OK vom Förster für Beutenstandort auf öffentlichen Grund

  • Hallo zusammen,


    leider habe ich kein Freizeit- oder Wiesengrundstück. Deshalb möchte ich meine Beuten auf öffentlichen Grund stellen (Waldrand).


    Ich habe gelesen, daß die Förster Imkern Plätze auf öffentlichen Grund hierfür zuweisen. Wer von Euch hat damit bereits Erfahrung?


    Wie geht man dabei vor?
    Was kostet das pro Volk (in Hessen)?
    Welche Rechte/Pflichten übernimmt man dabei?
    Auf was ist zu achten?


    Gruß,


    :o Marcus

  • Man ruft den zuständigen Revierförster an, macht einen Termin mit ihm aus, und stellt sich vor.
    Kosten tut das gar nichts (zumindest in NRW und NDS nicht), weil Förderung der Bienenhaltung im öffentlichen Interesse liegt.
    Rechte: du darfst mit dem Auto bis zu deinen Bienen fahren.
    Pflichten: nix rumliegen zu lassen, was da nicht hingehört. Wenn es nicht grad am A.. der Erde ist, Schild aufstellen:Achtung - Bienen!, wegen Spaziergängern, und Adreßschild an die Beute. Zu hohen Feiertagen den Förster mit Honig belohnen :wink:


    edit: beim zuständigen Veterinäramt den Stellplatz als "festen" angeben.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,


    noch eine Zusatzinfo: ich würde mich vorher erkundigen, ob andere Imker ihre Bienen schon in der Nähe stehen haben.


    Bei uns ist das mal passiert: da hat ein Imker von öffentlicher Hand grünes Licht bekommen. Auf öffentlichen Grund hatte er dann 15 Völker aufgestellt. Er hatte sicher Recht und der Beamte hatte nichts Böses vor...doch:


    Ein anderer Imker hatte auf seinem Privatgelände nebenan ebenfalls Bienen stehen und war jetzt der Meinung, daß die Tracht halbiert würde.


    Naja, es gab ne Menge böses Blut (inklusive gegenseitiges Königinnenklauen etc :o ). Ich bin der Meinung, daß genug Tracht für alle Bienen da ist. Aber der Neid ist bei manchen Menschen größer als der Verstand.


    Ich stelle meinen Bienen gerne bei Bauernhöfen ab, dessen Besitzer das meist begrüßen. Gleichzeitig hat da immer jemand ein Auge drauf, so daß Vandalismus und Diebstahl schon eher vorgebeugt ist. An öffentlichen Plätzen ist diese Gefahr schon größer.


    Und gegen ein oder zwei Kartons Honig ist die Pacht meist schon bezahlt. Wie hoch die bei öffentlichen Plätzen ist, weiß ich nicht.


    HTH,


    Bernhard Heuvel

  • Hallo,


    bei uns habe ich den Ortsvorsteher gefragt, und der hats sofort mündlich genemigt - basta.
    So passierts in einem kleinen Kaff in Baden-Württemberg.


    Grüße
    abacus

  • Ich habe auf Flächen der Stadt zwei Heidetrachtplätze. In einem Landschaftsschutzgebiet steht mein Korbbienenzaun. Er ist gut ca. 40 m von einem von Touristen begangenen Weg entfernt und gut zu sehen. Somit örtliche Fremdenverkehrswerbung. Der zweite Platz für die Beuten ist nahe der Grenze des Naturschutzparkes etwas versteckter, aber auch von einem Wanderweg zu sehen. Die Genehmigung habe ich von den Damen der Stadtverwaltung, die für Natur und Umwelt, sowie für die Grundstücksverwaltung zuständig sind, erhalten.Kosten sind mir nicht entstanden, jedoch habe ich neue Kundinnen für meinen Heidepresshonig gewonnen, also noch Umsatz erzielt.
    Eine 'Belegstelle' habe ich in der Forst. Vom Förster habe ich sofort bei der ersten Anfrage einen schönen Platz gezeigt bekommen, der einsam und versteckt liegt. Weil er, wie ich vorher von seinen Mitarbeitern erfahren hatte, auch bis 2011 acht Völker hatte und im Frühjahr keines mehr, habe ich ihm einen Ableger angeboten. Leider gab es im letzten Jahr mit der Begattung und Entwicklung der Ableger Schwierigkeiten, so dass ich die Bienen so nicht verschenken mochte und sie erst bei mir auf meinem Hausstand aufgepäppelt habe. Im Herbst kam er wegen der vielen Forstarbeiten nicht dazu, das Volk abzuholen. So habe ich sie noch eingewintert und jetzt in diesem Monat eine stramm gefüllte Zarge an ihn übergeben. Den Platz habe ich beim ihm für die Zukunft sicher.
    Es zeigt sich, wenn man mit den zuständigen Personen redet und Abmachungen zuverlässig einhält, so kommt man auch sicher zum Ziel.


    Wolfgang, der Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Hallo,
    würde gern diesen Thread mal wiederbeleben: Ich habe mich beim Bundesforstamt (weil dieses bei uns eben vor Ort Liegenschaften hat) um einen Ablegerstandplatz bemüht. Jetzt wollen die doch 5 € pro Volk haben, ich könnte den Stand allerdings ganzjährig nutzen. Das macht bei 15 Ablegern (diese Zahl hatte ich als Größenordnung genannt) 75 € + 5 € noch irgendeine Gebühr. Das ist m.E. völlig unangemessen, zumal der Stand keine Massentrachten in Aussicht stellt und bei ganzjähriger Nutzung allenfallls 15-20 kg pro Volk einbringen dürfte.
    Mit welchen Standgebühren muss man denn wirklich rechnen ? Kostenlos wäre ja schön, ein paar Euro auch o.k., aber nicht mehr als 20 davon Oder bin ich da völlig unrealistisch ? Wie gesagt, ich rede hier von 0-8-15 Wald und nicht von Heide o.ä.


    VG
    Stefan

  • Hallo Marcus,


    ich hab einen Platz von den Bayrischen Staatsforsten.
    Einfach per Email an die Staatsforsten schreiben, die leiten das an den zuständigen Revierförster weiter, dieser setzt sich mit dir in Verbindung.
    Bei mir sind ca. 10 Imker im Revier, wobei das Revier extrem groß ist und das beste mein Förster ist selber Imker und hat 20 Völker :daumen:
    Die Bayern wollen für Imker auch keine Pacht.
    Rechte, du darfst mit dem Auto um deine Bienen fahren.
    Pflichten, du musst dich anständig aufführen, langsam fahren, keine Fußgänger bedrängen, keine Wege kaputtmachen, dann ist alles prima.


    Ich mag meinen Platz im Wald sehr, vor allem weil er mir eine schöne Sommertracht beschert.

  • Hallo Marcus,


    ich mag will ja keine schlechte Laune verbreiten zu Ostern... Aber bei mir streiten sich gerade die Stadt und der Vorkaufsberechtigte, wer den Bienenstand denn jetzt genehmigen darf. ;-) Genehmigen wollen sie beide, werden sich aber nicht einig. Ich nehme dann das Angebot mit der geringeren Schmiergeldzahlung an! Hauptsache, Du fragst den richtigen Eigentümer.


    Frohe Ostern


    Peter

  • Die Bayern wollen für Imker auch keine Pacht.


    Max, ob das wirklich im ganzen Bayern so ist! Mein Förster hat mir auch erzählt, dass ich die Bienen gegen Gebühr im Wald stellen kann, aber das will ich sowieso nicht :)
    Und ich bin sogar aktiv beim Naturschutz im dem Wald um mich herum, ich helfe ehrenamtlich mit und verteile auch genug Honig an Förster und Waldarbeiter, aber Gebühren wollen sie trotzdem haben!

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Hallo,
    würde gern diesen Thread mal wiederbeleben: Ich habe mich beim Bundesforstamt (weil dieses bei uns eben vor Ort Liegenschaften hat) um einen Ablegerstandplatz bemüht. Jetzt wollen die doch 5 € pro Volk haben, ich könnte den Stand allerdings ganzjährig nutzen. Das macht bei 15 Ablegern (diese Zahl hatte ich als Größenordnung genannt) 75 € + 5 € noch irgendeine Gebühr. Das ist m.E. völlig unangemessen, zumal der Stand keine Massentrachten in Aussicht stellt und bei ganzjähriger Nutzung allenfallls 15-20 kg pro Volk einbringen dürfte.
    Mit welchen Standgebühren muss man denn wirklich rechnen ? Kostenlos wäre ja schön, ein paar Euro auch o.k., aber nicht mehr als 20 davon Oder bin ich da völlig unrealistisch ? Wie gesagt, ich rede hier von 0-8-15 Wald und nicht von Heide o.ä.


    VG
    Stefan


    Wo, in B oder in DE ?

  • Salsero es gab mal ein PDF auf den Seiten der Bayerischen Staatsforsten wo stand, dass es vorgeschrieben ist, dass Du Deine Bienen dort kostenlos platzieren darfst, solange Du keine Gewinnerzielungsabsichten hast. Ich finde es nur um's Verrecken nicht mehr.


    Ich hab' damals den zuständigen Förster kontaktiert und konnte das auch problemlos machen. Völlig kostenlos, was schön ist, weil die haben einen 10seitigen Vertrag und eine Fahrerlaubnis für mich ausgearbeitet. Auch ich mag meinen Waldstand, weil es dort interessanterweise am Meisten Honig gibt.