Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was ist eigentlich eine Carnica Troisek
Thomas.Reimelt
16.05.2003, 10:39
Hallo,
ich habe jetzt schon mehrfach anzeigen gesehen in denen Carnica Troisek Königinnen verkauft werden sollen. Bisher kenne ich nur die Rasse Carnica. Was bedeutet das Troisek?
Gruß
Thomas
Das bezieht sich auf eine bestimmte Zuchtlinie. Früher und auch teilweise heute noch gab es bestimmte Carnicazüchter, deren Namen oder Belegstellen dadurch der Nachwelt erhalten werden. Dazu gehören Sklenar, Troiseck oder Peschetz. Für den Hobbyimker ist das ohne praktische Bedeutung.
Michael2
04.07.2003, 01:28
Hallo ihr beiden,
manche Imker denken heute sie hätten oder haben Sklenar, Troiseck oder Peschetz
diese Lienen gibt es schon Jahre nicht mehr, auch wenn das Urmaterial diese Lienen waren.
Wenn man sich mit Zucht aus kennt und Vererbung merkt man schnell das es nicht mehr die Lienen geben kann. In der 10 Nachzuchtgeneration nur noch ½ 10= 1/1024 und in der 20 Nachzuchtgeneration nur noch ½ 20= 1/1.048.576 ist noch von dem Mütterlichen Erbgut vorhanden.
Zwar kann man nachweisen dass es um so einen handelt aber das eigentliche Material gibt nicht mehr.
Wer dann Königinnen von solchen Stämmen verkauft hat im eigentlichen Sinne die Stämme nicht mehr, und die Bezeichnung darf nicht mehr angeben weil es ja nicht mehr um diese Stämme handelt. :D
Gruß Michael
Martin Hardt
04.07.2003, 07:57
Hallo Michael 12,
was ist denn mit den Linien-Reinzüchter, welche seit Jahren
nur darauf bedacht sind, diese Linien zu züchten ?
Dann dürften z.B. auch die Inselbelegstellen und künstl. Besamung
keinen Zweck haben ??
M.E. kann ein Reinzüchter auch die Königinnen an der jeweiligen
Form des Hinterleibs erkennen !
Viele Grüße aus dem Westerwald - Martin
Michael2
04.07.2003, 13:14
Hallo Martin,
die Züchter ziehen von vielen Generationen dieser Lienen nach, wo man aber nicht mir über solche Stämme reden soll weil es ja nicht mehr um dieses Material handelt.
Es werden neue Kombinationen von guten Völkern zusammengesetzt und nicht diese Lienen.
Von Inselbelegstellen halte ich so gut wie gar nichts weil das Drohnenmaterial was da aufgestellt ist nicht sauber genug ist und Melliferaeinschlag hat, was ja nicht mit dem Messverfahren von (DIB) nicht herausfinden kann. Um das aus zu sondern muss man nach Walter Kurber vermessen, mit diesen Verfahren kann man Carnica und Mellifera und Mischlinge unterscheiden was mit dem anderen nicht möglich ist.
Von meinen Imkerfreund der einen Inselkönigin hat, habe diese vermessen und sie lang etwas zu tief. Wenn man das Volk öffnet merkt man schnell dass da was nicht stimmt die Bienen laufen sehr schnell auf den Rand der Wabe. Etwas nervös sind die Damen auch.
Honig hat das Volk eigentlich ganz gut gebracht. Man soll von Völkern unter Klasse 22 nicht nach ziehen, weil da der Vertrauensbereicht der Mellifera anfängt.
Um in der Carnicazucht auf einen grünen Zweig zu kommen sollte man nach Kruber den Handelindex (Cubitalindex) vermessen, aber nicht das Verfahren vom (DIB), dieses Verfahren sagt nichts über die Rassenreinheit aus.
Um dir das noch genau zu erklären, schreibe ich hier gern noch auf.
Das erste Verfahren was Götze entwickelt hat sag nichts über die Rassenreinheit aus. Die Flügelproben die Götze vermessen hat waren aus der Region wo die Carnica noch rein und sauber war, also kein fremder Rasseneinschlag ,nur kann man das Verfahren heute nicht mehr anwenden weil es die Carnica nicht mehr in so einer rein Forum wie vor dem Krieg gibt. :D
Das ganze hängt auch mit dem Besamen von Königinnen zusammen, wenn man eine Königin einfach mit Drohnen besamt die am Flugloch rum turnen brach man auch nicht zu besamen, ob die Drohnen sauber sind sieht man nur wenn man diese auch vermessen tut.
Eine Königin zu besamen ist viel arbeit, aber wenn man diese dann einfach mit örgend welchen Drohnen besamt kann man sich die arbeit auch sparen.
Um das nach dem Verfahren zu machen muss der Drohnenspender sauber sein.
Die Königin, Arbeitsbienen und die Drohnen müssen vermessen werden.
Um saubere Drohnen zu erhalten sollen die über Absperrgitter schlüpften und gehalten werden und je nach Alter mit einer Farbe gezeichnet werden z.B. mit einem Lackstift, um das Alter der Drohnen zu wissen, und genug geschlechtsreife Drohnen zu habe. Dann muss jeder Drohn der zum besamen verwendet auch vermessen werden.
Aber man kann noch einen Schritt weiter gehen und eine Königin mit nur einen Drohn zu besamen, diese lebt zwar nicht sehr lange aber diese soll ja nur für weiter Zucht ihren Beitrag leisten. :D
Z.B. kann man mit daraus gute Gattenvölker für die Belegstelle erhalten oder für eine andere Verwendung finden.
Gruß Michael
Reiner Schwarz
04.07.2003, 15:27
Hallo Michael,
du weisst ja sicher, dass ich von der anderen Fakultät komme. Bei deinen Ausführungen beschleicht mich aber einmal mehr die Ansicht, die Carnicazüchter sich unnötig Arbeit machen. Wenn die Inselkönigin deines Freundes wenig wabenstet ist mag das ja auch an einer unpassenden Anpaarung gelegen haben. Das weiss man ja vorher nicht. Ob tatsächlich ein Mellifera-Einfluss die Ursache ist .... ? Ich habe schon Melliferavölker gesehen, die wie festgenagelt auf den Waben blieben, aber definitiv im "Rassestandard" lagen.
Machten denn nicht die Eigenschaften eine Rasse aus? Bei anderen Rassen ist eine Unterscheidung oft nur anhand des Verhaltens merkbar. Sicher wäre da die von dir erwähnte Könign auch durchgefallen. Ergo hätte man sich das Vermessen von Dutzenden Flügeln sparen können.Frage an Carnicazüchter: Wäre es nicht sinnvoller ein "Eigenschatftsmuster Carnica" zu erstellen, in dem die Körpermerkmale einen Teil ausmachen, als eine ZRL zu kreiren, die nur im Ansatz auf Wesensmerkmale eingeht. Der Anstoss zur Einführung der Carnica war ja auch nicht ihr Aussehen, sondern die Eigenschaften Sanftmut, Krankheitsfestigkeit und Honigleistung.
Die Carnica-Troiseck stammte übrigens vom Züchter Wrisnig und zeichnete sich durch guten Honigertrag bei mittelstarken Völkern aus. Sie war/ist vor allem im Gebirge beliebt.
Martin Hardt
04.07.2003, 17:06
Hallo Michael 12,
ich weiß wie ein Hund sein muß denn ich bin Körmeister und
köre etliche Völker im Jahr - wobei auch etliche nicht gekört werden
können, da der Cubitalindex nicht stimmt oder die Völker bei anderen
Faktoren aus der Reihe tanzen.
Glaube mir daß z.B. bei der Nordd.Peschetz-Zucht schon seit Jahren
auf strenge Abstammung geachtet wird und die Zuchtvölker nur
über die Insel Sylt laufen.
Wenn ich künstl. besame, es stimmt- es ist ein großer Aufwand,
muß ganz konzentriert auch mit Absperrgittern gearbeitet werden
um kein Fremdmaterial zu bekommen.
Seit 15 Jahren betreibe ich nur Zucht und weiß von was ich reden kann.
Viele Grüße aus dem Westerwald - Martin
Hallo Reiner,
schön, diesen Beitrag von dir zu lesen.
Wie Du weißt, züchte auch ich die Carnica, und ob du es glaubst oder nicht, mir ist es ziemlich wurscht, welchen Cubitalindex eine "echte" Carnica nun haben soll oder nicht.
Die Standards, die du erwähntest, gibt es in Form der Zuchtwertschätzung schon lange. Ist allerdings etwas komplizierter und arbeitsintensiver als das Züchten nach Aussehen.
Auf meinem Stand werden pro Jahr 12-15 Geschwisterköniginnen unter gleichen Bedingungen gegeneinander geprüft.Und zwar primär unter der Prämisse:
-Sanftmut
-Schwarmneigung
-Honigleistung
-Wabensitz
-Varroatoleranzfaktoren
Dabei gibt es nur einen Sieger, von dem im nächsten Jahr über die Inseln nachgezogen wird.
Zusätzlich, und das ist eigentlich zweit-oder drittrangig, lasse ich das beste Volk einer Merkmalsuntersuchung unterziehen, um sicher zu gehen, mich in der "Carnica-Familie" zu bewegen. es ist mir auch schon passiert, daß ich lt. Cubitalindex in die Mellifera-Richtung geraten bin, dies hat mich aber wenig tangiert. In der nächsten Generation war alles wieder in Butter. Da sieht man, wie bekloppt diese ganze Messerei doch ist.
Irgendwelche Indices interessieren mich eigentlich kaum.
So gesehen, Reiner, betreibt auch ein Carnica-Züchter, wie ihr von der anderen Faktion, nichts anderes als eine Kombinationszucht. Die Züchtungen über äußerliche Körpermerkmale alleine führen einfach in eine Sackgasse, was uns die Großtierzüchter doch drastisch vorgemacht haben !
@ Michael2
Deine Zuchtanstrengungen, alle Achtung !
Du machst dir eine Menge Gedanken, was ich sehr gut finde.
Allerdings:
Wenn du schreibst "
Von meinen Imkerfreund der einen Inselkönigin hat, habe diese vermessen und sie lang etwas zu tief. Wenn man das Volk öffnet merkt man schnell dass da was nicht stimmt die Bienen laufen sehr schnell auf den Rand der Wabe. Etwas nervös sind die Damen auch."
liegt das dann an einer Flügelader, die ca 0,2mm zu kurz war oder vielleicht schlichtweg daran, daß dein Imkerfreund seine Zuchtziele in Richtung Wabenstetigkeit etwas weit gefaßt hat ?
Züchten heißt nicht messen von Körpermerkmalen sondern ,Anpaaren und Selektieren. :wink:
honigmayerhofer
04.07.2003, 20:02
Hallo Miteinander,
bei meinen Vorstellungen von Zuchtmaterial ist die Sanftmut, Schwarmneigung, Wabensitz, Honigleistung in dieser Reihenfolge der Prioritäten vorranging. Wobei die Honigleistung m. E. in erster Linie nicht dem Volk selber, sondern Jahres/Rassen/Beuten und Trachtabhängig ist, aber m.E. ist die Königin, die sanftmütige Bienen vererbt, der cubitalindexentsprechenden Königin vorzuziehen.
Johannes
04.07.2003, 22:17
Hallo Michael aus Mettlach,
nur interessehalber (ich bin blutiger Anfänger, der auf seine ersten Bienen wartet):
wenn Dir die äußeren Rassemerkmale egal sind, warum legst Du dann Wert darauf, Carnica zu züchten bzw. dich innerhalb dieser Rasse zu bewegen? Wäre es dann nicht konsequent, bei der Kombinationszucht andere Rassen zu berücksichtigen - und damit letztlich bei Bruder Adam zu landen?
(Weniger Provokation als ernstgemeinte Frage!)
Neugierige Grüße, Johannes
Johannes
04.07.2003, 22:19
Hallo Michael aus Mettlach,
nur interessehalber (ich bin blutiger Anfänger, der auf seine ersten Bienen wartet):
wenn Dir die äußeren Rassemerkmale egal sind, warum legst Du dann Wert darauf, Carnica zu züchten bzw. dich innerhalb dieser Rasse zu bewegen? Wäre es dann nicht konsequent, bei der Kombinationszucht andere Rassen zu berücksichtigen - und damit letztlich bei Bruder Adam zu landen?
(Weniger Provokation als ernstgemeinte Frage!)
Neugierige Grüße, Johannes
Hallo zusammen, Natürlich herrscht hier noch ein Mellifera-Einfluss bei der Zucht. Schließlich ist die Mellifera hier ja die ursprüngliche Biene! Und ohne einen gewissen Erbanteil der Mellifera würde die inzwischen mehr oder weniger Carnica-typische Landbiene sich bei uns nicht halten. Die Carnica stammt schließlich aus einen ganz anderen Klimabereich mit einen ganz anderen Brutverlauf. Die Carnica-Züchter haben darauf schon hinreichend Rücksicht genommen, indem sie ihre Rassestandarts entsprechend geändert haben. Die hier gehaltenen Carnica-Bienen sind auch "Rassetypischer", als im natürlichen Verbreitungsgebiet. Zum eigentlichen Thema, Troiseck usw.: Es gibt Unterschiede zwischen den verschiedenen Linien. Sie liegen aber nicht so in den messbaren Merkmalen. Sie liegen z.B. beim Verhalten im Brutverlauf, Troiseck mehr eine Biene für Frühsommertracht, Sklenar mehr für Frühtracht. Deshalb sollte man ruhig beide und andere Linien auf einen Stand haben. V.H.w. Lothar
Michael2
04.07.2003, 23:31
Hallo zusammen,
es kommt drauf an wie man Kört ,das Kruberverfahren ist zwar nicht anerkannt aber von dem Rassenunterschied stark im Vorteil was man bei dem anerkannten nicht behaupten kann.
In unseren Züchterring wird nur so vermessen ,das lustige an der Sache ist das sogar die Landesanstalt Mayen zu dem Imkermeister geht der dieses Material schon Jahre lang züchtet und die da Königinnen kaufen weil diese selbst nichts gutes haben und auf die Beine bringen können. Ich werde nie wieder in Mayen Zuchtstoff oder selbst Königinnen da kaufen.
Einmal hab ich genug Lehrgeld dafür gezahlt 40 DM für eine standbegattet Königin, alle 4 haben keinen Honig gebracht sind im anderen Jahr geschwärmt und haben gestochen wie der Teufel, das liegt zwar schon paar Jahre zurück aber einmal reicht mir. :D
Leider war Kruber ein stink normaler Imker, und darum ist dieses Verfahren nie angekannt worden, wenn er ein Dr. gewesen wäre sehe die Sache ganz anders aus.
Wenn schon eine Anstalt zu eine privaten Imkermeister geht frag ich was in den Instituten für zeug verkauft wird. :wink:
Vor 2 Jahren hatte ich mit meinen Bekannten von einen anderen Imkerverein 3 Königinnen gekauft für 100 DM das Material war aus Celle von einer besamten Mutter ,solche Bienen möchte ich nicht mehr geschenkt haben ,alle 3 Königinnen haben gestochen wie Teufel komm raus und mit Honig war da nichts los.
Die Inselkönigin Martin hat mein Bekannter von jemand bekommen selbst hat er keine, ich hab schon andere Inseldamen vermessen und das Ergebnis war das gleiche.
Das tollste was ich die Tage von einem Imkerfreund aus Thüringen geht hört habe das auf örgend einer Insel zu so einer erhöhten Fehlpaarung gekommen ist das alle dort auf gestellten Königinnen gelbe Ringe hatte und jetzt haben die festgestellt das die Gattenvölker gelbe Drohnen hervor brachten ,wie er mir noch gesagt hat , das die Züchter jetzt Schadensersatz fordern wollen ,ob das Geschichte stimmt weiß ich nicht er hatte es mir nur erzählt. :D
Jetzt frag ich dich mal Namensvetter kannst du vom aufsehen einen Carnica Melliferamischling unterscheiden ohne diesem zu vermessen?
Wenn du eine Königin besamst Martin was machst du mit den Drohnen tust du diese vermessen vor dem besamen der Königin oder einfach wahllos die Drohnen aus dem auserwählten Volk zum besamen verwenden?
Wenn der Aufwand zum vermessen nicht zu Erflog geführt hätte täte mein Imkermeister das ganze nicht mehr machen und nicht Zuchtvölker mit einem Schleuderergebnis von 140 Pfund haben. :D
Z.B. wollten einige Züchter von ihm Inselköniginnen haben darauf sagte er ich hab keine und werde auch keine auf die Insel bringen weil das Gattenmaterial nicht sauber ist. Letztes Jahr hatte er 10 Inselköniginnen von einem anderen Züchter vermessen und nur ein Volk gefunden was nach dem vermessen Carnicatypisch ist und zum besamen der diesjährigen Königinnen Verwendung findet ,2 von den besamte Königinnen hab ich dieses Jahr bekommen.
Ich bin mal gespannt wie die Damen sind, habe diese gestern abgeholt, dann hab ich 3 besamte Königinnen und kann gut ins nächste Jahr durch starten.
Ohne besamte Königin kommt man nicht dort hin wo man hin will, dafür sind die Belegstellen zu unsicher.
Ich gebe gerne kostenlos Zuchtstoff ab wer will, wenn ich zum Imkermeister gehe brach ich nichts für Zuchtstoff zahlen was ja bei den Anstalten mit 30 Cent pro Made zu buche schlägt.
Gutes Material soll man geschenkt bekommen sagt mein Imkermeister er ist froh dass seine Drohnen weit ins Land gehen.
Wer nichts macht bekommt auch nichts gutes Rainer sag ich einfach mal, so ist es genau wenn man 20 Kühe im Stall hat aber diese nur 15 Liter bringen und eine 20 Liter weil man nicht von der besten nach zieht. :D
Gruß Michael
Michael2
04.07.2003, 23:38
Hallo Lothar,
die Carnica ist normal eine Gebirgsbienen ,das ganze hat nichts mit Mellifera zu tun.
Wenn das so were wie du sagst dürften in Deutschland keine Ligustica überleben weil diese aus einer anderen Klimazone kommt. :D
Gruß Michael
Hallo, alle Miteinander,
Hallo, Michael2,
eine Frage; imkerst Du um Bienen zu vermessen?
Ich imkere um Honig zu bekommen!
Dabei ist es mir wichtig dass die Biene eimerweisen Honig heranschleppt, mich nicht so oft sticht, gesund und munter über das Jahr kommt und mir wenig Arbeit macht
Macht sie das nicht, kommt sie in den Bienenhimmel und die braven machen weiter!
Wie sie farbmäßig aussieht und wie sie heißt, ob dick/dünn oder lang/kurz, ob sie Löckchen hat oder noch ein Flügelpaar mehr, kann mir egal sein, ich will Imkern und nicht zur Schönheitskonkurrenz.
Wo der Wahn hingeht mit der Verunstaltung von Tieren,
kann man sich z. B. bei den Hunden und Vögeln ansehen.
Ich sehe ja ein, das sinnvolle Züchtung wichtig ist, doch ich frage mich auch warum es in der Natur so wenig Reinrassigkeit gibt, und immer wieder macht sich der Mensch zum Schöpfer, obwohl auch, Er, im Laufe der Evolution wohl nur ein Zufallsprodukt bleibt.
So beharrt jeder Züchter, jeglicher Vernunft trotzend, darauf dass sein Produkt den, nur einzig richtigen Anforderungen entspricht, ja wahre Glaubenskriege entstehen, Feindschaften gehen soweit, das man sich gegenseitig beschimpft und verdammt.
Auf meinen Ständen habe ich noch zufälligerweise, eine gekörte Peschetz- Königin, einige Sklenar- Töchter, Mischlinge davon und auch Bucki-Mix, und in Zukunft noch Buckfast was auch immer für eine Linie.
Also menschlich gesehen Multi-Kulturell, die Bienen fühlen sich wohl und mich stört es nicht, aber einige Kollegen finden das nicht in Ordnung.
Vielleicht sollten die Züchter den Königinnen einmal anzüchten, dass sie nicht, jeden, fast hirnlosen Drohn an sich heran lassen, alles andere machen sie doch auch schon allein.
Oder sollten sie vielleicht doch nicht jeden Menschen an sich heranlassen?
Eigentlich will ich doch nur Honig ernten und verkaufen…wie meine Vorfahren ohne Lineal und Mikroskop.
Ich wünsche Euch, viele gesunde Bienen
Margret
Michael2
05.07.2003, 00:42
Hallo Bisy,
es gibt Bienenhalter und Züchter ,auf so einen bunten Mix hätte ich echt keine Lust mehr weil ich es selbst mal hatte.
Gruß Michael
Hallo Johannes,
warum soll deine Frage provokant sein?
Ich habe mich sehr ausführlich mit dem Leben und den Schriften von Bruder Adam befaßt und halte ihn nach wie vor für einen der besten Züchter der Gegenwart.
Allerdings ist die Kombinationszucht, wie er sie betrieb, weltweit auf der Suche nach neuen , besseren Bienen, den Berufszüchtern vorbehalten. Sowas kann ein Kleinimker nicht leisten. Ich wäre auf den Ankauf von Zuchtstoff von anderen angewiesen, müßte ständig auf deren Aussage vertrauen und hätte damit nie eine "eigenständige" Züchtung. Aber genau das will ich ! Ich finde, die Bienen, die wir hier haben, passen sehr gut hier her und haben noch ein großes Potential, zumal wir sie ja ständig durch Einkreuzen über die Belegstellen und Besamung verbessern können.
Außerdem, und das lag und liegt mir am Herzen, möchte ich aus den hier heimischen Bienen (das oft gebrauchte Wort "Bienenmaterial" will mir aus Hochachtung vor allem Lebenden einfach nicht über die Feder gehen)
eine Landrasse züchten, die hier in meinem Klima gedeiht und meinen Erfordernissen gerecht wird. Meine hauptsächlichen Zuchtziele habe ich ja weiter oben schon erwähnt.
Des Weiteren kam dazu, daß ich nicht nur für den eigenen Bedarf züchte, sondern auch viele Königinnen verkaufe. Wir leben hier in einer Gegend, in der seit mindestens 40 Jahren die "Carnica-typische" Biene vorherrscht. Viele Abnehmer gehen einfach nur nach der Farbe der Bienen, alles was "bunt" ist, ist ihnen suspekt. Dies kommt noch aus der Zeit , als hier ein Ligustica- Mellifera und was weiß ich für ein Landbienenmischmasch vorherrschte, die in Punkto Aggressivität sehr nahe an die Afrikanisierte Biene herankam. (übertrieben, ich weiß, aber nur zur Verdeutlichung).
Dies sind einige wenige Aspekte, ich hoffe dir damit etwas deutlicher gemacht zu haben, warum ich was tue.
In diesem Sinne.
Hallo Namensvetter,
zeige mir bitte mal, wo ich auf dem Flügel die Merkmale
-"hohe Krankheitsresistenz"
-"Putztrieb"
-"Sammeleifer"
und
-"Wabenstetigkeit" wiederfinde.
Wenn du das plausibel machst, hole ich morgen die Präprierschere raus und beginne, Flügel zu rupfen.
In diesem Sinne.
Hallo, alle Miteinander,
Hallo, Michael2,
dieser bunte Mix(oder Mist) wie Du es umschreibst, erfüllt alle Voraussetzungen die Züchter und Halter sich wünschen.
Nur der Honigertrag, den Deine durchgemessenen und durchgestylten Damen bringen, zaubert mir, gelinde gesagt, nur ein müdes runzeln auf meine Gesäßbacken, damit würde ich meine Damen und deren Hofstaat, in die Rente schicken.
Ich verbringe nicht nur meine Freizeit mit meinen Bienen, ich arbeite mit ihnen, und ich muss unter betriebswirtschaftlichen Bedingungen abwägen, ob ich mir eine Biene nehme die gut aussieht, oder eine die den Anforderungen entspricht die man in eine Investition setzt.
Und bei mir gibt es nur vom Feinsten, dass betrifft die Beuten, das Arbeitsmaterial, geht über medizinische Betreuung und das Winterfutter, und endet schließlich zum Schluss, beim wichtigsten- dem Honig!
Jeder meiner Kunden, kann jederzeit auf meinen Ständen in die Beuten sehen, da gibt es keine Wabe die älter als maximal 2 Jahre ist und keine Zarge die nicht jedes Jahr gewechselt und gereinigt wurde.
Ich habe Völker im Kindergarten stehen!?
Meine Kunden wollen nicht wissen, ob die Bienen fünf verschiedenen Rassen angehören, oder Cubitalindex gerecht vermessen sind, sondern wie der Honig schmeckt und dass er nicht zu teuer ist.
Ich verkaufe kein Gramm Honig oder Honigprodukte, indem ich Kollegen oder deren Bienen schlecht mache,
ich verkaufe meinen Honig, jedes Jahr restlos, weil ich Qualität biete,
- ohne vermessenen Rassedünkel!
Ich wünsche Euch, viele gesunde Bienen
Margret
Michael2
05.07.2003, 17:36
Hallo Namensvetter,
du sieht man soll lieber beiden Eigenschaften vertrauen ,und so sind die Bienen mit den ich arbeite. :D
Bisy ich habe genug guten Honig ,nur will ich keine Mischmasch Völker haben weil das nach einer Zeit Probleme gibt was ich bei meinen Bekannten und bei vielen anderen Imkern gesehen habe ,er hatte zum Schluß nur noch gifte Bienen und so was möchte ich einfach nicht haben.
Mit Schleier arbeite ich an den Bienen schon lang nicht mehr.
Gruß Michael
Hallo zusammen, der Honigertrag bleibt doch Zuchtziel Nummer Eins. Da hat Magret recht. Der ganze Streit geht hier aber doch um verschiedene Zuchtziele: Das Wirtschaftliche und das nach Rasse. Wer "nur" das wirtschaftliche Zuchtziel verfolgt, den ist es egal, welche Farbe und was für einen Cubitalindex seine Bienen haben. "Wichtig im Kübel, nicht im Flügel" ist dort das Motto. Bei der Zucht nach Rasse ist das anders. Dort stehen Aussehen und Flügeladern an vorderer Stelle. Aber was nutzt einen eine schöne graue, rassereine Biene, wenn der Ertrag nicht stimmt? Und wenn eine "Wald- und Wiesenbiene" gesund und munter ist und einen ordendlichen Ertrag bringt? Das habe ich unter dem Thema "Honigertrag ermitteln" schon angedeutet. Um nicht falsch verstanden zu werden, ich habe nichts gegen Reinzucht. Man braucht ja hin und wieder etwas zum Einkreuzen. @Michael2: Warum schickst Du Deine Königinnen nicht ins Ursprungsgebiet der Carnica, wenn Dir die Inselbelegstellen zu unsicher sind? Das wäre doch eine Alternative. @ Matthias: Natürlich ist die Carnica eine Alpenbiene, vor allem die Stämme Sklenar, Troiseck, Peschetz. Deswegen braucht sie ja einen Schuß Melliferablut, damit sie hier besser zu recht kommt. Vergleiche doch einmal einen Frühling in den Bergen mit einem in Norddeutschland. V.H.w. Lothar
Hallo,
ist ja eine nette Unterhaltung an einem verregnetem Samstag.
Wenn Bisy mit ihrem Mischmasch Erfolg hat, dann hat sie Mischmasch der qualitativ hochwertig ist.
Wenn man gutes mischt kommt meistens auch gutes raus.
Ich habe aber viel Achtung für Züchter wenn sie gut sind denn Zucht ist eine sehr mühselige Arbeit und erfordert enorme Gewissenhaftigkeit über Jahre, egal ob Carni oder Bucki.
In den über 20 Jahren seit ich imkere hat sich die Qualität der W. u. W.bienen deutlich verbessert. Sicherlich ein Ergebnis guter Zuchtarbeit, wenn natürlich auch Ausleseprozesse eine große Rolle spielen. Diese Verbesserung kommt jedem zugute der Standbegattung betreibt auch wenn er dann keine reinrassigen Bienen hat Aus eigener Erfahrung weiß ich, das man mit Basiszucht am eigenen Stand nach einiger Zeit in einer Sackgasse landen kann.
Dann ist es gut von einem Züchter geprüfte Qualität zu haben, bei der auch die Nachzuchten zuverlässig Leistung bringen. Ab F1 hat man bei Standbegattung doch immer viel Mischmasch.
Rassedünkel darf sicher nicht das Motiv der Züchter sein.
Wichtig für den Züchter ist es, Merkmale und Leistung in seinen Bienen genetisch fest verankert zu haben um sie bei Nachzuchten erhalten zu können. Mischmaschbienen sind dagegen Überraschungseier, man kann nicht absehen was rauskommt.
Die Frage ist, ob die Zucht innerhalb einer Rasse nicht an Grenzen stößt.
Viele Grüsse, Hermann
Hallo Michael2,
hallo all ihr anderen,
um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen:
Es gibt keine "guten" oder "schlechten" Züchter, genauso wenig wie es "gute" und "schlechte" Bienenrassen gibt, nur, weil sie "anders" sind als die vorherrschende Meinung.
Jede/r, der/die sich Gedanken um das uns liebgewonnene Tierchen macht, ist eine Bereicherung für die Imkerei.
Daher gibt es um dieses Thema schon mal Diskussionen, aber keinen "Streit".
Wir sind gerade im Aufbruch; wir fahren mit unserer Truppe ins Elsaß und besichtigen eine größere Imkerei, bin mal gespannt.
in diesem Sinne
Martin Hardt
06.07.2003, 09:50
Hallo Miteinander,
das Thema Linien ist weit gefächert.
Ich gebe natürlich Honigmeierhofer recht mit der Selektion.
Wenn dazu noch der Cubitalindex der Bienen und Drohnen 100%ig stimmt
ist natürlich ideal. Bei allen Prüfungen sollte der " Kübelindex " nicht
vergessen werden.
Viele Grüße aus dem Westerwald - Martin
Johannes
06.07.2003, 17:42
Hallo, Michael (Saarschleife),
Du schreibst:
"... möchte ich aus den hier heimischen Bienen (...) eine Landrasse züchten, die hier in meinem Klima gedeiht und meinen Erfordernissen gerecht wird."
Aber die Carnica ist doch hier genauso "heimisch" wie die Buckfast, also letztlich eingeführt - und kommt mit dem hiesigen Klima zurecht, wie die Buckfast auch. Zu einer "modernen Landrasse" hat also m. E. eine Carnica als Ausgangspunkt nicht mehr oder weniger Potential als eine Buckfast, da das Kriterium "Heimischsein" leider mit der Mellifera verloren ist (trotz der Idealisten wie Hedwig Riebe, die ich ja mit ihren schwarzen Völkern ziemlich bewundere - aber hier wieder flächendeckend Mellifera zu bekommen wird wohl ein frommer Wunsch bleiben).
Klar, Kombinationszucht werde ich mit meinen paar Völkern in spe (Buckfast-Kunstschwärmen, die in ca. 3 Wochen endlich ankommen) nicht betreiben können und wollen. Aber das kann ich ja mit Carnica genausowenig oder -viel. Meine Idee ist (korrigiere mich, wenn ich unrealistisch bin), irgendwann mal von meinen besten Königinnen nachzuziehen, Erfahrungen mit Standbegattung zu sammeln und vielleicht sogar mal Jungköniginnen auf Urlaub nach Langeneß oder Baltrum zu schicken. Und wenn alles nicht recht zufrieden macht, vielleicht muß man dann nach ein paar Jahren mal in die eine oder ander e Königin von der Züchterin investieren...
Viele Grüße aus dem Ruhrgebiet, Johannes
Matthias Bauer
07.07.2003, 03:00
Hallo liebe Imker(innen),
hier wird anscheinend wieder ein Sommerloch gefüllt. Da will ich auch nicht abseits stehen.
Meiner subjektiven Erfahrung nach, sollte man nur über Sachen urteilen, die man selbst ausprobiert hat. Und hier liegt bei den meisten Kübelvermessern bzw. Rassefetischisten der Hase im Pfeffer. Oder wer von denen hat mal ernsthaft probiert eine Bucki-Linie zu halten (also nicht nur eine Königin kaufen, und Betriebsweise wie bei Carnica, und dann enttäuscht sein). Sondern ernsthaft den Vergleich versucht.
Was ich so bei den von mir befragten Nebenerwerbsimkern raushöre, ist teils teils. Also ein Teil Bucki ein Teil Carnica, die Streuung machts, genau wie bei den Wanderplätzen. Oder wer setzt noch auf nur einen Platz z.B. bei Waldtracht ??
Gruß
Matthias
@Lothar: Ich hatte zwar in diesem Thread noch nicht gepostet, aber schön das Du an mich denkst ! :D
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