Buckis oder nicht ?

  • Moin moin zusammen,


    hab da ein kleines Problemchen ...


    meine Carnivölker sind diesen Winter echt bescheiden rausgekommen und sehr schwach gestartet - keine Verluste - aber eben schwach !


    Frühtracht passè ! - und ich brauche sie aber früh zur Bestäubung des Obstes !


    So da hatte ich gedacht - das Ganze mit Buckis ! was denkt ihr !


    Geht mir hauptsächlich um frühere stärkere Völker - für bessere Bestäubung und natürlich volle Honigtöpfe !


    + natürlich die positiven Dinge wie Honigstapelung, geringerer Schwarmtrieb, Sanftmut, Wabenstetigkeit ...


    was denkt ihr ?


    Welche Linie sollte man nehmen (Anatolier ...) - hab wenig Ahnung über die verfügbaren Linien ... bei Buckis und von wem ?


    wollte dieses Jahr ne Königin im Sommer mir zulegen einweiseln, so dass ich nächstes Jahr mal vergleichen kann.


    was für eine sollte man nehmen - Wirtschaftskönigin, belegstellenbegattet, standbegattet .... ???


    Schreibt mir mal bitte eure Meinungen !


    Danke !


    Ciao Björn

    >> Jungimker, Tor zum Thür. Wald, etwas Raps, sonst alles mögliche, Belegstelle Gehlberg, Carnica, Zander modifiziert, Brutraum ZaDant, Magazin kompatibel, Selbstbau, Futterzargen, AS-Liebigdispenser und Nassenheider, Oxalsäure und Milchsäure, keine DIB-Gläser <<


    "ex oriente lux"

  • Hallo Björn,


    also zuerst mal gesagt machst du mit Buckis nichts verkehrt, was soll ich aus meiner Erfahrung auch anderes sagen!


    Aber, ich würde die mangelhafte Überwinterung nicht an einer Rasse festmachen. Da werden bei dir wohl andere Faktoren eine Rolle gespielt haben.


    Wenn du mit Buckfast beginnen möchtest, such dir einen Züchter in deiner Nähe um eine Linie zu bekommen, die bei euch gut zurecht kommt. Anatolier wird es wohl wahrscheinlich sein, da über 60 % der derzeitigen Linien auf Anatolier zurückgehen, wenn auch schon in der F4 - F15. Es sind eben Buckis die winterhart sind. Aber es kommt eben auf die Auslese an. Grundsätzlich kannst du sagen, eine Hochgebirgsbiene wird bei dir gedeihen, eine aus milderen Gegenden vielleicht. Bei mir haben sich Elgon, Anatolier und eine Sahara(!) aus dem Atlasgebirge bestens bewährt.


    Wirtschaftsköniginnen sind standbegattet. Nimm mehr als eine (weisst schon, statistische Absicherung der Ergebnisse :wink: ). Günstige Königinnen bekommst du in Luxemburg bei der Fam. Guth, unbegattet je 6,- (ab 5 St.), im Speziellen A147, eine der besten Herkünfte, die ich selber testen konnte (F4, verwendet jedoch mehr Propolis als der Buckfast-Standard, aber sonst absolut überdurchschnittlich, phänomenal im Vergleich zur Landbiene).


    Belegstellebegattete bekommst du bei einigen Forumsmitgliedern 8) oder z.B. bei Brix Bernd, Trümpelberg 12f,
    D-06268 Lodersleben, 034771-22391
    bernd.brix@t-online.de


    Es wäre schön, wenn sich nun nicht wieder ein Flamewar entwickeln würde, das haben wir doch nicht nötig, oder? Jeder schreibe bitte über seine selbst erlebten Erfahrungen!

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  • Björn schrieb:

    meine Carnivölker sind diesen Winter echt bescheiden rausgekommen und sehr schwach gestartet - keine Verluste - aber eben schwach !


    Frühtracht passè !


    Hallo Bjorn,


    genau die gleichen Probleme hatte ich mit meinen Buckis und war die ganze Zeit am grübeln ob ich als Anfänger was falsch gemacht habe. Nach dem ich mich aber mit einigen anderen Imkern hier in der Gegend unterhalten habe liegt die Hauptschuld wohl beim extrem langen Winter; 5 bis 5 1/2 Monate ohne Flugmöglichkeit stegt kein Volk gut weg.


    Gruß
    Billy the Mountain

    Zweifle nicht - an dem - der dir sagt - er hat Angst -
    aber hab Angst - vor dem - der dir sagt - er kennt keinen Zweifel (Erich Fried)

  • Hallo Bjorn
    Ich würde Dir als Jungimker raten mal Deine Nachbarimker zu befragen. In Thüringen gibt es auch noch gut funktionierende Belegstellen. Als Obstbauberater weist Du ja was ungewünschte Einkreuzungen bewirken. Ich würde meine Entscheidung danach richten,was im Nachbarbereich gehalten wird. Als Jungimker hast Du da mehr Helfer auf Deiner Seite.
    Gruß Peter

  • Peter aus dem Erzgebirge schrieb:

    Als Obstbauberater weist Du ja was ungewünschte Einkreuzungen bewirken.


    :o :o :o :o :o :o :o :o Jetzt beiss' ich gleich in die Tischkante! :evil::evil::evil::evil::evil::evil::evil::evil:


    Ja genau, und kleine Kinder werden von Buckfastbienen aus dem Kinderwagen gestohlen!

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  • Hallo Simon,


    aller Respekt vor der Statistik!!


    Allerdings:
    geht daraus nicht hervor das ein Volk im verhältnis Bienen zur Brutfläche deutlich abweicht?


    Andersrum lese ich das die restlichen Völker mit teilweise weniger als halbsovielen WinnterBienen annähernd gleiche oder grössere Brutfläche pflegen.


    Lässt das auch den Schluss zu das das eine Volk später voll startet??


    MfG

  • Zitat

    Als Obstbauberater weist Du ja was ungewünschte Einkreuzungen bewirken.


    Durch eine Einkreuzung von "Fremdpollen" entwickeln Früchte wesentlich größere Fruchtkörper. Deshalb achtet so mancher Obstbauer auf Bestäuberbäume die so gar nicht in die Plantage "rein" passen. Vielleicht gibt es bald Reinzuchtäpfel zum Reinbeißen.


    Gruß
    Simon

  • Hallo ApisCro

    Zitat

    Lässt das auch den Schluss zu das das eine Volk später voll startet??


    Die Daten zeigen nur eine Momentaufnahme zum Brutbeginn. Interessant wird es, wenn der Verlauf weiter verfolgt wird. Dann erst können genauere Aussagen oder Vergleiche wie etwa Bienen zu Brut gemacht werden. Welches Volk pflegt am meisten Brut 1:3, 1:4 oder noch mehr? Vom Honigertrag kommt V2 an V8 hin, V6 ist bisher am Besten drann. Schon im letzten Jahr zur Zucht verwendet wollte es dieses Jahr (bisher...) auch nicht schwärmen.
    Am Stärksten ist jetzt vermutlich V8, obwohl mit zwei Baurahmen bestückt hängt das Volk unten durch und macht jedes mal fetten Unterbau.


    Gruß
    Simon

  • Im Obstbau gibt es keine ungewünschten Einkreuzungen !


    Gibt es bei der Züchtung eine unerwünschte Einkreuzung - dann wird der "unerwünschte" Hybrid entfernt !


    Zucht an sich, Kreuzung verschiedener sorten (Rassen im Tierreich)
    bringt meist höhere Erträge und bessere Qualitäten - deshalb züchtet man ja !



    Simon hat recht - gute Bestäubung = größere und qualitativ bessere Früchte !


    Ciao Björn

    >> Jungimker, Tor zum Thür. Wald, etwas Raps, sonst alles mögliche, Belegstelle Gehlberg, Carnica, Zander modifiziert, Brutraum ZaDant, Magazin kompatibel, Selbstbau, Futterzargen, AS-Liebigdispenser und Nassenheider, Oxalsäure und Milchsäure, keine DIB-Gläser <<


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  • An Reiner
    Auch mit anderen Rassen oder Schlägen können wir Imker Honig ernten. Die grenzenlose Freiheit in Deutschland gestattet die Zucht aller Bienen. Leider kommt es aber in verschiedenen Gebieten zu unerwünschten Hybridtieren. Den Vergleich zum Obstbau brachte ich, weil Byörn Obstbauer ist. Die Erbfolgen in der Bienenzucht sind wesentlich schwieriger. Ich will auch keinen neuen Streit austragen, hatte aber den Hinweis sich doch an die regonale Bienenzuchtrichtung zu halten. Was sagst Du denn, wenn ich in Dein Begattungsgebiet gehe, und mal eben so 10. 000 Carnicadrohnen rauslasse. Das gibt ein tolles Gemisch!!!! Über mich würdest Du sicher alles ausladen-
    An Simon -welches ist nun das Bucki , im raten bin ich nicht so perfekt. Auch sagt eigendlich ein 10 Völker Durchschnitt wenig. Zuzüglich die Streuung in diesem Jahr. Hast Du von der Spitze auch das Dreifache aus der Frühtracht geerntet? oder hat sich jetzt alles ausgeglichen, oder brichst Du bei dem Spitzenvolk schon 14 Tage Zellen bei dem verrückten Maiwetter. Alles ist ja im gesamten Zyklus zu sehen. Auch meine Völker machen jetzt 2,5 Dadantzargen voll ( 5 Flachzargen Langstroth- stressfrei ohne Schwarmstimmung)
    An Byörn - ja leider ist die Bienenzucht nicht so einfach, und desshalb riet ich Dir, das Du Dich bei den Imkernachbarn mal umschaust und Du da Rat bekommst. Du schreibst ja ,Du wärst Jungimker und ich meinte das wäre ein gangbarer besserer Weg.


    Nun haut nicht alle auf mich ein und lasst die Tischkanten ganz.
    Gruß Peter

  • Peter aus dem Erzgebirge schrieb:

    Was sagst Du denn, wenn ich in Dein Begattungsgebiet gehe, und mal eben so 10. 000 Carnicadrohnen rauslasse. Das gibt ein tolles Gemisch!!!! Über mich würdest Du sicher alles ausladen-


    Diesen Zustand finden Buckfastimker doch schon immer vor und beschweren sich nicht drüber. Wenn du Reinzucht machen möchtest, nutze die Belegstellen, dafür sind sie da. Im Rest des Landes lasse die Imker machen was sie wollen. Sonst könnte wir gleich ein "Bundesschutzgebiet Rasse X" ausrufen, das hat aber nur im Bereich einer autochtonen Rasse Sinn, wie bei Carnica in Slowenien.


    Ertragsoreinterte Imker gehen übrigens mit Ihren Carnica-Kös auf Buckfastbelegstellen und umgekehrt. Armbruster sagte einmal "das eine tun und das andere nicht lassen". Reinzucht hat ihre Berechtigung und Freunde aber auch die (unkontrollierten) Standbegattungen sind gut - egal in welchem Gebiet. Stecher in erster Linie auf "Fehlpaarungen" zurückzuführen ist einfach falsch - und deswegen beiße ich bei solchen Beiträgen fast in die Tischkante!


    Wenn du dem guten bJörn den Rat gibts erstmal mit seinen Nachbarn zu reden, dann hast du ihm möglicherweise einen Bärendienst erwiesen.

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  • Ja ja die nachbarn,


    ich hab nette nachbarn - echt !
    sind aber leider carnifetischisten ... - ohne toleranz - reden is nich ...


    ne ausnahme :


    aber als ich vor 2 wochen im IV ein Gespräch eines älteren Kollegen mithörte, wie der nur noch sagte "das gelbe Dreckzeug" - noch dazu er hat sie noch nicht einmal gesehen bzw damit gearbeitet !


    recht habt ihr es war der winter - brauche sie aber grad in so nem frühjahr für meine obstblüte ! (Marille + Süki)


    bin aber in der rassefrage echt offen - kann mir erst ne meinung bilden und drüber reden, wenn ichs selbst sehe ...


    trotzdem allen danke - jede meldung bringt mich nur weiter und ich lerne dazu !


    ciao björn

    >> Jungimker, Tor zum Thür. Wald, etwas Raps, sonst alles mögliche, Belegstelle Gehlberg, Carnica, Zander modifiziert, Brutraum ZaDant, Magazin kompatibel, Selbstbau, Futterzargen, AS-Liebigdispenser und Nassenheider, Oxalsäure und Milchsäure, keine DIB-Gläser <<


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