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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Honig und Zuckerkrankheit



Guido
19.05.2003, 20:26
Hallo zusammen
Wie ist eigentlich das Verhalten von Zuckerkranken zu Honig? Müssen da Mengen oder Sorten berücksichtigt werden?
Gruß Guido

19.05.2003, 21:34
Da gibt es keine allgemein gültige Aussage. Ich habe unter meinen Kunden auch einige Diabetiker. Diese sind in der Lage, ihr Insulin selber zu bemessen und zu spritzen und wissen damit umzugehen. "Diabetikerhonig" gibt es nun wirklich nicht. Honig ist so gesehen reiner Zucker, ob das nun Trauben-, Frucht- oder Malzzucker sind, spielt da nur eine geringe Rolle.

Es hängt davon ab, welcher Diabetes-Typ vorliegt und wie schwer die Erkrankung ist. Das sind aber Fragen, die der Kunde zuerst mit seinem Arzt klären muß, ob er gelegentlich mal ein Honigbrötchen essen darf oder total verzichten muß.

Als Imker können wir da keine medizinische Auskunft geben.

Mit imkerlichen Grüßen

Klaus Maresch

biene.at
20.05.2003, 22:25
hallo allerseits!
Es ist nicht egal welchen Honig man ißt -
wenn ein Diabetiker Honig ißt, so sollte man einen Honig mit hohem Fruchtzuckeranteil bevorzugen. Für die Verdauung von Fruchtzucker ist kein Insulin notwendig - im Gegensatz zu allen anderen Zuckerarten. Honig ist dadurch gesünder - er schont somit auch die Bauchspeicheldrüse und beugt dadurch Altersdiabetis vor.
mfg
Leonhard

Baerchenbruder
12.06.2007, 17:27
Mal wieder ein altes Thema vorkrame.
Bin die Tage von nem Kunden angesprochen worden, dessen Frau Diabetikerin ist und Honig von mir wollte. Kann mir jemand sagen welcher Honig denn Ok ist?
Habe momentan Raps und nächste Woche frische Mischhonig. Nur weiß ich nicht ob das alles so gut für die junge Dame ist, nicht das ich nachher noch Schuld bin, wenn was ist.
Gruß

Jacques
12.06.2007, 19:05
Als Imker können wir da keine medizinische Auskunft geben.


Dem möchte ich mich voll anschließen.

Von mir: Fragen Sie Ihren Arzt und nicht den Imker.

Jacques
12.06.2007, 19:42
Hallo,
wenn mich irgendetwas hier im Forum aufregt, dann sind es die „medizinischen Ratschläge und Kommentare“. Sei es zu Diabetes, Bienengiftallergien, Schwangerschaften usw.

Remstalimker
12.06.2007, 20:41
Hallo,
nur in Afrika, in Deutschland und in der Schweiz Kanton Appenzell Innerroden gibt es Medizinmänner. In Deutschland übernimmt zunehmend die Imkerschaft auch diesen Job.

Mein Freund, ein Arzt sagt immer: "Wer heilt hat recht!"

Ich sage: "Wer befugt Menschen umbringt, der darf das. Wer das unbefugt macht wird gestraft."

Der Sohn eines Heilpraktikers sagte mir, dass sein Vater einen unheilbaren Krebskranken geheilt hätte. Leider wäre er an einer Lungenentzündung gestorben.

Gruß
Remstalimker

knaecke1959
13.06.2007, 11:10
au au au,

ich nicht wuderheiler!
Aber die Frage kenn ich, nach dem Honig und den Zuckerkranken, aus eigenem Markttreiben.
Eine Kundin hat unter ärztl. Beobachtg einen Selbstversuch unternommen.
Jetzt werden einige schreien:" das ist Selbstmord mit 2 Pistolen!!!"
EGAL sie hat´s gewagt! ERGEBNISSE:
- Dünner Honig (viel Fruchtzucker) in kleinen Mengen hat den Ins.Spigel / Zuckersp. nur unwesentlich beeinflusst, Raps sehr deutlich!!!
- Sie kauft weiter Honig (meinen) der Robi / Linde und nimmt kleine Mengen.
Frage: Soll man sich jedes Bissel Lebensqualität versauen lassen, oder darf etwas Genuss sein? Honig hat nicht nur Zucker! Der Rest der Inhaltsstoffe hat positive Wirkung auf den Körper und kann die negative Wirkung durchaus überwiegen.

Schlussfolgerung: Was bei einem klappt, muss nicht allgemeingültig sein!
Wer nicht bereit ist ein kleines (kalkulierbares) Risiko einzugehen kann nichts falsch machen- gut - aber auch keinen Zugewinn erhalten- schlecht. Manchmal ist etwas mehr Lebensqualität Stärkung der inneren positiven Kräfte. (Glaube versetzt Berge)
Knäcke

hochtr
13.06.2007, 11:50
@Jacques

die Zauberlehrlinge in Weiß sollte man nicht so einfach vertrauen. Es gibt wenige Gute und eine Menge die am Pharmatrog hängen.
Ich kann nur jeden empfehlen die Bücher von Dr. Johann Georg Schnitzer zu lesen spez. das Diabetesbuch ( www.dr-schnitzer.de ).

Gruß Horst

radiolaria
14.06.2007, 19:53
Mal was Lustiges nebenbei.

Weil viele alte Menschen etwas unter Alterszucker leiden, gebe ich diesen lieber den Sommer- als den Frühjahrshonig (wegen des Fruchtzuckergehaltes)

Als mich meine alte Nachbarin fragte, welcher Honig besser sei, konterte ich mit der Frage, ob sie Diabetikerin sei.
Die guckte mich nur erstaunt an und sagte: " Nein, ich komme aus Daun."
:lol:

Gartenimker
14.06.2007, 21:32
Oh,Oh...hier wird viel spekuliert und pauschalisiert: Honig ist gesund, Ärzte dubios,hochnäsig dumm und sowieso alle von der Pharmaindustrie abhängig.
Fachwissen hat hier keiner und ich kann hier nur vor solch dummem Zeug warnen. Das ist Stammtischprolemik !!
Wenn einer sagt, ich bin kein Spezialist für Diabetes, sprechen sie das doch mit ihrem Hausarzt ab, ist das absolut richtig. Das wurde so ja auch schon im Beitrag geschrieben.
Wann soll aber dieses unsinnige Geschwätz ?
Diabetes ist eine Zuckerverwertungsstörung, bei der es mehrere Ursachen und Formen gibt. Neben der diätetischen Einstellung und entsprechen körperlicher Arbeit werden Tabletten und Insulin eingesetzt. Der Patient hat zum Essen eine gewisse Menge Broteinheiten frei, die auf seinen Lebensstil abgestimmt wurde.
Diese Broteinheiten sind mit purem Zucker schon in geringen Mengen flott weg. Er muss dann an anderem Essen einsparen.
Wenn er dazu bereit, nennt sich das evtl. Lebensqualität.
Ein zweiter Nachteil von Zucker ist die rasche Blutverfügbarkeit, heisst: geht so schnell ins Blut über, dass eine Blutzuckerspitze entsteht. Beim Gesunden ist das kein Problem, da er körpereigenes Insulin ausschüttet und gegensteuert, beim Diabetiker geht das nicht.
Es ist richtig, das fruchtzuckerreiche Honige diabetikergeeigneter sind, Honig enthält aber letzlich Zucker.
Die Frage ist ähnlich, ob es eine Diätbuttercremetorte für Übergewichtige gibt.
---Ich zweifle im Übrigen nicht an positiven Eigenschaften des Honigs !!---

Toddy
14.06.2007, 21:39
Hallo,
ich bin selber Diabetiker und ich esse Morgens 1 Brötchen mit Honig was meinen Blutzuckerspiegel nicht wesentlich in die Höhe steigen lässt. Normalerweise kann jeder vernünftig eingestellter Diabetiker abschätzen wieviel Zucker bzw. Kohlenhydrate er zu sich nehmen kann, und dieses in seinen diätplan mit einbeziehen. Aber jeder mensch ist anders deshalb sollte man vorsichtig sein und in maßen ist es ok.
gruß
Toddy

Gartenimker
14.06.2007, 21:59
Klar, ein vernunftiger, erfahrener Diabetiker kennt "seinen" Diabetes und weiss auch damit umzugehen.
Das sind aber sicher nicht die, die den Imker nach dem "Diabetikerhonig" fragen.

Jacques
14.06.2007, 23:05
Das ist Stammtischprolemik !!

Ich will hier nicht polemisch werden.
Aber hieß das Imkerforum nicht schon mal Stammtisch?

hochtr
15.06.2007, 06:12
Man müßte schon weiter ausholen, wo wirklich die Probleme unseres Gesundheitssystems sind. Hab auch nicht gesagt, dass alle pharmaindustriehörig sind.
Aber z.B Diabetes 2 bzw. Alterszucker:
Eigentlich sollte man dem Patient sagen, daß er seine Kost umstellen soll und es geht nicht wirklich um Broteinheiten sondern z.B welches Brot man vertilgt.
Und da sollte man sich ruhig eine eigene Getreidemühle kaufen und das frisch gemahlene Vollkornmehl selbst verbacken. Was derzeit von den Großbäckereien angeboten wird ist schon ein Frevel und hat nichts mehr mit gesunder Ernährung zu tun.
Honig ist eine komplizierte Mischung mit vielen Enzymen und kann nicht so einfach mit normalen Industriezucker als Nahrungsmittel verglichen werden.
Ein Vorteil hat Honig auch noch: es wird normalerweise nicht gepantscht - so wie in die Bienen einlagern, so wird auch von uns genossen.
Da sollte sich der Diabetiker eher gedanken machen um die darunterliegende Semmel und das Supergesund-abgetötete-jauchengrubebazillus-jogurt mit 3 Wochenzurückgarantie.
Wenn wirklich wer eine Alternative zu unseren derzeitigen System sucht, der sollte sich die Bücher von Dr. Schnitzer und Dr. Brucker reinziehen und das hat nichts mit Stammtischprolemik zu tun.
http://www.dr-schnitzer.de bzw. http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Otto_Bruker


Gruß Horst

Gartenimker
15.06.2007, 16:09
Schön, wenn man sein Brot selber macht und um die Reinheit der Zutaten weiss, aber dem Diabetiker ist nicht damit geholfen. Sein Problem ist, dass sein Blutzucker zu hoch ist, egal welches Brot er isst. Die Einheit "Broteinheit" hat direkt mit Brot nichts mehr zu tun und ist eine Umrechnungseinheit für Kohlehydrate.
Da ist es dann egal wieviel Schadstoffbelastung drin ist.
Sicher die Ernährung ist die Basis der Therapie. Damit kommen aber viele nicht hin. Alternative Medizin a la Brucker mag zur Besinnung auf die Werte unserer Medizin dienen, ich möchte aber den sehen, der seine Blinddarmentzündung homöopatisch und seinen Tumor beim Heilpraktiker behandeln lässt.
Honig ist kein Industriezucker, das ist jedem klar. Ich kann den Zuckeranteil aber dem Diabetiker nicht als "gesund" verkaufen !!
Und noch was: Die Brucker-Klinik ist bei mir in der Nähe. War früher eine "der" Frischzellenkliniken Deutschlands, nur zahlende Privatpatienten. Frischzellen gibt es nicht mehr, aber es gibt da immer Alternativen. Fragen(und bezahlen) sie den Medizin-Guru ihres Vertrauens und glauben sie an ihn. Menschen brauchen manchmal Leitbilder und eine feste Überzeugung.
Es gibt keine wirkliche Alternative zu unserer Schulmedizin.
Wie steht es denn um die Verbreitung der Alternativmedizin in der dritten Welt ? Homöopathische Verdünnungen sind viel billiger als diese "giftigen" chemischen Präparate. Entwicklungshilfe ?

Lothar
17.06.2007, 07:38
Hallo Zusammen,
schon mal aufgefallen?
Hat ER Diabetes, kauft SIE weiterhin Honig.
Hat SIE Diabetes, muss ER auch auf Honig verzichten.
Viele Grüße
Lothar

Johannes
17.06.2007, 08:17
Ich kann Elke nur zustimmen: Selbst Robinien- ("""Diabetiker-""") Honig enthält ja als zweitgrößten Bestandteil Glucose, die ins Blut geht wie nix.

Jedem Diabetiker sei im Sinne seiner Gesundheit dringendst ans Herz gelegt, sich bei der Honigfrage von einem Diabetologen und nicht von seinem Imker beraten zu lassen. Wenn mein Auto Öl verliert und heiß läuft, frage ich auch nicht meinen Bäcker um Rat.

hochtr
17.06.2007, 09:12
Guten Morgen,

man geht zum Fachmann (z.B Zahnarzt) läßt sich 12 Quecksilberbomben reinmachen, damit man nach 15 Jahren ein Sanierungsfall ist.

Ich hab leider das Vertrauen verloren....

Natürlich kann man einen Diabetiker nicht empfehlen große Mengen Honig zu verzehren.
Der Körper braucht eine Menge "Begleitstoffe, Enzyme..." um die Kohlenhydrate bzw. verschiedenen Zuckerarten zu verarbeiten. Normalerweise hat hier die Natur sehr gut vorgesorgt z.B das Getreidekorn besteht nicht nur aus Stärke alleine sondern da gibt es viele andere Vitalstoffe dazu (Vitamin B.., Öle). Es sind auch noch nicht alle erforscht.
Wenn man den neuesten Studien trauen kann, ist es beim Honig ähnlich.

Ich glaub die Wissenschaft macht es sich hier zu einfach, wenn man hier gewisse Bestandteile herausisoliert und sagt: dies und jenes macht Probleme. Die "Wirklichkeit" ist etwas komplexer - wäre mal interessant gewisse Stoffwechselvorgänge mittels Computer zu simulieren.

Lt. Dr. Schnitzer kann man Diabetes sehr gut heilen ( Umstellung der Ernährung, ...).

Bin auch überzeugt, dass man im Endeffekt selbst für seine Gesundheit verantwortlich ist und der Arzt eher eine beratende Funktion hat.

Will die derzeitige Schulmedizin auch nicht verdammen - gibt genug Erfolge. Aber bei manchen Sachen sollten sich auch die Mediziner überlegen ob Sie am richtigen Weg sind (vielleicht auch mit anderen Alternativen auseinander setzen).

Hab da mittlerweile meine eigene Philosophie:
Alles ist im Gleichgewicht - gibt es große Ungleichgewichte, dann wird sich bald eine Gegenreaktion/Anpassung (nicht immer positiv) einstellen.


Gruß Horst

Eisvogel
17.06.2007, 11:14
Hallo,
es steht selbstverständlich jedem frei für sich zu entscheiden ob, wie und mit was er sich ernährt; auch bei Diabetis. Aber ich kann nur jedem Imker raten die Finger von Empfehlungen zum Thema Honig und Diabetis zu lassen. Das ist nicht nur gefährlich für den der Imker "berät" sonder kann durchaus sehr gefährlich werden für den der "beraten" wurde. Honig ist ein naturbelassenes Lebensmittel nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Gruß und einen schönen Sonntag
allen ImkerInnen

Remstalimker
26.06.2007, 09:20
Hallo Eisvogel,
es tut weh einem Badener Recht zu geben, aber wo du Recht hast - hast du Recht. In meinem Verein würdest du aber gewaltig Prügel beziehen. Hier schwimmt ein Teil gerade auf der Apitherapie.

Nix für ungut

Herbert (Remstalimker)

Gartenimker
26.06.2007, 15:46
Ich denke, die Grundlagen dürften jedem klar sein. Es ist hier alles gesagt, und das eigentlich einvernehmlich.
Wenn jemand meint, er braucht keine Blutdruckmedikamente oder kein Asthmaspray, gut. Sich die Gesundheit ruinieren, eigene Freiheit! Meinetwegen kann er sich auch die Zähne mit Pattex kleben oder Edelstahlschrauben reindrehen nur um kein schlimmes Amalgam zu bekommen.
Seid euch doch mal bewusst, in welcher Zeit wir leben. Nie war die medizinische Versorgung besser. Früher war alles besser, nicht so viel Chemie und alles natürlich ? Pustekuchen !! Kindersterblichkeit hoch, Lebenserwartung niedrig ! Und was hat man vor 200 Jahren mit den Zähnen gemacht ? Der Zahnreisser oder Barbier hat eine Vorstellung auf dem Marktplatz gegeben, ohne ungesunde Betäubung, alles ganz natürlich. Antibiotika hinterher ? Nix da, der Kiefer vereitert und meist übersteht man das, manche sterben auch dran, wie heute noch in der dritten Welt.

Warum sind wir nicht froh, dass es es uns diesbezüglich gut geht ?
Warum dieser Rückschritt ?

Drobi
05.08.2007, 14:24
Hallo an alle,

habe heute die Frage nach Diathonig gestellt bekommen. Nach dem Lesen aller Beiträge, kann ich aus dem Extrakt der Beiträge, die richtige Antwort geben. Danke an alle die mitgewirkt haben.

mfG Drobi