Futterteig für EWK / MWK selbst herstellen

  • Hallo Imkerkolleginnen und Imkerkollegen,
    ich wollte in diesem Jahr einen größeren Posten Königinnen auf die Insel schicken bzw. auch Standbegattungen durchführen. Futterteig kann man dafür kaufen (vermutlich die teurere Möglichkeit) oder auch selbst herstellen.


    Wäre nett, wenn ich da mal ein Rezept von Euch erfahren könnte. Ich will es mal versuchen. Schon jetzt vielen Dank dafür.


    Grüße von der stürmischen Ostsee


    Da das Wetter für den Raps in diesem Jahr auf fast ausschließliche Windbestäubung setzt, kommt für die Imker kaum etwas in die Zarge - aber ich hoffe noch auf einige gute Flugtage.

  • Hallo Jochen-W. !


    Bin in diversen Büchern immer über folgendes Rezept gestolpert:


    3 Teile Puderzucker mit 1 Teil flüssigen Honig gut verkneten


    Habe ich mit einer geringen Menge versucht und hat auch gut geklappt, war nur ein wenig klebrig.


    Schönen Guss


    Patrick

  • Hallo Jochen,


    auch ich mach meinen Futterteig aus Puderzucker und Honig. Die genaue Menge weiß ich leider nicht, die von Patto angegebene scheint aber zu stimmen. Ich kauf immer 10 kg Säcke von Metro und dann mach ich mir eine Waschchüssel mit Puderzucker voll und ein Glas Honig in der Mikrowelle flüssig, dann den Honig in eine Mulde im Puderzucker gießen und kneten, bis die Kosnsitenz so ist, das er nicht mehr an den Fingern klebt oder wie vergleichbarer Futterteig.


    Auch wenn es für Berhard Sinn macht, würde ich nicht anfangen Fremdpollen da reinzumischen, da kann man sich schön Faulbrut unnd anderen Scheiß ins Haus holen.


    Viel Spaß bei der Zucht


    8)


    Kannst du mir sagen, wo an der Ostseeküste du wohnst ?

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Hallo Zusammen,
    das von Bernie911 angegebene Mischungsverhältnis entspricht nicht 3 : 1,
    sondern 20 : 1 ! (Puderzucker zu Honig)
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Sehr witzig Lothar,


    ... dannach mach ich das nächste Glas Honig in der Mikrowelle warm und ......


    sind meist 7 Gläser pro Sack.


    Grubi : was solls, ist doch nur Futterteig !


    8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Rezepte für Profis:


    Methode 1: Mischmachine


    man nimmt 25 Kg. Staubzucker - möglichst frisch gemahlen, damit keine Knödel drin sind und gibt den in eine vorher mit einer Lötlampe gut erwärmte Betonmischmaschine.Dazu gibt man dann 7Kg. ebenfalls gut erwärmten (kann schon 50 Grad haben) Blütenhonig - möglichst selbstgeschleudert wegen Faulbrutgefahr. Mischtrommel senkrecht stellen und Honig auf den Zucker schütten. Auf die Mischtrommel Zuckersack binden, damits nichts rausstaubt. Maschine einschalten und in Mischstellung bringen. Solange mischen bis ca 3 cm dicke Knöderl entstehen und bei LAUFENDER Maschine in eine vorbereitete Wanne ausgiessen. Laufende Mischmaschine ist wichtig, sonst kriegtst du ein Problem und kannst das ganze Zeug mit der Spachtel rauskratzen.


    Methode 2: Mörtelkasten ( Spatenmethode)


    Man nimmt eine Mörtelkasten 25 kg. Staubzucker rein und erwärmten Honig schichtenweise mit einem - möglichst gereinigtem Gärtnerspaten vermengen. Das ganze warmstellen - möglichst in die Sonne und immer wieder umstechen - wie beim umgraben. Nach einiger Zeit - oder Tagen entsteht so ein geschmeidiger Zuckerteig.


    Methode 3: Hobbock
    Man nimmt einen Hobbock und gibt da schichtenweise Staubzucker und Honig rein. Stellt diesen Hobbock in einen Wärmeschrank und sticht das ganze mit einem Spaten um, damit der Zucker den Honig aufsaugen kann.


    Methode 4: Bäcker


    Man nimmt Staubzucker und Honig und lässt sich das ganze von einem Bäcker mischen. Der braucht aber schon eine starke Maschine, damit die nicht den Geist aufgibt.


    Methode 5: Hausfrau


    Man nimmt eine normale Haushaltsküchenmaschine - denn die geht sicher drauf und kauft seiner Gattin dann zu Weihnachten eine neu Maschine.


    gutes Gelingen!
    happybee

  • Hallole,
    hier noch eine Rezepterweiterung.
    Damit ds ganze nicht so an den Fingern klebt und man es auch später gut auseinanderbekommt, kann man noch einen Schuss Ol hinzugeben.

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • Öl kannst du in deinen Mercedes geben, aber bitte nicht ins Bienenfutter.


    Die Bienen können nämlich Öl nicht verdauen - wohl aber der Mercedes.


    Und die paar Sandkörner aus der Mischmaschine oder vom Mörtelkasten sind ja biologisch und schaden den Bienen nicht.


    mfg.
    happybee

  • Sali Zäme!


    Hat jemand schon Erfahrung mit Hefefutterteig gemacht? Wäre einfach zu machen, und bleibt anscheinend schön geschmeidig?! Ich fand das Rezept bei google unter Hefefutterteig.


    Mit Gruss Meli...!

    Die Bienenzucht ist die Poesie der Landwirtschaft. [v. Ehrenfels.]

  • Tach zusammen.


    Wie siehts denn mit der Futterteigherstellung mit Staubzucker und Apiinvert aus ( 3 Teile Staubzucker auf einen Teil Apiinvert)?
    Müsste ja eigentlich funzen:lol:.
    Invertin kriegste bei uns in der CH nöd, und der
    Apifondateig iss sauteuer!
    Stellt jemand nach der besagten Rezeptur Futterteig her?
    Ich käme so gerade mal auf nen Herstellungspreis von knapp nem Euro, im Vergleich zu Apifonda von guten zwei Euronen.


    Viele Grüsse und Dank für eure Antworten Melli...!

    Die Bienenzucht ist die Poesie der Landwirtschaft. [v. Ehrenfels.]

  • Mellifera soweit ich in Erinnerung habe wird Apiinvert nicht enzymatisch invertiert sonder mit einem elektrochemischen Verfahren. Deshalb wird kein Invertase im Apiinvert enthalten sein ... so meine Überlegung. Im Honig scheint noch genug Invertase enthalten zu sein, um durch diese aus Puderzucker den Futterteig zu machen.
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hallo
     
    Honigfutterteige sind auf schweizer Belegstellen nicht erlaubt. Wir benützen seit längerer Zeit Hefefutterteig mit guten Erfolgen:
     
    25 kg Staubzucker ohne Entknollungsmittel1'250 gr. Backhefe1,270 Ltr. Wasser, Handwarm vermengen
     
    Die Backhefe wir im handwarmen Wasser aufgelöst. Der Staubzucker kommt in einen Blitz (Metzger vermengen in so einem Teil z. B. Hackfleisch). Das "Hefewasser" wird gleichmässig auf dem Staubzucker verteilt während der Blitz das Ganze durchmischt. Eine Charge ca. 3 min.:wink: