstandshalten haben und diese eben in allen Zargen auf die selbe Seite gehören. Aber er will unbedingt mitten im DNM-Land mit Zander arbeiten :cry: und seine eigenen Entscheidungen treffen. :roll:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hi Henry, hallo "Rest",
    aus Fehlern lernen - ist einprägsam, schmerzhaft und teuer.
    Anfangen und Fehler machen ist o.k. nur man sollte lernfähig sein. Was, warum war es falsch, wie besser machen. Auch alte Hasen hatten Totalverluste, auch im hohen Alter. Gute Ratschläge zur Beute "A" passen nicht beim Magazin "B"...
    Ich bin Exot: Neueinsteiger mit Langstroth - Magazin + DNN Hinterbehandler - wegen dem Vergleich, und ich brauchte was Kompatibles im DNM-Land OST. Mein Pate (Tante) hat Freudenstein, die Kumpels im Verein DNM, Dadant, Kuntsch, wenig Magazine fast alles eingeschworenen Hinterbehandler. Man wird belächelt, bestaunt, und "mach mal mein Junge, sammel Erfahrungen, dann leg dich fest."
    Knäcke

  • Hallo Henry!


    Ich war wirklich interessiert daran, wie Du angefangen hast und ich freue mich über ein Stück Lebensgeschichte von Dir. Irgendwie versteht man sich besser mit ein bisschen Kennenlernen.


    Mit dem Fahrrad fahre ich übrigens auch zu den Bienen.


    Ich finde, die Biene ist ein eigenes Wesen. Und jeder Mensch nähert sich anderen Lebewesen auf seine Art. Ist irgendwie wie Kommunikation. Natürlich kann ich die Worte nachplappern, aber eine echte Kommunikation gibt es nur durch Dialog. Sprechen kommt von sprechen.


    Das Problem deiner Fahrschüler ist nicht das Sprechen, sondern das Nachplappern. Sie haben so viele unterschiedliche Vorbilder und Meinungen gehört, daß sie vergessen, selbst mit den Bienen zu "sprechen". Sie machen viele Leute nach, nicht nur Dich.


    Das ist ein Problem.


    Viele Grüße,


    Bernhard Heuvel