Wo kann ich die besten Dadant-Beuten über www kaufen?

  • Hallo zusammen,


    wer baut die besten Dadant-Beuten und wo kann ich diese über das Internet beziehen?


    Gruß,


    :o Marcus

  • Hallo, Marcus,


    die zwei wichtigsten Hersteller von Dadantbeuten (modifiziertes Maß) sind Roland Weber, Gera und Imkertechnik Wagner, Mudau. Die Qualität ist bei beiden gut. Ich habe von beiden Herstellern Beuten. Hier die wichtigsten Merkmale und die Vor- und Nachteile aus meiner persönlichen Sicht:


    1. Preis: Wagner etwa 10% teurer.


    2. Boden: War früher bei Weber qualitativ solala (frag' mal Michael), ist inzwischen aber wohl deutlich besser. Meine Böden von Weber (schon die verbesserte Baureihe) sind nicht ganz so bullig-massiv wie die von Wagner, aber solide und (prognostisch) langlebig. Weber baut ein Drahtgitter als offenen Boden ein, Wagner ein Alu-Lochblech. Letzteres ist für den Profieinsatz mit vielen Wanderungen wahrscheinlich noch etwas stabiler. Der Nachteil ist m. E., daß die Gemülldiagnose und insbesondere die Einschätzung des natürlichen Varroaabfalls immer ein ungefähres Geeier bleibt, weil mindestens die Hälfte der Viecher nicht durch die Löcher fällt.


    3. Brutraumzarge: Bei Weber gezinkte Holzverbindungen, bei Wagner mit Nut geleimt und verschraubt. Da ist Wagner eindeutig im Plus. Bei großen Feuchtedifferenzen von innen nach außen verziehen sich die Weber-Bruträume eindeutig mehr als die von Wagner, weil die obersten Zinkenverbindungen so nach außen arbeiten, daß sie aufreißen. Das tut der Stabilität der Zarge keinen Abbruch, ist aber insofern störend, als daß sich dadurch zwischen Brut- und Honigzarge mitunter ganz erhebliche Spalten auftun. Gott sei Dank blieben sie bisher unter Bienengröße.


    4. Honigräume: Wagner liefert nur mit dem Bruder Adam'schen Holzrechen, der im Honigraum 10 Dickwaben vorsieht. Weber hat sowohl die Zargen mit Holzrechen als auch solche mit Metallauflageschiene im Programm. Wenn man, wie ich, z. B. zur Verbesserung des Wassergehalts auf normal dicke Waben umstellen möchte, hat man mit Wagner-Zargen und dem zwangsläufigen Holzrechen ein Problem. Qualitativ finde ich die HR-Zargen von beiden Herstellern gleichwertig (die sind bei Weber im Gegensatz zur Brutzarge auch nicht mit Zinken-Eckverbindungen).


    5. Bienenfluchten: Liefert Weber als Extra-Zwischenbrett, bei Wagner wird der Innendeckel auf Wunsch mit entsprechenden (verschließbaren) Öffnungen für die Einsätze versehen. Der Innendeckel wird dann vor der Honigernte kopfüber mit den italienischen Fluchten auf den Brutraum gestellt. Vorteil: Darunter sind ein paar cm Platz, so daß die Bienen sich unter der Flucht nicht so drängeln müssen und zügiger nach unten gehen. Nachteil: während die Flucht drin ist, liegt der Außendeckel auf der offenen Honigzarge drauf, und der ist nicht wirklich bienendicht. Bei der Sommertrachternte krieg' ich dann immer kalte Füße, wenn ich an die mögliche Räuberei denke. Passiert ist mir bisher nichts dergleichen. Bei den Weberschen Fluchten kann man das Drängelproblem durch eine zusätzlich unter die Flucht gesezte Leerhonigzarge lösen. Ist natürlich etwas aufwendiger, funktioniert aber auch.


    6. Innendeckel: Qualität ist identisch, Bauweise auch. Wagner liefert eine Weichfaserplatte als Dämmung dazu.


    7. Außendeckel: Bei Weber verzinkte Blechhaube. Bei Wagner aus Holz auf Wunsch mit aufgeklebtem Blechbelag. Letzteres ist a) handwerklich etwas ästhetischer, b) im Handling etwas schwerer und umständlicher (die Blechhaube kann man eher mal einfach hinter sich schmeißen) und c) im Preis wesentlich teurer. Abstandshalter zur Unterlüftung bei Weber: 4 auf die Ecken des Innendeckels genagelte Pilzköpfe, bei Wagner: 2 Leisten auf der Innenseite des Außendeckels. Geht beides gut.


    8. Absperrgitter: Wagners ist besser, da es den Beespace wie bei Dadant eigentlich üblich, konsequent unten läßt, das heißt, das Gitter schließt nach oben plan mit dem umlaufenden Holzrahmen ab, und es wird weniger angebaut als das Webersche: dort steht der Holzrahmen 3 mm nach oben über.


    9. Adam-Fütterer: Webers ist fertig innen beschichtet und kann sofort benutzt werden. Wagners muß man erst noch abdichten. Webers Fütterer hat den Aufstieg asymmetrisch, also nicht zentral sitzen, so daß er sich besser auch zum Füttern von Ablegern eignet. Wobei Ableger sich noch viel besser mit einer Futtertasche füttern lassen. Und die ist nur bei Wagner im Programm.


    10. Mäusekeil: Eine Leiste mit quadratischem Querschnitt. Man kann sie also in zwei "Einstellungen" ins Flugloch einsetzen. Bei Wagner sind das "auf" (für den Winter) und "zu" mit der Aussparung nach innen gerichtet (zum Transport des Volkes). Bei Weber "auf" und "mini-auf", letzteres ist ein nur 2 cm breites, ganz seitlich gelegenes Flugloch, gedacht für Ableger. Finde ich eine hübsche Idee. Beim Transport muß man das aber zusätzlich zustopfen.


    Es hat also jede ihre Vor- und Nachteile. Ich mache es inzwischen so, daß ich die Brutraumzargen, die Absperrgitter und die Futtertaschen von Wagner kaufe und den Rest bei Weber und mir auf diese Weise meine "Traumbeute" zusammenstelle. Wenn man das nicht will: vernünftige Qualität liefern beide.


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo,


    hier ist noch ein Anbieter von Dadantbeuten übers Internet:


    http://www.imkereibedarf-prenzyna.de


    Über die Qualität weiß ich nichts. Interessant ist, daß sich die angebotenen "Profi-" von den "Hobby"beuten dadurch unterscheiden, daß die Profibeute einen Adamfütterer inklusive hat.


    Schlußfolgerung: Profiimker kann man von Hobbyimkern daran unterscheiden, daß sie ihre Völker füttern...


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo,

    Johannes Haller schrieb:


    3. Brutraumzarge: Bei Weber gezinkte Holzverbindungen, bei Wagner mit Nut geleimt und verschraubt. Da ist Wagner eindeutig im Plus. Bei großen Feuchtedifferenzen von innen nach außen verziehen sich die Weber-Bruträume eindeutig mehr als die von Wagner, weil die obersten Zinkenverbindungen so nach außen arbeiten, daß sie aufreißen.


    Sich verziehendes Holz ist in erster Linie eine Frage der Holzqualität, weniger der Verbindung.
    Meine Seber&Lang-Zargen (Nut-Feder, geschraubt) reißen auseinander, die IMO-Zargen (halbverdeckt gezinkt) sind tadellos - also das genaue Gegenteil Deiner Beobachtung. Man sieht, welcher Herstreller besseres Holz verwendete.


    Grüße, Thomas

  • Also ich hab auch gerade die Erfahrung gemacht, dass die Seber&Langbeuten trotz wasserfester Verleimung und Verschraubung mit 5x50er Schrauben auseinander gehen. Wenn ich das richtig sehe, habe ich da auch ganze Bretter bekommen, die jetzt wie ein Flitzebogen aussehen.


    Die Zargen, die ich heute von Massivholz-Tischler bekommen habe, sehen tip-top aus! :D Ich hoffe, dass das nachdem sie der Feuchtigkeit ausgesetz waren auch noch sind. Habe aber grosse Hoffnung, weil die sind aus mehrfach verleimten Brettern!
    Der Preis ist absolut o.k., die Versandkosten werden beim Bestellen nicht mit angegeben, aber das sollte sich demnächst doch sicher korrigieren lassen. Die Lieferzeit ist auch in Ordnung. Ein wenig mehr Informationen, welcher Status der Bestellung erreicht ist (Zahlung eingegangen, Ware verschickt usw.) könnte noch eerfolgen, aber insgesamt scheint das eine dankbare Bezugsquelle zu werden. 8)


    Ich werde berichten.


    Gruß
    Ralph

  • hallo
    die beuten vom wasinger sind gut, einziger nach
    teil, evtl. lange lieferzeiten.
    mit denen vom wagner bin ich ebenfalls zufrieden, die vom weber zerlegts mir relativ schnell, aber dafür sind seine rähmchen gut


    gruss
    wolfgang

  • Hallo,


    von Wasinger war ich anfang begeistert - eine saubere Arbeit, sogar alle Kanten gefast.
    Aber mit dem Holz muß er zumindest bei meiner Lieferung danebengegriffen haben: Knapp die Hälfte aller Zargen ist gerissen, obwohl sie im Schuppen standen, also noch nicht einmal Sonne abbekamen. Teils sind die Leimfugen auseinandergegangen (schlechte Verleimung), teils riß das Holz (entweder nicht ausreichend getrocknet oder Fladerschnitt).


    Grüße, Thomas

  • Hallo Johannes,


    in 2006 hast du hier sehr detailiert einen sehr sachlichen Vergleich der Dadant-Deuten von Weber und Wagner hier geschrieben. Jetzt möchte ich mir gerne solche Beuten zulegen. Seit 2003 sind 7 Jahre vergangen. Kannst du mir sagen, ob sich in dieser Zeit etwas bei den Lieferanten geändert hat oder ob du den Vergleich heute immer noch so stehen lassen kannst?


    Viele Grüße
    Michael aus Hildesheim

  • Hm - ok verstehe ein direkter Vergleich der Preise ist nicht erwünscht - tut mir leid kommt nicht mehr vor - bin was Foren angeht noch nicht sooo versiert.


    was mich aber von den Profis schon interessieren würde, ob es denn einen aktuellen Vergleich der Dadant 12er Beuten von Wagner oder Weber gibt.


    Oder ob es immer noch eine aktuelle Empfehlung gibt, die beiden Hersteller zu kombinieren.


    Ich würde gerne zu meinem Start 2014 2-4 Dadantbeuten kaufen und hier einfach mal das von der Allgemeinheit als optimal empfundene anschaffen (dass ich zusätzlich meine eigene Erfahrungen machen muss ist auch klar)


    die Beuten würden erstmal im Garten stehen und müssten keine Wanderungen "ertragen"


    Gruß
    Janos

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Hi,
    macht doch selbst so einen Vergleich. Ich habe nur Weberbeuten und habe dafür eigentlich nur Lob über außer eins: Die Griffmulden sind zu klein. Ich habe da noch Leisten drüber gemacht damit die besser greifbar sind.
    Blechdach fand ich erst blöd aber ein Holzdach ist nicht so robust. Ich würde einfach mal von den letzten Jahren behaupten: Sofern sich bei Wagner nix gändert hat dann kann man da ruhig zugreifen.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Eine Kombination der beiden Hersteller dürfte nicht gehen. Beim normalen Zandermaß weichen die Außenmaße voneinander ab, sodass die Zargen von dem einen nicht auf die Böden vom anderen passen. Sie schließen nicht bündig ab. Qualität bei Wagner: also bei den Rähmchen ist es meiner Meinung nach schlechter geworden.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi