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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sanftmut



Peter M
13.03.2003, 14:05
Hallo,

auf der suche nach Bienenvölker für meinen Neuanfang als Imker habe ich mit einem Züchter telefoniert und dabei erwähnt, daß für mich die Sanftmut der Völker herausragend wichtigste Eigenschaft sein soll. Daraufhin hat er die Behauptung aufgestellt, daß alzu sanftmütige Völker auch die anfälligsten (gegen Krankheiten ) seien.
Ist da was dran?

Gruß
Peter M

Erwin
13.03.2003, 16:49
Hallo Peter!

Mit der Sanftmut ist das so eine Sache.
Beinahe alle Imker, Institute, Gurus usw behaupten, daß die Bienen in wenigen Generationen ohne Schaden auf Sanftmut gezüchtet werden können, weil diese (vererbbare) Eigenschaft unabhängig ist von allen anderen Eigenschaften (Vitalität, Gesundheit).

...allein mir fehlt der Glaube.
Ich habe mehrere Völker, die man als "stechfreudig" bezeichnen kann.
Alle haben super überwintert und sind bis jetzt in hervorragendem Zustand,
im Gegensatz zu den zehn "Lämmchen", von denen ich die Hälfte verloren habe.

Ob das ausschließlich daran lag, daß die "bösen" im Wald (tiefer Schatten) überwintert haben
oder zumindest teilweise auch an einer höheren Widerstandskraft,
kann ich mit dieser Beobachtung leider weder beweisen noch widerlegen.

Nach meinem Dafürhalten ist die Behauptung, daß sanftmütige Bienen immer anfällig sind und stechfreudige Bienen immer gesund sind, zu pauschal.
Die Behauptung, daß Vitalität mit Verteidigungsbereitschaft NICHTS zu tun hat, halte ich aber für ebenso fragwürdig.


Viele Grüße,
Erwin

Lothar
16.03.2003, 21:25
Hallo zusammen, sanftmütige Völker können aber genauso vital sein wie stechlustige. Außerdem ist Sanftmut keine messbare Eigenschaft, sondern subjektiv. Ich kenne auch Erwin´s Standpunkt, das bei anderen guten Eigenschaften, man auch von einen stechfreudigen Volk nachziehen könnte. Völker verhalten sich auch bei verschiedenen Imkern unterschiedlich: Der eine wird "in die Büsche" gejagt, während der andere ruhig mit dem selben Volk arbeiten kann. Hatte Altmeister Sklenar nicht recht, wenn er behauptete, die Stechlust der Bienen ist anerzogen, nicht angeboren. Bekannt dürfte z.B. sein, das manchmal "sanfte Lämmer" sich bei anderen Imkern zu "Teufeln" entwickeln. V.H.w. Lothar

sabi(e)ne
17.03.2003, 07:13
Hallo, Lothar,
das hängt, glaube ich, entscheidend vom Arbeitsstil des einzelnen Imkers ab! Wer drangeht wie Blücher, braucht sich nicht zu wundern, oder?
Je ruhiger der Imker, desto besser. Keine Hektik, keine Attacken! Deswegen kann das Verhalten auf Dauer eigentlich immer nur von der Person beurteilt werden, die ständig damit arbeitet. (Wenn mein Männe drangeht, ist immer Alarm angesagt, viel zu hektisch! Bei mir bleiben sie schön sitzen, so nach dem Motto: Mach das Licht aus, wenn du fertig bist)

Frank Nieser
17.03.2003, 13:42
Also zum Thema Sanftmut und Anfälligkeiten für Krankheiten möchte ich folgendes sagen:
Mit Sicherheit gibt es einen Zusammenhang zwischen einer stärkeren Aktivität (Abwehrverhalten) und den Anfälligkeiten für Krankheiten, soweit sie über den Putztrieb zu beeinflussen sind.
Ich denke aber, dass dieser oft vermutete Zusammenhang daraus entstanden ist, dass in vielen Linien die Sanftmut über ein hohes Maß an Inzucht erreicht wurde. Man sollte sich deshalb die einzelnen Linien / Abstammungen unter diesem Aspekt betrachten. Ich selbst kombiniere verschiedene Linien seit jetzt 8 Jahren mit meiner " Zuchtlinie" und habe gesunde und sanftmütige Völker.

Erwin
18.03.2003, 09:47
Hallo zusammen,
Hallo Frank!

Dein Hinweis:
"Ich denke aber, dass dieser oft vermutete Zusammenhang daraus entstanden ist, dass in vielen Linien die Sanftmut über ein hohes Maß an Inzucht erreicht wurde. "

Inzucht wäre tatsächlich eine sehr einleuchtende und auch schlüssige Erklärung für meinen Denkfehler! (jetzt wo du's sagst.. Herkunft der Königinnen meiner "Lämmchen")

Ich eine Verallgemeinerung gewagt, die ich in diesem Licht so nicht mehr aufrecht erhalten möchte.

Viele Grüße

Erwin

Reiner Schwarz
18.03.2003, 10:03
Hallo,

die Erfahrungen aus der Kombinationszucht zeigen dass Sanftmut nicht mit Inzucht zusammenhängen muss. Der Vergleich hinkt zwar immer, aber ist ein sanftmütiger Mensch anfälliger gegen Tuberkulose und in der Arbeit stinkfaul? Wohl nicht und er läßt sich wohl auch nicht gerne von einem Saufbruder eine überziehen wenn er bedroht wird.

Sanftmut, Verteidugungsbereitschaft, Fleiss und Krankheitsfestigkeit sind Eigenschaften die in der Zucht getrennt voneinander isoliert oder angereichert werden können. Die Selektion und die richtige Vorgehensweise machts. Einfach ists jedoch nicht. Manchmal basieren so verallgemeinernde Aussagen auf einer zu geringen (Selektions)Basis an Völkern. Da mag es ja so gewesen sein, wie derjenige es sagt.

Lothar
18.03.2003, 21:03
Hallo Sabi(e)ne, genau das meinte ich. Wenn zwei das Gleiche tun, ist es nicht das Selbe. Hallo zusammen, wenn bei Züchtern die Zuchtlinien sanftmütiger sind, denn auch darum, weil man die zur Zucht notwendigen Arbeiten bei solchen Völkern einfach besser machen kann. Wenn man versucht, mit möglichst wenigen Eingriffen bei seinen Völkern auszukommen, kann man stechlustigere Völker ruhig akzeptieren. Aber, jetzt kommt ein kleiner Einwand, nur bei Eingriffen des Imkers an der Beute, unbeteiligte Nachbarn etc. sollten nicht belästigt werden. V.H.w. Lothar

Peter M
26.05.2003, 10:09
Hallo und Guten Morgen,

als Neuimker mit meinen derzeit drei Völkern mach ich ja Augenblicklich ständig immer neue Erfahrungen. Meißt handelt es sich hierbei um gute, angenehme Erfahrungen - es läuft alles recht gut. Aber jetzt kommts: gestern so um die Mittagszeit, ich hatte gerade Besuch von einem anderen Jungimker der mich immer um die starke Entwicklung meiner Völker beneidet, wollten wir mal sehen wie der Flugverkehr so ist, standen so ca. 5m seitlich versetzt zu den Flugöffnungen sogar noch hinter Kopfhoch wachsenden Himbeersträuchern als wir von den Bienen attackiert wurden. Wir haben uns dann langsam zurückgezogen, wurden dabei aber noch etwa 20-30m verfolgt.Wir haben uns dann nach einiger Zeit nochmal vorsichtig genähert ( ich wollte einfach nicht wahr haben was da gerade passiert war ), da ging en die Angriffe wieder und noch häftiger los. Ich hatte eine Biene im Haar von der ich mich befreien konnte wurde aber von einer anderen ins Ohr gestochen - und das mehr als 5m vom Stand entfernt. Ich habe mich dann erinnert, das ich vor Wochen schon mal eine ähnliche Situation hatte die aber ohne Stiche abging. Gut, ich wurde immer mal beim Bearbeiten gestochen ( in die Hände, obenrum war immer Verschleiert ), das habe ich ja noch in kauf genommen . Aber sowas? Ich mache mir nun auch Sorgen um Kinder und Nachbarn. Mein Problem ist auch, ich habe die Völker so gekauft und weiß nichts über die königinnen ( Carnica ), nur das sie von 02 sind, sonst nichts. Meine Überlegung ist nun, die Völker so bald wie möglich mit sanftmütigen Königinnen der F1 Generation umzuweiseln. Was würdet ihr mir empfehlen? Ich will auf gar keinen Fall mein erstes Jahr mit Bienen als das Jahr der Stiche in Erinnerung behalten.
Gruß
Peter M

Guido
26.05.2003, 11:02
Hallo Peter
Wenn schlechtes Wetter war (Gewitter in der Luft), werden die Bienen als agressiv,auch wenn die Völker in einer Volltracht stehen (Raps).
Wenn sie aber auch mit Rauch stechlustig sind, sollte man sie umweiseln.
Aber es kommt halt auf die Anforderungen eines jeden auf seine Bienen an. Ich selbst will ohne Schleier an den Bienen arbeiten können, denn es beeinträchtigt mich doch sehr.
Gruß Guido

Fritz Eder
26.05.2003, 12:02
Hallo Peter!
Ich habe auch im Vorjahr erst mit der Imkerei begonnen, und hatte auch so ein Volk dabei (eines von drei), die Stechlustig waren. Ich habe mich entschlossen umzuweiseln und habe es nicht bereut.
Wenn sie 5 m neben den Beuten noch stechen, ohne dass Du eigentlich etwas am Stock getan hast, da würde ich nicht auf besseres Wetter warten.
Wenn so ein Stecher dabei ist, macht das Imkern keinen Spass.
Freilich dauert es noch ein paar Wochen, bis die alten Bienen weggestorben sind. In den nächsten Wochen schlüpfen ja immer noch Bienen von der alten Königin.
Jetzt arbeite ich zumeist ohne Schutz bei kleinen Eingriffen. So soll es sein.
Viel Freude noch mit der Imkerei
Fritz

bisy
26.05.2003, 12:38
Hallo, alle Miteinander,
Hallo, Peter M.

Wenn man denn so sonntags mittags frisch gewaschen und rasiert, mit dem Rasierwasser von…. und dem Deo von…oder der Bierfahne vom Frühschoppen, gleich noch im Doppelpack am Bienenstand erscheint…
Wenn das Wetter auch noch ein bisschen drückend ist und die Ladys sowieso schlecht gelaunt sind…..
Dann muss man sich nicht wundern, wenn sie den Duft der Natur verteidigen, und das Übel vom Stand verjagen wollen.
Aber ernsthaft, kann es so gewesen sein?
Parfum und alle Wohlgerüche für Menschen, sind den Bienen ein Gräuel.
Ich habe zur Zeit die friedlichsten Bienen der Welt, das wollte mein Nachbar seinem Besuch vorführen, zwei Damen in einer Wolke von Coco Chanel und Kölnisch Wasser, die Damen, so um die siebzig, hätten mit ihrer anschließenden Laufleistung das goldene Sportabzeichen erringen können!
Ich habe ihm nun verboten ohne mich an den Stand heranzugehen, auch wenn er es gut meinte, denn die Damen haben meine Bienen in keiner guten Erinnerung und werde mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg halten!
Ich liebe Parfums und Düfte, aber wenn ich an die Bienen gehe, verzichte ich darauf, ich finde es nicht lustig, gestochen zu werden!

Ich wünsche Euch, viele gesunde Bienen

Margret

Guido
26.05.2003, 13:23
Hallo zusammen
Hallo Magret
Darauf wollte ich mit meiner kurzen Antwort hinaus. Es muß nicht immer an den Bienen liegen, sondern das Wetter und die Umstände spielen auch eine Rolle. Deshalb kann man nicht direkt den Rat geben, umzuweiseln.
Aber du in deiner Art hast es wieder perfekt erklärt, also ein dickes Lob meinerseits.
Mit Grüßen aus dem Saarland
Guido

Peter M
26.05.2003, 13:33
Hallo Margret,

du kannst einem ja wirklich ganz schön auf den Schlips treten ( hast das ja noch relativiert durch deine Frage ob es so gewesen sein kann ): KANN ES NICHT !! Ich verabscheue Rasierwasser oder Deo und eine Bierfahne am Mittag wird bei mir wohl auch niemand antreffen. Außerdem war noch mein 10 jähriger Sohn dabei der auch attackiert wurde und der spricht sich ja schon altersbedingt von diesen Verdächtigungen frei - hoffentlich.
Auch bei meinem Kollegen habe ich keine auffälligen Gerüche bemerkt.Habe ich auch schon erlebt, das sich meine Bienen in die mit Apfelduftschampoo gewaschenen Haare meines Besuchs verliebt haben - kann ja nicht jeden einer Geruchskontrolle unterziehen. Nein, da sind mir die anderen Erklärungen und Erfahrungsberichte schon näher an den Tatsachen. Würde aber gerne noch von weiteren Kollegen erfahren was sie erlebt haben und wie sie die Sache in den Griff bekommen haben.

Danke
Peter M

Guido
26.05.2003, 13:44
Hallo Peter
In manchen Sachen versteht ihr Magret nicht. Sie hat es doch plastisch und für jeden verständlich (ohne irgend jemanden anzugreifen) in Ihrer Art und Weise erklärt. Sie versuchte ja nur, das Übel einzugrenzen, da eine Ferndiagnose immer schwierig ist, ohne die genauen Umstände zu kennen. Ich finde es schade, dass ich es nicht so gut kann.
Gruß Guido

Peter M
26.05.2003, 14:46
Hallo Guido,

ob ich Margret verstehen muß - ich weiß es nicht. Ich habe ja schon vorsorglich nicht übertrieben Beleidigt reagiert, oder? Nur ein bißchen
so tun als sei man beleidigt muß man bei so einem Kanonendonner dann doch. Wenn wenigstens so etwas wie ein Ansatz von konstruktiver Idee rüber gekommen wäre ...! , denn darauf bin ich angewiesen.
Also, auf ein neues.

Gruß
Peter

26.05.2003, 15:15
Hallo Peter M.,

hier wurde schon viel geschrieben, darauf möchte ich nicht im Detail eingehen. Ich habe auch noch Zeiten erlebt, zu Zeiten meines Vaters und Großvaters, da konnte man sich dem Bienenhaus im Sommer nicht nähern ohne mit hoher Warscheinlichkeit gestochen zu werden.

Aber diese Zeiten sollten doch vorbei sein. Nach meiner Erfahrung stimmt es das vor allem die Carnica dazu neigt agressiver zu sein wenn ein Gewitter oder eine Regenfront bevor steht - oder im Spätherbst. Aber doch nur wenn man die Beute öffnet und an den Bienen arbeitet. Jeder kann es halten wie er möchte, doch ich würde ein Volk umweiseln wenn ich im Abstand von 5 Metern, ohne das ich die Bienen provoziere, angegriffen werden würde. Nimm dazu eine Biene eines guten Züchters, zahle lieber ein paar Euro mehr, hauptsache Du weist das Du eine gute Königin mit einer guten Abstammung erhältst (mit Nachweis ist es sogar noch besser). Damit kannst Du dann nachziehen. Selbst wenn Du nur Standbegattung machst, bekommst Du was besseres als Du jetzt hast und das auch noch in der F2 evtl. sogar in der F3 Generation. Wenn Du das dann alle paar Jahre wiederholst wirst Du bestimmt viel Freude an den Bienen haben.


Gruß
Franz

Peter M
26.05.2003, 15:51
Hallo Franz,

vielen Dank, so wollte ich es hören und so werde ich es wohl auch machen. Solche konkreten Einschätzungen und Vorschläge helfen mir wirklich weiter. Ich bin einfach noch zu neu dabei um solche Enscheidungen zu treffen ohne mich vorher mit anderen Imkern ausgetauscht zu haben.

Gruß
Peter

bisy
26.05.2003, 20:00
Hallo, alle Miteinander,
Hallo, Peter M.

ja, da bin ich nun wieder jemandem auf den Schlips getreten?
Der zum Beispiel könnte es auch gewesen sein oder die nicht in die Bienenlaune passende Kleidung, das Pflanzenschutzmittel Deines Nachbarn, falsche Standrichtung, Hochspannungsleitungen, spielende Kinder, Hunde, Funkstrahlen, Erdstrahlen, Wasseradern, falsche Rasse, unpassendes Wetter oder ganz einfach, es sind Stecher!
Die Beiträge zu diesem Thema könnten ein Buch füllen.

Nun habe ich mich erdreistet anzunehmen Du hättest etwas benutzt,
dass du verabscheust.
Ja, Entschuldige, aber Hellsehen kann ich noch nicht!
Und bevor ich einen falschen Rat gebe, hinterfrage ich erst.
Vielleicht für dein Verständnis nicht fachgerecht genug.

Ich habe den Beitrag so verstanden „ Warum stechen meine Bienen“.
Warum fragst Du um Rat, wenn Du die Antwort weist?
Den einfachsten Rat, haben der Kollege Franz und Du dir selbst gegeben.
Aber was, glaubst Du, antworte ich Dir, wenn nächstes Jahr die gleiche Frage, bei Dir zur Debatte steht?

Ein einzeln stehendes Volk von mir, im Kindergarten hier im Dorf, zum anschauen für die Kinder, wurde plötzlich zum Stecher;
eine Grasähre, schabte nur bei Wind vor dem Einflug hin und her!
Ich habe den Halm umgeknickt, am nächsten Tag konnten die Kinder wieder spielen.

In diesem Sinne, wünsche ich Dir viel Glück bei der Umweiselung.

Ich wünsche Euch, viele gesunde Bienen

Margret

honigmayerhofer
26.05.2003, 20:38
Ich mache mir nun auch Sorgen um Kinder und Nachbarn. Mein Problem ist auch, ich habe die Völker so gekauft und weiß nichts über die königinnen ( Carnica ), nur das sie von 02 sind, sonst nichts. Peter M

Ich kann dich sehr gut verstehen, auch verstehe ich dich, wenn du gegenüber deiner Familie ein schlechtes Gewissen wegen deiner "Mörderbienen" bekämst. Ich kenne das Problem nur zu gut. Ich habe auch Kinder und der "Kleine" ist fünf, der rennt pausenlos an den Bienen vorbei und Gott sei Dank hat er immer Glück. Aber es gibt manchmal Tage, da kommt so ein "Luder" und hat die Sirene eingeschaltet (hoher Summton) und sticht dich. Vor zwei Wochen hatte ich auch so einen Tag und man muß wissen, das sobald dich eine Biene, die mal verrückt spielt sticht, setzt sie einen Warnduft frei und alle kommen und wollen stechen. Es hat wirklich nichts mit bösen Völkern zu tun. Ich habe im letzten Jahr einige solcher Tage erwischt, da wird eben die Familie gewarnt, nicht zu den Bienen zu gehen. Gestern waren wir bei einem Carnicareinzüchter, der hat im Bienenhaus ohne Rauch die Beuten geöffnet und draussen wurden wir auch gestochen. Er sagt, der Nachbar hätte gestern Mais gespritzt und da spielen seine bravsten Bienen verrückt.
Fazit: Auch bei den Arbeitsbienen, die ja weiblich sind, haben wir Männer manchmal Probleme mit ihren Launen zurecht zu kommen. :lol: :lol: :lol:

Lothar
26.05.2003, 22:24
Hallo Peter, vielleicht wollten Deine Bienen einfach nur ihre Ruhe. Etwa nach dem Motto, wir haben reichlich zu tun, stört uns nicht dabei :wink: . V.H.w. Lothar

drohne2000
29.05.2003, 22:43
Hallo Imkerkollegen,

ich hatte heute während der Durchsicht einer meiner Außenstände unerwarteten Besuch von einer Wandergruppe. Da ich ohne Schutzbekleidung gearbeitet hatte, zeigten sich die Herren interessiert an meinem Tun. Ich habe sie eingeladen, mir einmal über die Schultern zu blicken. Teilweise standen die Herren zwei Meter vor dem Flugloch, um mir von vorne zuschauen zu können.

Ich will damit nicht sagen, daß meine Bienen grundsätzlich ausgesprochen sanftmütig sind, aber meines Erachtens ist entscheidend, mit welcher Ruhe der Imker an den Bienen arbeitet. Wenn dann auch noch das Wetter stimmt, so wie heute morgen, dann sind solche Vorführungen möglich.

Wenn das Wetter nicht passt, keine große Tracht vorhandenist, ich unter Zeitdruck stehe oder die Harmonie eines Volkes gestört ist (Ameisen können hierfür eine Ursache sein) gehe ich auch nicht ungeschütz an meine Bienenvölker.

Bernd-Frank
30.05.2003, 08:34
Hallo Imkerkollegen,

ich hatte heute während der Durchsicht einer meiner Außenstände unerwarteten Besuch von einer Wandergruppe. Da ich ohne Schutzbekleidung gearbeitet hatte, zeigten sich die Herren interessiert an meinem Tun. Ich habe sie eingeladen, mir einmal über die Schultern zu blicken. Teilweise standen die Herren zwei Meter vor dem Flugloch, um mir von vorne zuschauen zu können.

Ich will damit nicht sagen, daß meine Bienen grundsätzlich ausgesprochen sanftmütig sind, aber meines Erachtens ist entscheidend, mit welcher Ruhe der Imker an den Bienen arbeitet. Wenn dann auch noch das Wetter stimmt, so wie heute morgen, dann sind solche Vorführungen möglich.

Wenn das Wetter nicht passt, keine große Tracht vorhandenist, ich unter Zeitdruck stehe oder die Harmonie eines Volkes gestört ist (Ameisen können hierfür eine Ursache sein) gehe ich auch nicht ungeschütz an meine Bienenvölker.

Hallo Dieter,

ich arbeite auch fast ausschließlich ohne Schleier an den Bienen. Bei einer Wandergruppe wäre ich aber trotzdem vorsichtig. Wenn jemand mit starkem Parfüm, Deo oder Rasierwasser dabei ist und dann auch noch ruckartige Bewegungen macht, können auch die sanftmütigsten Bienen ziemlich unangenehm werden.

Gruß Bernd-Frank

Thomas Hädrich
03.06.2003, 18:28
Nicht nur Düfte sind ausschlaggebend, sondern auch die Behaarung. Mein liebes Weib mit ihrem schwarzen Lockenkopf ist da ein bevorzugtes Opfer. Landet eine neugierige Biene darauf, verfängt sie sich sofort und wird ärgerlich. Eine Landung auf meinen schneeweißen Schnittlauchlocken hat eine kurze Inspektion und einen baldigen Abflug zur Folge (vielleicht mit dem Kommentar: schon wieder Der). Leider gehen Landungen auf den Armen nicht so friedlich aus - lange Ärmel sind nötig.
Wie Drohne 2000 schon schrieb - ein nur ein bischen zu schnelle Bewegungen, weil man vielleicht in Eile ist, führen sofort zum Auffliegen etlicher Bienen.

Grüße, Thomas

Michael2
04.06.2003, 01:37
Ich arbeite bei den Bienen nur ohne Schleier, einen Schleier hab ich gar nicht
Vor paar Jahren hatte ich mal einen, da haben sich die Wachsmotten mal eingenistet, hab ihn dann in den Müll geworfen und seit dem hab ich keinen mehr.
Man kann auf dem Bild sehen wie meine Damen sind. :D
http://www.bienenmichel.de/sanftmut.jpg

Herby
04.06.2003, 21:33
Hallo Michael 2

Auf dem Foto ist aber nee Kippe zu sehen
Immer nee Kippe dabei an ???????? Da ist doch klar warum kein Schleier erforderlich ist. Rauchen tut eigentlich kein Tier, warum der Mensch das macht ist mir ein Rätsel
imkerlicher Gruß

Michael2
04.06.2003, 22:02
Hallo Herby,

ich möchte mal wissen wie du an den Bienen gehst?
Gehst du ohne rauch dran eingepackt wie Astronaut oder wie?
Die Kippe hatte ich zufällig an, das ist nicht die Regel bei mir, als sich einpacken wie sonst einer das man ja keiner sticht bekommt so was hat nichts mehr mit imkern zu tun.
Wenn man angst vor Bienen hat uns sich einpackt warum macht man diese Hobby dann überhaupt?
Als Imker bekommt man halt Stiche ab und zu welche, aber imkern macht für mich keinen Spaß wenn ich mit Schutz dran gehen muss, z.B. hab ich im Garten Bienen stehen wo ich noch nie beim rum laufen gestochen bin, ich sitze 50 cm von den Kästen weg und kann ohne einen Stich die Bienen beobachten.
Ich hatte am Sonntag Imkerbesuch hier aus dem Forum, ich war mit ihm im Garten bei mir, er konnte es gar nicht glauben wie meine Bienen sind und wie ich rum gelaufen bin. Wenn er an seinen Bienen geht muss Gummistiefel anziehen und mit Schleier sonst ist kein arbeiten möglich.
Man sollte sich erst mal selbst gedanken machen als anderen zu sagen das mag kein Tier. :D

mfg Michael2

Christian Peters
05.06.2003, 00:32
Hallo Imkerkollegen

kann nur bestätigen, was michael(2) sagt. War bei Ihm und sehr begeistert, wie er da mit einer Ruhe und Selbstverständlichkeit die Völker öffnete, Waben rauszog usw. Echt unglaublich und das ohne Schleier und in kurzen Hosen und Ärmeln. Wir haben beistimmt 1 Stunde direkt vor den Fluglöchern in 2 m und weniger Abstand gestanden und heiss diskutiert.
Echt unglaublich!
Ich selbst muss mich immer besonders gut einpacken, da ich doch mind. 2 Völker am Stand habe, die zwar ganz gut Honig letztes Jahr gebracht haben, aber doch sehr aggressiv sind. Das macht auf die Dauer keinen Spass!
Ich träume schon vom nächsten bzw. übernächsten Jahr und hoffe, dass ich bis dahin die unerwünschten "Stecher" los bin!

Gruss

Christian

Guido
05.06.2003, 06:04
Hallo Christian
Warum so lange warten?
Eine gute sanftmütige Königinn, umweiseln, und in ein paar Wochen hast du deine Ruhe.
Gruß Guido

Christian Peters
05.06.2003, 20:23
Hallo Guido,

jaja, ich arbeite dran. :wink:
Aber wenn man das mit Honig Mehler gelesen hat, da muss man doch aufpassen, mit was man da umweiselt!
Bei mir fliesst der Honig dieses ja auch so gut wie gar nicht (kein Raps in der Nähe und die Völker kamen auch erst spät in die Gänge), da muss ich die Altvölker erst mal in Ruhe lassen, sonst komme ich auf gar keine vernünftige Volksstärke (und damit zu Honig)!
So langsam geht es jetzt, aber ob da noch eine Tracht kommt? Ich hoffe es! :o

Gruss

Christian

Lothar
06.06.2003, 23:13
Hallo Christian, Stecher kannst Du wie folgt loswerden(Gesunde Völker vorausgesetzt): die größeren Brutwaben auf die anderen Völker verteilen, die bringen diese dann in Schwung, die geschwächten Stecher dann auffüttern, bis nichts mehr reingeht, dadurch hast Du dann noch gute Futterwaben für Ableger etc. , danach abschwefeln, Du bist das Problem los und hast noch davon profitiert ( verstärkte Völker, zusätzliche Futterwaben). V.H.w. Lothar

martin-p
23.06.2003, 22:56
Hallo Peter,
ich bin auch Anfänger und hatte im Mai öfter die Erfahrung gemacht, dass mich einzelne Bienen angegriffen und verfolgt haben. Bei mir stehen sie im Garten, ziemlich nahe am Haus. Einmal saß ich auf der Wiese, nur zwei Meter weg, aber durch Büsche und Stauden getrennt. Die meisten Bienen sind drüber weg geflogen. Aber ein oder zwei kamen immer wieder und wollten mich vertreiben. Das ging mehrmals hintereinander an diesem Tag. :(

Und wenn ichs recht überlege: Auch an den anderen Tagen als mich einzelne angegriffen haben war es so, dass ich am Tag vorher an den Völkern gearbeitet habe. Da haben sich die Wächterinnen wohl meinen Geruch gemerkt. Und als der ihnen dann wieder in die Nase gestiegen ist... nun ja. Andere Mitmenschen waren übrigens kaum betroffen. Und mich hatten sie nach zwei bis drei Tagen auch wieder vergessen! :wink:

Viele Grüße aus Kronshagen
Martin