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IMKER BRAUCHEN IHRE HILFE
Liebe Freunde des Honigs,
in den Medien der vergangenen Wochen wurde über das Bienensterben in Baden und in Bayern berichtet. 12.000 Bienenvölker (etwa 330 bis 500 Millionen Einzelbienen!) sind auf jämmerlichste Weise an dem Nervengift Clothianidin gestorben.
Doch nicht nur Honigbienen sind betroffen, sondern alle Insekten, Fische und Vögel, kurz unsere Um- und Mitwelt. Letztendlich landet Clothianidin auch auf ihren Teller und in ihrem Trinkwasser.
Kurzfristig wurde vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Zulassung für Clothianidin stillgelegt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz ist eine Behörde, die den Verbraucher schützt und für die Sicherheit ihrer Lebensmittel sorgt. Durch die Stilllegung der Zulassung von Clothianidin ist die Einrichtung sogar ihrer Tätigkeit nachgekommen.
Am 26. Juni 2008, kaum einen Monat später, droht die erneute Zulassung von Clothianidin oder ist bereits wieder erfolgt. Mangelndes Interesse der Öffentlichkeit? Der Verbraucher?
Laut eigenen Angaben des BVL ist Clothianidin umweltgefährdend und gesundheitsschädlich.
Die Kennzeichnung nach Gefahrenstoffverordnung:
R 50/53: Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben.
R 22 : Gesundheitsschädlich beim Verschlucken
S 2 : Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen
S 13 : Von Nahrungsmitteln, Getränken und Futtermitteln fernhalten
S 24 : Berührung mit der Haut vermeiden
S 35: Abfälle und Behälter müssen in gesicherter Weise beseitigt werden
S 46 : Bei Verschlucken sofort ärztlichen Rat einholen und Verpackung oder Etikett vorzeigen
S 57 : Zur Vermeidung einer Kontamination der Umwelt geeigneten Behälter verwenden
Zur Vermeidung von Risiken für Mensch und Umwelt ist die Gebrauchsanleitung einzuhalten.
Aus:
https://portal.bvl.bund.de/psm/jsp/D...ennr=005495-00
Die folgenden Bilder zeigen, wie ernst diese
Kennzeichnung genommen wird.
(Es könnte ihr Kind sein)
Fakt ist, dass Clothianidin ein Nervengift ist und sich nicht schnell abbaut. Damit reichert es sich in der Umwelt an. Clothianidin ist damit Ursache für zukünftige schleichende und akute Vergiftungen von Milliarden von Tieren. Darunter vor allem Insekten wie Schmetterlinge, Bienen und Hummeln. Das sind die Insekten, die Ihnen das Essen auf den Teller bringen, denn die Landwirtschaft ist, direkt oder indirekt (durch Tierfuttererzeugung), fast vollständig von der Bestäubungsleistung dieser Insekten abhängig.
Nicht nur spielende Kinder können mit Clothianidin in Kontakt kommen. Clothianidin gehört zu einer neuen Generation von Insektiziden, den Neonicotinoiden. Die Neonicotinoide gehören mittlerweile zu den am häufigsten nachgewiesenen Pestiziden in Lebensmittel aus Nachtschattengewächsen (Kartoffeln, Tomaten).
Es ist also damit zu rechnen, dass die gesundheitsgefährdende Wirkung dieser Stoffe schleichend oder akut auch beim Menschen zum Tragen kommt. Mit einer Anreicherung in der Umwelt ist zu rechnen, vergleichbar mit der weltweiten Verteilung von DDT. DDT ist genau wie Clothianidin ein Kontakt- und Fraßgift. DDT findet sich im Blut eines jeden Menschen und Tieres dieser Welt – Säuglinge bekommen ihre tägliche Dosis DDT über die Muttermilch.
Mit der erneuten Zulassung hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gegen die Interessen der Verbraucher gehandelt. Denn es werden nicht nur die Bestäuber in Massen getötet, sondern auch Bodenlebewesen, Mikro-Organismen, Vögel, Insekten und Wasserlebewesen. Mit der Neuzulassung droht uns die Anreicherung von Neonicotinoiden wie Clothianidin im Blut. Als wenn DDT nicht reichen würde, um unsere Gesundheit zu gefährden. In der Zwischenzeit sind vier vormals stillgelegte Zulassungen für Insektizide vom BVL wieder erneuert worden.
Es ist bekannt, dass Clothianidin in der Vergangenheit bereits in Italien ein Massensterben an Bienenvölkern verursacht hat (inklusive des stillen Todes der wilden Insekten).
Würden Sie solche Stoffe zulassen, wenn Ihnen das bekannt wäre?
Helfen Sie uns Imkern, sich mit demokratischen Mitteln gegen die Zulassung von Neonicotinoiden und damit gegen unsere Vergiftung zu wehren! Die Demokratie lebt von der Beteiligung des Volkes – und dazu gehört jeder Einzelne von uns. Es geht um die Gesundheit der Umwelt und damit um unsere eigene. Es geht um den Verbraucherschutz und um die Lebensmittelsicherheit.
Deswegen demonstrieren wir am Freitag, den 18. Juli 2008 um 10:00 Uhr vor dem Gebäude des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Wir demonstrieren für unsere Bienen, unsere Umwelt und ihre Gesundheit.
Helfen Sie uns! Wir brauchen Sie.
Datum: Freitag, den 18. Juli 2008
Uhrzeit: 10:00 Uhr
Adresse: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Bundesallee 50
Gebäude 247
38116 Braunschweig
Fragen beantwortet Ihnen ihr Imker vor Ort, der Ihnen diese Handreichung gegeben hat.