Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Honig wird knapp und teuer , Preise verdoppeln sich
Die Verbraucher in Deutschland müssen sich auf drastisch steigende Preise für Honig einstellen. Wegen der Entwicklung des internationalen Honigmarktes sei es fraglich, ob zukünftig überhaupt noch ausreichend Honig zur Verfügung stehe, teilte der Honig-Verband am Freitag in Hamburg mit. Je nach Sorte sei mit Preissteigerungen von 50 bis 100 Prozent zu rechnen.
Deutsche Imker decken nur 20 Prozent des Honigbedarf
Die Ernte in Deutschland decke nur etwa 20 Prozent des Bedarfs, so dass rund 80 Prozent des Honig importiert werden, heißt es in der Mitteilung. Hauptlieferländer seien Argentinien und Mexiko. In Argentinien führte eine schlechte Ernte sowie die desolate wirtschaftliche Situation zu erheblichen Problemen. Zudem habe die EU ein totales Importverbot für tierische Produkte aus China verhängt, das rund 22 Prozent der Honig-Importe in die EU abdeckte. Auch in den europäischen Ländern habe es durch den vielen Regen eine schlechte Sommer- und Späternte von Honig gegeben.
hab ich grade auf der t-online webseite gelesen , was meint ihr dazu ?.
toyotafan
22.09.2002, 18:54
Hallo Imker_beginner,
auf so eine Situation hab ich ehrlich gesagt schon lange gewartet. Seit Ende der 80er Jahren waren die Honigerzeugerpreise hier in Europa so tief gesunken wie kurz nach dem Krieg. Endlich kommt Bewegung in die Preise, es wird höchste Zeit, den Kostendeckende Großhandelspreise sind schon lange nicht mehr erzielt worden!
Wir Imker sollten die Gunst der Stunde nutzen und auch unsere Preise neu orientieren, d.h. die Marke mit der Eiscreme sollte nicht teuer sein als unser eigener Honig.
honigmayerhofer
22.09.2002, 21:15
Hallo Miteinander,
man sollte doch so realistisch sein und nicht jeder "Zeitungsente" glauben. In den Honigimportlisten tauchen viele andere Länder auf, die auch billig einführen und zwar um 50 Cent das Kilo, siehe Nord - oder Südvietnam. Außerdem so lange die dummen Imker nicht aussterben, die ihren Bienenbestand nicht ihrer jeweiligen Marktsituation anpassen, werden die Preiserhöhungen Träume bleiben.Ich habe einige Kollegen, die mit einem vielfachen meines Bienenbestandes auch nicht mehr Honigeinnahmen haben, da lobe ich mir die Heideimker, die scheinen mehr Verstand als andere Imker zu haben und verschleudern ihren Honig nicht.
Hallo Franz-Xaver, zunächst einmal gibt es seit etwa dreißig Jahren nur einen Staat Vietnam. Das nur einmal vorweg, auch wenn es "Klugscheißerisch" klingt. Das Problem mit den Honigpreisen liegt im Süden unseres Landes. Solange die Imker dort noch behaupten, sie könnten Blütenhonig nicht für angemessene Preise an den Verbraucher bringen , statt dessen ihn zu viel zu niedrigen Preisen an Abfüller verschleudern, die dann mit ihren niedrigen Preisen uns Imkern im Norden anständige Preise für unseren Blütenhonig kaputtmachen. Aber das Problem ist hier im Forum bekannt und schon diskutiert worden. Die Konkurenz kommt nicht nur von auserhalb, sie kommt auch aus unseren eigenen Reihen! Also, im Süden Werbung und Aufklärung für Blütenhonig, damit dort auch ein Markt dafür entsteht. Davon profitieren wir alle. Volle Honigtöpfe wünscht Lothar
Frank Osterloh
22.09.2002, 22:24
Hallo Lothar !
Kann Dir nur voll und ganz beipflichten. Gerade heute lag mir ein Prospekt der Handelskette WAL MART vor. Der "Dauerniedrigpreis" für Blütenhonig im DIB Glas liegt hier bei 3,33 € !!! WAL MART will daran verdienen und auch die Abfüllstelle........... was dabei wohl für den Imker übrigbleibt ? Nichts, aber auch rein gar nichts !
Grüße aus der Südheide
Frank
http://www.inmkerei-osterloh.de
honigmayerhofer
22.09.2002, 22:25
Hallo Lothar,
Über Nord - und Südvietnam könnten wir diskutieren wie über Süd und Norddeutschland, über das "klugscheißerische" möchte ich mich nicht äussern. Auch im Süden gibt es Imker, die für ihren Honig einen angepassten Preis verlangen, kannst in meiner HP feststellen, also nicht den ganzen Süden über einen Kamm scheren, es gibt auch im Norden viele Dumme, die nicht wissen, was ihr Honig wert ist.
Harzbiene
23.09.2002, 16:33
Hallo Freunde,
ich nehme für 500 Gramm im DIB-Glas € 3,60.-
250 Gramm " " " € 2,05.-
und das schon in seit 1979.(DM 7.-/ 4.-)
Pfand nehme ich nicht. Die Gläser kommen überwiegend auch so zurück.
Wenn ich meine Preisgestaltung mit der von Imkerkollegen auf den Wochenmärkten vergleiche, liege ich nicht verkehrt. Oder ?
Harzliche Grüße aus Goslar
Harzbiene
Einen Gruss aus dem Süden
Blütenhonig ist hier bei mir praktisch unverkäuflich, allerdings die Gegend (Klima/Pflanzen) gibt auch im Frühjahr keinen Blütenhonig her, so dass lediglich Waldhonig (dabei trenne ich nicht zwischen verschiedenen Honigtauhonigen wie z.B. Ahorn, Tanne oder Fichte)erzeugt wird.
Hier liegt der Preis Waldhonig (500 gr.) bei 6,50 Euro. Absatzproblem für 10-20 Völker gibt es nicht.
Gruss
Walter
Reiner Schwarz
23.09.2002, 19:16
Hallo Harzbiene,
es mag ja sein, dass die Kolelgen auf den Wochenmärkten ähnliche Preise verlangen, aber warum wurden denn seit 25 Jahren die Preise nicht erhöht? Ist das nicht falsche Bescheidenheit?
Man kann es sicher nicht ganz vergleichen, hier verlangen wir 4,50 € für unseren Honig, egal ob Blüte oder Wald. Im angrenzenden Tirol ist sogar 5,10 üblich. Pro Glas wohlgemerkt. Aber über dieses Thema wird wohl endlos diskutiert werden. Ich habe übrigens gerade heute im Supermarkt "Markenhonig" von Breitsamer gesehen, Waldhonig für 3,49 €. Ich wiederhole mich, das sollte unser Preis nicht sein. Unser Honig ist mehr Wert.
toyotafan
24.09.2002, 20:32
Hallo Reiner,
hast du so einen Waldhonig zu 3,49 vom Breitsamer mal gekostet? ich finde er schmeckt sehr nach Metcalfa. Das Zeug kannst du ganz billig in Italien kaufen. Super Leitwert aber der Geschmack ist voll daneben. Kunden die so einen Honig gekauft haben und ihn dann nochmal kaufen weil er ihnen geschmeckt hat, denen kannste eh nicht mehr helfen!
Reiner Schwarz
24.09.2002, 22:43
Hallo,
ich habe vor Jahren mal versucht mit so einem Honig Lebkuchen zu backen. Das ging schon, schmeckte aber eigenartig. Wer da keinen Unterschied schmeckt soll lieber Zucker essen. Aber die Geschmäcker sind halt verschieden und gerade hatte ich einen Kunden, dem mein Gebirgsblütenhonig zu sehr nach Honig schmeckte (!).
Hallo zusammen,
apropos Honigpreise in anderen Ländern, war die letzten zwei Wochen auf Korsika, einem aufgrund von Vegetation und Klima für die Imkerei sehr günstigen Ort. Der Honigpreis für ein 500g Glas lag in der Regel über 6 €, und das auch im hintersten Seitental, fernab den Touristenzentren. Die vielen Sortenhonige waren meiner Meinung nach von guter Qualität. Ich denke schon, dass der durch den Tourismus begünstigte Absatz diesen Preis möglich macht. Leider vergessen die Touries nach ihrer Heimkunft für Qualität auch einen angemessenen Preis zu zahlen und greifen wieder zur "flotten Biene".
Hallo Franz-Xaver, meine Anmerkung war mehr allgemein gemeint, nicht persönlich. Ich weiß, das Du Dich um guten Absatz und angemessene Preise bemühst. Ich hätte meine Anmerkung über Vietnam, die war auf Dich gemünzt, besser von der allgemein gemeinten Bemerkung über Honigprese trennen sollen. Ein anderer Beitrag beweißt, das in den südlichen Landesteilen der Markt für Blütenhonig im Argen liegt. Warum werdet Ihr Blütenhonig nicht los? Führt Ihr zu wenig Verbraucheraufklärung? Bei uns im Mittelgebirge nimmt der Anteil an Tauhonigen immer mehr zu. Was würde Ihr sagen, wenn wir den "verschleudern"? Wir sollten uns alle um guten Absatz und gute Preise bemühen. In diesen Sinne, volle Honigtöpfe, wünscht Lothar
toyotafan
26.09.2002, 09:17
Hallo Lothar,
hier im Süden hat Blütenhonig und vor allem Rapshonig bei den Imkern selbst einen schlechten Stellenwert. Das fängt schon an mit dem Kristalisationsverhalten und geht hin bis zum Geschmack. Blütenhonig aus bebrüteten Waben schmeckt halt gleich viel schlechter als bei Waldhonig, das merkt man erst wirklich, wenn man eine sehr feine Zunge hat. Ist bei manchem Imker der Waldhonig alle, dann sagen viele zu ihrer Kundschaft: "ich hab halt nur noch Blütenhonig", und tun damit selbst diesen Honig deklassieren. Ich selbst bekomme für 500g Rapshonig 5,00 €. Lange Zeit waren es nur die Norddeutschen, welche es nach dem Süden verschlagen hat, die meine Rapshonig kauften. So langsam kommen auch vor allem jüngere auf den Geschmack, aber wie du sagtes man muß schon was dafür tun um so einen Preis auch zu bekommen.
"Nur noch Blütenhonig"...da liegt der Hase im Pfeffer. Einige Imker machen mit solchen Bemerkungen sehr viel kaputt. Hoffentlich ändert sich da bald etwas. Wir im Norden könnten unseren Honigtauhonig demnächst als "Laushonig" anbieten.Aber warum sollten wir das ? Wir profitieren ja auch davon, das dieser bessere Preise erzielt. Wir würden uns über eine Art "Ausgewogenheit" bei Blütenhonigpreisen aber auch freuen.Und daran müssen wir halt arbeiten. Volle Honigtöpfe wünscht Lothar
Hallo,
ich zwar kein Imker, interessiere mich aber für die natürliche Gesundheit und damit auch für Honig und Propolis.
Wenn Ihr so über die Preise schimpft, dann macht es doch ´wie die Ölmultis.
Leider sieht es dan bei Euch anders aus.
Denn ohne Honig wirds auch warm in der Stube und das Auto fährt trotzdem.
Aber ich will Euch eas sagen, hier in Sachsen und in Brandenburg ist man schnell in Tschechien und Polen. Dort sind Preise, die sind halt och annehmbar.
Ich verbrauche ca 500 gr in 5 Wochen. und im Jahr etwa 100 gr Propolis. Natürlich für die ganze Familie. Also hole ich mir und ich bin bestimmt nicht der Einzige unseren Honig, Propolis und Propolissalbe aus Tschechien.
Wenn ich einen imker hier in der Nähe wüste, der mir einen guten Waldhonig und das Ander bietet und ich mit dem Preis einverstanden bin, könnt ich mir doch überlegen, wieder beim deutschen Imker zu kaufen.
Ich wollt blos auf die Möglichkeit des Rückganges an Nachfragen aufmerksam machen.
Bei uns sind schon so viele Imker eingegangen.
Nicht weil die Völker eingegangen sind, sondern weil die Mehrheit im Supermarkt kauft.
Gruß reiner aus sachsen
honigmayerhofer
28.09.2002, 14:08
reiner schrieb am 2002-09-28 01:20 :
in Tschechien und Polen. Dort sind Preise, die sind halt och annehmbar.
Nicht weil die Völker eingegangen sind, sondern weil die Mehrheit im Supermarkt kauft.
Gruß reiner aus sachsen
Hallo Reiner,
kauf nur weiter in Tschechien deinen Honig ein, ich würde es meiner Familie nicht zumuten den Honig aus diesem Land zu essen. Ich habe auch nicht weit nach Tschechien und konnte einen Waldhonig aus diesem Land probieren, an unserem Imkerstammtisch erkannte man sofort, dass dieser mit Melasse gestreckt war. Weißt du, welche starken Gifte, die für die Varroabekämpfung hernehmen, diese Honige sind zum Teil hochkontaminiert mit diesen Giften, es gab schon öfters Berichte darüber, da gibt es keine Kontrollen. Wenn ich heute Qualität möchte, muss ich auch was ausgeben dafür. Ich fahre z. B. oft nach Österreich, nur ein Katzensprung von mir bis zur Grenze, um mich dort, wie auch gestern wieder, mit Lebensmitteln zu versorgen. Die Qualität der österreichischen Lebensmittel sind noch um eniges besser als unsere Lebensmittel, man braucht sich nur einmal einen Teebutter aus Österreich besorgen, dann erkennt man erst wie arm es um unsere Butterherstellung bestellt ist. Auch unsere Wurst kann sich an Geschmack nicht mit der Östereichíschen messen, man muss aber ein bißchen tiefer in die Kasse greifen, als bei uns. Der Kunde zahlt z.B. in unseren Breiten für die Eier aus meiner Freilandhaltung 12,5 Cent. Ein österreichischer Bekannter zahlt für die gleiche Qualität das doppelte. Der deutsche Verbraucher will absolut für das Essen nichts ausgeben, alles andere, z. B. der Urlaub ist ihm wichtiger, obwohl ich auch nicht 5 € für einen dt. Rapshonig ausgeben würde, wie einmal im Stammtisch geschrieben wurde, ausser er ist aus einem Biobetrieb, wo ich weiß, dass keinen Gifte durch die Hand des Imkers in den Honig gelangen, aber bevor ich Honig aus Tschechien konsumiere, fresse ich lieber mit Nachbars Schweinen aus einem Trog, könnte gesünder sein, denn das dt. Getreide ist nicht so mit Spritzmitteln belastet, wie der tschechische Honig mit Giften.
Buckfastimkerei
28.09.2002, 22:30
Über manche Beiträge in diesem Forum haben mich sehr nachdenklich gemacht.
Weshalb wird der SÜDEN in der Republik angegriffen, dass hier der Honig verschleudert wird?
Kennen die Nordlichter überhaupt die Imker- und Bienendichte in dieser Region? Wo sind die Absatzmärkte für die Imker an der CZ-Grenze oder fern von Großstädten?
Ist man wirklich der Ansicht, dass der Honig vom Imker verschleudert wird, dann kann man diesen günstigen Honig doch aufkaufen und auch den angeblichen Profit des Großhändlers machen.
Wie entsteht der Honigpreis eigentlich bzw. wer gibt diesen vor?
Mit Sicherheit nicht der Großhändler.
Wir haben eine Konzentration des Marktes und deshalb gibt es in Deutschland nur wirklich 5 namhafte Handelsketten und Einkäufer.
Vom Ladenkettenpreis müssen erst 7 % für Herrn Eichel abgezogen werden, je nach Kette zwischen 35 - 45 %. Jetzt ist man beim Lieferpreis des Großhändlers. Die Differenz zwischen Produzenten und Großhändler ist mit Sicherheit der kleinste Sprung.
Wer über die Großhändler schimpft und denkt dort ist der Profit begraben, dann sollte doch jeder Kritiker ein Großhändler werden und den Imkern auch hochpreisig den Honig abkaufen.
Wieso kauft den hier KEINER den Überschußhonig der Imker auf?
Ich bin mir sicher, dass es bei der Diskussion in diesem Forum um keine große Honigmengen geht - max. pro Beitrag vielleicht um 50 kg.
Sie können mich alle beim Wort nehmen, ich kaufe alle DEUTSCHEN BLÜTENHONIGE aus diesem Erntejahr in unbegrenzten Menge auf.
Schreiben Sie mir eine email (Buckfastimkerei@aol.com), geben mir Ihre Sorte, Menge, Gebinde und Preisvorstellung an.
Bei der Preisvorstellung sollte man auf dem Boden der Realität bleiben, 5,--€ pro Glas kann vielleicht im Hausverkauf in exponierter Lage erzielt werden, aber nicht bei einem EIGENVERMARKTER.
Ich freue mich auf Ihre/Eure Zuschriften und werde schnellstens Antworten.
Herzlichen Imkergruß
<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Buckfastimkerei am 2002-09-28 22:33 ]</font>
honigmayerhofer
28.09.2002, 23:35
Hallo Miteinander,
dem vorhergehenden Bericht meines Landsmannes ist nichts mehr hinzuzufügen. Er zeugt von hohen Sachverstand in der Imkerei, besonders in der Vermarktung und trifft, wie man so schön sagt, den Nagel genau auf den Kopf.
_________________
MfG
Franz Xaver
www.honigmayerhofer.de
<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: honigmayerhofer am 2002-09-28 23:37 ]</font>
toyotafan
29.09.2002, 12:33
@ Reiner,
ich weiß nicht wie du deine Brötchen verdienst, aber was würdest du sagen, wenn dein Chef sagt: "du bist mir ab heute zu teuer, ich gehe mit meinem Betrieb in die Tschechei, dort können wir viel billiger Produzieren", dann kannste zum Arbeitsamt gehen!
Sehr schade ist, daß es für mich zu weit ist nach Tschechien zum Tanken zu fahren!
Generell ist Deutschland mit den Lebensmittelpreisen das günstigste Land innerhalb der EU, und glichzeitig haben wir eines der höchsten Pro-Kopf Einkommen!
Und die meisten Haushalte werden bald pleite machen, wenn jetzt der Langneese Honig doppel so teuer ist!
Grüße
Obstbrenner
30.09.2002, 00:34
Hallo Leute!
Wieder mal eine wirklich interessante Diskussion hier.
Ich war vor zwei Monaten in Ägypten und natürlich habe ich mich da auch für die Imkerei interessiert und mal Ausschau nach einem Imker gehalten und auch einen gefunden. Über den ausgeschilderten Preis war ich platt!! Kostet umgerechnet fast 4€ pro Glas. (Es handelt sich nicht um einen „Touristenpreis“) Im Supermarkt übrigens genau das gleiche.
Wenn man überlegt, wie hier der Monatsverdienst ist, müsste bei uns ein Glas Honig mindestens 30€ kosten.
Ich habe dann mal einen Einheimischen gefragt, dass der Honig hier aber doch recht teuer sei.
Antwort: Tja, echter Honig ist auch was ganz besonderes!! Ein Geschenk der Götter! Und dann erklärte er mir noch wie aufwendig die Wanderung in die Palmenblüte die Honigernte etc. ist.
Und was soll ich euch sagen: Da hat der alte Ägypter verdammt noch mal Recht!
Honig ist etwas ganz besonderes und es liegt am Imker das auch so zu vertreten!!!
Ich bin z.B. (u.a. aus Honigmangel) dazu übergegangen nur noch in 250g Gläsern zu verkaufen und habe überhaupt keine Probleme mit dem Absatz - ganz im Gegenteil! (Ich bin vollkommen sprachlos, dass Blütenhonig so schlecht absetzbar sein soll!!)
Natürlich kommen immer mal wieder Leute die sagen: Waaas so teuer? Bei Aldi kostet der aber nur X€!
Diesen Leuten gebe ich gleich zu verstehen, dass ich es ÜBERHAUPT nicht nötig habe Honig zu verkaufen, ganz im Gegenteil, ich mir die Kunden eigentlich aussuchen kann (Was übrigens auch so ist!) und das Sie nicht etwa mir mit dem Genuß von echtem deutschen Honig etwas Gutes tun – sondern sich selbst! Was mich immer wieder erstaunt ist die Unwissenheit der Leute – schlichtweg katastrophal!! Fragen wie: Wie oft schleudern Sie denn in der Woche Honig??(Frage von Vorgestern) sind dabei noch die harmlosen.
Hier muss der Imker auch wirklich voll hinter seinem tollen Produkt stehen und ich habe bei verschiedenen Gelegenheiten gemerkt, das man da ruhig ein bisschen hochnäsig auftreten kann!
Den ganz hartnäckigen gebe ich auch unmissverständlich zu verstehen, dass ich die Bienen doch nicht bestehlen kann, denn das Geld ist ja nicht für mich! (Ist ja auch tatsächlich so! Ich kenne keinen Imker, der es durch die Imkerei zu Wohlstand gebracht hätte!!)
Obligatorische Frage, die dann folgt: Wieso??
Antwort: Die Bienen brauchen doch einen Ersatz für den Honig! Sie brauchen Ersatzfutter für den Winter, sie brauchen ein Haus zum wohnen, sie brauchen Pflege wenn sie mal krank sind usw. und das verdienen sie sich schließlich mit ihrer Arbeit, dem Honigsammeln.
Dann kann ich doch nicht als Imker, der für sie verantwortlich ist daherkommen und die Bienen bestehlen oder mit einem viel zu niedrigen Preis betrügen, nur damit Leute die den Honig gar nicht zu schätzen wissen von diesem Betrug profitieren! Nein, dann belasse ich lieber den Honig den Bienen! Da machen diese „Kunden“ dann meist ein ziemlich dummes Gesicht..
drohne2000
30.09.2002, 02:18
Hallo Imkerkollegen,
Was eigentlich darf Honig kosten? Wieviel ist ein Glas Honig wert? Gespräch mit der Bienenkönigin "Erlauben Sie mir, einen Wunsch zu sagen. Ich möcht ein Glas Honig haben.Was kostet's? Ich bin zu zahlen bereit. Für was Gutes ist mir mein Geld nicht leid." "Sie wollen was Gutes für ihr Geld? Sie kriegen das Beste von der Welt! Sie kaufen goldnen Sonnenschein, Sie kaufen pure Gesundheit ein! Was Bessres als Honig hat keiner erfunden. Der Preis? Ich verrechne die Arbeitsstunden. Zwölftausend Stunden waren zu fliegen, um so viel Honig zusammenzukriegen. Ja, meine Leute waren fleissig! Die Stunde? Ich rechne zwei Mark dreissig. Nun rechnen Sie sich's selber aus! 27'000 kommt heraus. 27'000 Mark und mehr. Hier ist die Rechnung, ich bitte sehr!" Aus: Josef Guggenmos *1922 Was denkt die Maus am Donnerstag? dtv junior Deutscher Taschenbuch Verlag München 1980, 11. Auflg. S. 116 f
toyotafan
30.09.2002, 10:29
Hallo ihr beiden,
das geht aber runter wie Öl!
ihr spricht mir aus der Seele!
Hoffentlich gibt es noch mehr solche Imker mit dieser Einstellung, dann hab ich um die Zukunft der Imkerei hier in Deutschland keine Sorgen mehr, und der Nachwuchs kommt dann auch!
Grüße
Martin-Brucks
03.10.2002, 02:59
Hier diskutieren viele über den erreichbaren Honigpreis, er solle doch am besten 5€ pro 500g Glas betragen. Doch betrachtet man es mal realistich sind Honigpreise in den Bereichen vollkommen unrealistich ohne das man zu hohe Ausgaben für die "Bio" Siegel und Zertifikate hätte. Ich verkaufe meinen Honig je nach Abnahmemenge zwischen 3,00-3,40 € an den Endkunden + Pfand und für 2,60€ + Pfand an den Wiederverkäufer. Der teuerste Wiederverkäufer verkauft ihn dann für 3,70€ + Pfand. Und ich muss sagen ca. 25% sind da etwa Vermarktungskosten von, die bei den Wiederverkäufern praktisch wegfallen. Wenn ich mehr Geld nehmen würde würde ich wenieger Kunden haben und diese wollten das "besondere" mit Bio Siegel und Co. Dann habe ich viel höhere Ausgaben und mehr Aufwand und das rechnet sich nicht. Ich kann so meinen Honig gut absetzten und komme noch relativ gut dabei weg, ich habe nicht zuviel und nicht zuwenig am Glas. Wer hier richtig Masse an Honig verkauft müsste solche Berechnungen eigentlich kennen.
Ich habe weder Absatzprobleme mit Sortenhoniegen noch mit Mischhonigen. Ich sage aber dazu ich mag eigentlich lieber Mischhonige, da kann man jedem Kunden sagen "ja die Sorte ist da auch mitdrinn" als dann sagen zu müssen "Linde, tut mir leid habe ich nicht"
Achja wer mir noch ca. 1 Hobbock kandierten Akazienhonig mit 15,5 bis 16,75% Wassergehalt, cremig, gerührt, nicht körnig, abgeschäumt und ohne Rückstände verkaufen kann kann sich bei mir melden, ich suche noch. Der Honig muss zum Versand per GP (oder anderen Paketdienst) geeignet sein und ich werde vorher eine Qualitätsprobe machen. Ich kaufe nur Honig bei Imkern die nachweislich dem D.I.B. angeschlossen sind.
honigmayerhofer
03.10.2002, 05:06
Martin-Brucks schrieb am 2002-10-03 02:59 :
Ich kaufe nur Honig bei Imkern die nachweislich dem D.I.B. angeschlossen sind.
Hallo Martin,
ich bin ein sehr neugieriger Mensch und würde nur zu gerne wissen, warum du nur von Imkern kaufst, die dem D.I.B angeschlossen sind.
sabi(e)ne
03.10.2002, 11:45
Hallo, Martin,
das würde mich allerdings auch interessieren!
Tut mir leid, wenn ich jetzt schon wieder auf unsere Senioren einprügeln muß, aber hier in der Gegend sind alle mir bekannten Imker im DIB, aber von denen wirst du nie und nimmer rückstandsfreien Honig kriegen!
Ich z.B. bin nicht im DIB und werde auch nie eine Zertifizierung mit dem Bio-Siegel kriegen, aber sowohl mein Wachs als auch mein Honig sind absolut rückstandsfrei, weil in meine Stöcke noch nie Chemie reingekommen ist!
Noch näher an "Bio" ginge nur, wenn ich die Müllverbrennung und die Autobahnen sprengen würde :wink:
Und für meinen Honig aus Jungfernwaben finde ich 5 € eigentlich nicht zuviel; zur Zeit liegen meine Selbstkosten wegen noch zu geringer Mengen schon fast in der Höhe!
Bester Honig IST was ganz Besonderes. Solange es Leute gibt, die für eine Flasche Spitzenwein 50€ und mehr ausgeben, gibt es auch Leute, die diesen Preis für Honig bezahlen.
Daß ich ab Februar/März nicht mehr liefern kann, ist für diese Kundschaft eigentlich ein Qualitätszeichen. Und diese Leute werden mehr!
_________________
Gruß aus dem Sauerland, Sabi(e)ne
<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: sabi(e)ne am 2002-10-03 11:52 ]</font>
Hallo, alle Miteinander,
Hallo, Martin,
wenn du meinst das die DIB-Mitgliedschaft etwas besonderes ist, dann frage ich mich warum der DIB zulässt das jeder D……, nach einer sogenannten „ Honigprüfung “, Honig in DIB Gläsern mit DIB-Siegel verkaufen kann.
Das sagt meines Erachtens nicht das Geringste aus.
Wenn ich mir einige Schleuderräume vor Augen führe, die ich gesehen habe, dann gehe ich lieber zu Franz-Xavers Nachbarn und fülle in dessen Schweinestall ab, da muss es sauberer sein, sonst ist der gute Mann ganz schnell ohne Einkommen.
Den DIB interessiert es einen Sch……, wie es wo aussieht, ich habe schon viele gefragt aber es ist noch keiner kontrolliert worden.
Wichtig sind dem DIB die Einkünfte und die Gratulationen zum 85. Geburtstag eines Imkers.
Was ich schon an Honig in einem DIB Glas gekauft habe geht von explosiv über Betrug bis Güllegeschmack.
Der DIB in allen Ehren, aber über die Qualität des Honigs oder des Imkers sagt er überhaupt nichts aus, er möchte es zwar gern aber dann muss sich noch sehr viel tun.
Übrigens, ich fülle rückstandsfreien Honig ab, in DIB-Gläsern.
Und zu Beginn der Honigsaison habe ich auch keinen Honig mehr,ich verkaufe nicht an Kollegen und den Grosshandel.
Ich wünsche Euch viele gesunde Bienen !
Margret
honigmayerhofer
03.10.2002, 14:23
Hallo Miteinander,
es freut mich ganz besonders, dass wir so engagierte Damen im Forum haben, wie heißt es so treffend - Frauenpower pur. Dass sie mit mir in Sachen Honigerzeugung genau auf einer "Welle" macht sie mir besonders sympathisch, auch wenn es immer heißt, wir Bayern mögen keine Preussn(innen;). Eigentlich wollte ich ja auch auf das hinaus, dass der schlechteste Honig von den DIB Imkern kommen kann, das ist sowas wie ein Schutzschild für ihren Dreck, natürlich will ich nicht alle in einen Topf werfen, aber wenn ich mir den Großteil in unserem Verein anschaue, holen sich Gifte aus der Tschechei, von einen Beutenbauer in meiner Nachbarschaft holen sie sich Bretter, die mit Obstbaumspritzmitteln getränkt sind und die hervorragend gegen Varroa helfen sollen, auf meine Anschuldigung gegen den Mann, das sei ein Frechheit so etwas einzusetzen und auch noch an die blödesten unser Vereinsmitglieder zu verkaufen, meinte er lakonisch, an den Äpfeln seiner Bäume die er damit behandelt, sei auch noch keiner gestorben, aber brav in den D.I.B. Gläsern verkaufen sie alle. Die grösste Frechheit ist der Ausspruch "Ständig kontrollierte Qualität" , als ich beim letzten Vereinsabend die alten Imker fragte, wie oft sie schon kontrolliert wurden, musste jeder verneinen nur einer war dabei, den erwischt es zweimal hintereinander, aber nachdem im letzten Jahr die Höchstgrenze des Perizinrückstandes um das 10 fache erhöht wurde, können da auch wieder viele den Grenzwert einhalten. Ich finde der D.I.B Siegel hift nicht dem Kunden, wie es normalerweise sein sollte, sondern dem Erzeuger. Wenn ich Honig einkaufen würde, dann nur von einem Imker, der nicht dem D.I. B. angeschlossen ist, der ist normalerweise gezwungen ohne Gifte zu arbeiten, da er diese ohne Verein nicht bekommt und auch nicht bezuschußt wird. Ich habe meinen Honig heuer in Hohenheim auf Rückstände und in Erlangen auf Qualität untersuchen lassen, diese Ergebnisse sind für den Kunden auf meiner HP einsehbar. Ich verkaufe meinen Honig auch überdurchschnittlich gut, obwohl in der Internetplattform, wo ich meinen Honig anbiete D.I.B Imker ihren Honig ab 1 € für 500 gr. Honig anbieten mit den Schlagwörtern "Ständig kontrollierte Qualität oder unterliegen ständigen Untersuchungen, da wird der Kunde verarscht bis zum Umfallen. Traurig aber wahr, der Imker scheint mir der einzige Lebensmittelerzeuger zu sein, der ohne Untersuchungen oder Zertifikate oder Betriebsprüfungen jeden Dreck an den Mann bzw. an die Frau bringen kann, ist schon irgendwie traurig, aber vielleicht wird dies auch noch besser.
Hallo, alle Miteinander,
ich bin total verblüfft,so schnell hatte ich noch nie die Mail zurückerhalten.
Ich wollte es nicht so krass von mir geben,
aber, dem ist nichts mehr hinzuzufügen
Sabi(e)ne u. Franz-Xaver !!
Ich hoffe das unsere Meinungen für die alten Herren,wenigstens ein Denkanstoß sind.
Dann kann die Zukunft nur besser werden,
für die Bienen und die Imker,und letztendlich für den Verbraucher !
Margret
Dennoch haben in Tests Honige unter den Siegel des DIB meist mit Spitzenplätzen abgeschnitten. Mir ist da noch ein Test der Zeitschrift "Stern" in Erinnerung, bei den neben anderen Honigen auch drei Proben in DIB-Gläsern geprüft wurden. Zwei belegten die Spitzenplätze. Einer wurde abgewertet, nicht wegen der Qualität,sondern wegen falscher Deklarierung. Man mag über den DIB sagen was man will, seine Qualitätsanforderungen für Honig liegen weit höher als die gesetzlichen Mindestanforderungen. Wenn wir als Imker dennoch weit mehr von unseren Honig verlangen, kann das aber auch nicht von Schaden sein, oder? Volle Honigtöpfe wünscht Lothar
sabi(e)ne
03.10.2002, 21:09
Hallo, lieber Lothar,
meine und die Qualitätsanforderungen von wenigen anderen liegen aber noch höher!
Ich möchte nicht wissen, wie viele Imker, gerade jüngeren Alters, es gibt, die auf den DIB und alle anderen Verbände pfeifen, aber ihren Honig nach genauso hohen Kriterien wie Bio-Honig herstellen, aber ihn aus irgendwelchen Gründen nicht anerkannt bekommen.
Ich werde auch nie ein Bio-Siegel kriegen, weil ich nach einem kurzfristigen Ausflug zu Holz-Dadant-Beuten mit fliegenden Fahnen zu meinen Styropor-Beuten zurückkehren werde. Holzbeuten sind einfach zu schwer für meinen kaputten Rücken! In dem Fall muß ich leider sagen, mein Rücken ist mir mehr wert als das Biosiegel...
Aber meine Kundschaft weiß, wie ich meine Bienen behandle (ich habe genügend Leute im Vollschutzanzug mitgenommen!). Und sie sind auch bereit, meinen Preis zu zahlen. (Und dasselbe gilt für mein anderes Viehzeug. Schweine auf Stroh und auf der Wiese MÜSSEN einfach teurer sein als normale, die Arbeit gibt es nicht umsonst).
Und diese Leute kaufen keinen Honig woanders, wenn ich ausverkauft bin!
Nächstes Jahr werde ich beim Schleudern viel Gesellschaft haben, denn nichts schmeckt so gut wie stockwarmer Honig beim Entdeckeln, wie wir alle wissen!
Diese Kunden kommen wieder, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
Ich werde auch im nächsten Jahr zum ersten Mal Scheibenhonig verkaufen, für meine ganzen Allergiker. Denen nützt das "Wabenstück im Honig" von der Firma XY nichts, weil die Pollen darin ganz woanders herkommen. Zwei meiner Nachbarn haben es dieses Jahr ausprobiert, die Pollenallergien gingen ohne Medikamente auf ein erträgliches Maß zurück. Und bedauerlicherweise (für die Betroffenen) liegt da ein größer werdender Markt.
Man muß mit der Kundschaft reden, bis man Fransen am Mund hat, aber es lohnt sich!
Die Mundpropaganda ist werbetechnisch unbezahlbar, aber nur so kommt man weiter.
Und nach ein paar Jahren fängt es sogar an, sich zu rechnen... :wink:
Martin-Brucks
03.10.2002, 21:21
Warum ich möchte das mein Honiglieferant dem D.I.B. angeschlossen ist? Die Antwort ist ganz einfach:
Ich verkaufe den Honig später als D.I.B.-Honig, wie sollte ich das tun können wenn mein Lieferant nicht im D.I.B. wäre? - Ich müsste meine Kunden betrügen und das mache ich nicht.
Die endgültiege Entscheidung treffe ich sowieso erst nach einer Qualitätsprobe bei mir. Meine Kunden haben einen sehr hohen Anspruch an meinen Honig, deswegen geht es mir neben der Qualität auch noch um die direkte sensorische Ähnlichkeit zwischen dem gekauften und meinem Honig. Ich habe ja auch geschrieben das ich ganz bestimmte Anforderungen stelle (die höher sind wie die des D.I.B.), das man auf eine Siegel nicht vertrauen kann ist mir auch klar.
Aber eins muss man doch sagen:
Ob im großen oder im kleinen, Honigverkauf ist vertrauenssache.
Hallo Sabi(e)ne, was ich meinte ist folgendes: Gesetzliche Mindestanforderungen als allerunterste Kategorie, in der Mitte die Anforderungen, die der DIB stellt,Als oberstes Ziel die Standarts der Bio- und Ökoverbände. Die meisten von uns werden sich wohl (hoffentlich) mit ihren Ansprüchen zwischen Mitte und Oberziel einordnen. Volle Honigtöpfe wünscht Lothar
sabi(e)ne
03.10.2002, 21:34
Hallo, Martin,
das macht die Sache doch ganz einfach: keinen Honig zukaufen!
Dann weißt du genau, was du verkaufst.
Ich fahre nicht schlecht dabei, und im übrigen könnte mich ein Aufkäufer mit deinen Vorgaben kreuzweise... :wink:
Warum sollte ich meinen Honig zu einem Preis abgeben, der mit Sicherheit nicht kostendeckend ist? Du willst ja auch noch was dran verdienen.
Außerdem finde ich es schon Kundenbetrug, wenn ich einen "sensorisch ähnlichen Honig" zukaufe und ihnen nicht sage, daß er nicht von mir ist!!!
Dann würde ich, sollte ich je in die Verlegenheit kommen, zuviel zu haben, lieber damit die Wintereinfütterung machen als ihn weiter zu verkaufen!
Genausowenig kaufe ich welchen zu!
Natürlich ist die Versuchung groß, zuzukaufen und seine Kundschaft bis Ende Mai zufriedenstellen zu können, aber: nicht mit mir! Wenn Ende ist, ist Ende!
Ein Winzer etikettiert doch auch keine "sensorisch ähnlichen" Wein um, bloß um mehr zu verdienen!
Man mag diese Einstellung naiv nenen, aber ich kann jeden Morgen ruhigen Gewissens in den Spiegel gucken!
sabi(e)ne
03.10.2002, 21:42
@ Lothar:
Wie es mit den vielen Mitlesern im Forum bestellt ist, weiß ich nicht.
Aber zu glauben, daß tatsächlich eine Mehrheit mit ihren eigenen Qualitätsansprüchen im oberen Drittel zu finden sei, halte ich leider für Träumerei.
Tut mir leid, ich kenne hier in der Gegend ungefähr zwei Dutzend Imker, alle im DIB, alle fleißig mit Perizin und anderem Zeug arbeitend, weil der DIB gibt das ja vor.
Mir haben solche Leute schon angeboten, mir was mitzubestellen, weil ich Trottel ja nicht im Verein bin und so auch kein Zeug kriege...
Es gelingt mir seit Jahren nicht, ihnen meine Ansprüche klarzumachen (sie halten ja schon Trennung von Brut- und Honigwaben für Teufelszeug!).
Erstaunlicherweise hat meine Kundschaft das nach sehr kurzer Zeit begriffen und honoriert das auch entsprechend.
Wer hat da das Problem?
toyotafan
03.10.2002, 23:14
@ Martin,
also eines versteh ich nicht, aber vielleicht bin ich auch zu dum dazu?
wenn du sagst du bekommst für 5,- € deinen Honig nicht verkauft, aber auf der anderen Seite du für 3,40 € mehr verkaufst als du selber hast, dann stimmt doch was nicht. Ich meine da bist du einfach zu billig gewesen! Anscheinend hat Sabi(e)ne schon recht manche kapierens nie, oder wollen es nicht. Schade ist nur, daß mit solchem Marktverhalten viel kaputt gemacht wird.
Grüße
StefanR.
04.10.2002, 07:38
Als einer, der im zweiten Jahr imkert, und im zweiten Jahr Mitglied eines Vereins ist, bin ich langsam hinter die Strukturen des DIB gestiegen. Auf der einen Seite gibt es Leute, deren größtes Betreben ist die Maximierung des Honigsertrages. Sie ziehen ihr ganzes Selbstbewustsein aus dem Verkauf. Andererseits sind es besonders die Leute, denen ständig die Königinnnen ausgehen, sie sich aber nicht um die Nachzucht von gutem Material bemühen. Sie holen sich die Königinnen lieber vom Vereinsbruder, der die vielleicht auch noch kostenlos abgibt. Dieser Vereinsbruder ist auch noch der hilfsbereite, engagierte meist mit hohem Sachverstand, der sich in diesem Punkt ausnutzen lässt und es auch noch gerne macht. Aber eines ist bei uns im Verein klasse: alle verwenden die AS zur Varroabekämpfung. Allerdings wenn ich die Diskussion in Richtung Zellenverkleinerung lenke, werden diese Ideen genauso müde belächelt wie die Möglichkeit, Teile der wesensgemäßen Bienenhaltung auch in unsere Betriebsweisen zu übernehmen. Manche erfahrene (ältere?) Kollegen bringen oftmals auch Bio-Siegel und DIB - Zertifikat durcheinander, weil sie schlichtweg das DIB-Aktuell nicht richtig lesen. So sind Diskussionen über den Honigpreis bei uns auch immer Diskussionen über das Warum des Imkerns. Die die gerne verkaufen sind die ersten an den Ständen des Vereins, machen sich die meisten Gedanken über den angeblichen Verfall des Preises und haben am meisten Völker. Wer sind die besseren Imker?
Harzbiene
04.10.2002, 10:58
Liebe Imkerfreunde,
mit leichtem Unbehagen verfolge ich diese Diskussion.
Ob Mitglied im DIB, einem anderen Verband, oder nicht organisiert, überall gibt es gute Imker und die berühmten "schwarzen Schafe".
Unabhängig davon benötigen unsere "Bienen" in einer kapitalorientierten Gesellschaft, wie der unserigen, eine starke Lobby.
Ökologie geht nach wie vor noch immer nicht vor Ökologie. Da mag sich jeder vorstellen wo wir ohne Bündelung unserer Kräfte stünden.
Also organisieren sich die Imker im DIB und manche davon zusätzlich in weiteren Vereinigungen bzw. Gütesiegeln.
Wenn all das, was hier kritisiert wurde, abgestellt werden soll, brauchen wir immer wieder den unermüdlichen Einsatz vieler Imkerinnen und Imker in den Imkervereinen.
Es hat keinen Sinn über unseren Verband zu schimpfen. Wir haben es selber in der Hand welchen Weg er geht.
Den noch nicht Organisierten kann ich nur raten Mitglied im DIB zu werden, nach Gleichgesinnten zu suchen und die Ärmel aufzukrempeln.
Keine leichte Arbeit. Da holt man sich möglicherweise so manche Beule. Aber es lohnt sich, denn steter Tropfen höhlt auch den dicksten Stein.
Dabei sollten wir immer darauf achten nicht als Oberlehrer zu erscheinen, denn auch wir haben den Stein der Weisen nicht gepachtet.
Ich halte Bienen, weil es ökologisch erforderlich ist und sie ohne uns Imker in unserer ausgeräumten Agrarlandschaft keine Überlebenchance hätte.
Dann kommt erst der Honig. Hier versuche ich immer wieder höchste Ansprüche zu erfüllen und rückstandsfreien Honig in die Gläser zu bekommen.
Unser gemeinsames Ziel sollte es sein im DIB durchzusetzen, daß nur geprüfter Honig, der die Mindeststandards des DIB erfüllt, im DIB-Glas verkauft werden darf.
Wenn das erreicht und umgesetzt würde, hätten wir gemeinsam viel erreicht.
Herzliche Grüße
Harzbiene
<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Harzbiene am 2002-10-04 11:01 ]</font>
<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Harzbiene am 2002-10-04 11:03 ]</font>
toyotafan
04.10.2002, 11:44
@ Harzbiene,
du hast ganz recht, nur mit einer guten und starken Lobby werden wir Imker weiter kommen, und der Verband sind wir, nicht die da oben!
Mir persönlich wäre eine andere strengere Handhabung mit der Vergabe der Gütesiegel lieber. Vorbild für mich wäre das "Label Rouge" der Elsäsischen Imker.
@ StefanR,
Dr. Liebig beschrieb ein mal auf einem Vortrag bei uns " was ist ein guter Imker?"
ein Imker ist der, welcher keine Bienen, keine Königinnen und keinen Honig zukaufen muß. Er hat da vielen den kopf gewaschen, nicht nur mit dieeser Aussage. Also was mich betrifft so bin ich dann eher ein schlechter Imker, warum auch immer.
Grüße
Heike Aumeier
04.10.2002, 15:46
Hallo Miteinander,
jetzt muß ich mich auch mal wider melden.
Ich verfolge die Diskussion um den teuren Honig schon die ganze Zeit und meine mittlerweile ich bin im falschen Film.
Am Anfang war Sie ja noch recht objektiv, aber jetzt hat diese Diskussion nichts mehr mit der für uns normal guten Situation des besseren Preises für unseren Honig zu tun.
Jetzt wird über alles geschimpft : Über die Alten , über die Medikamentenbenutzer, übern DIB u.s.w.
Ich dachte die Imker sitzen in einem Boot.
Ist aber wohl nicht so.
Ich brauche bloß mal die Hompages einiger Imker anschauen. Dort wird über die Medikamentenbenuzer geschimpft, Ihr Honig sei lauter Schrott, nur der eigene Honig ist Goldeswert u.s.w.
Wo sind wir denn?
Es kann doch jeder das tun was er für richtig erachtet. Manche gehen doch auch lieber zum Hömopaten, der andere schwört auf seinen Hausarzt wieder andere nur auf den Facharzt u.s.w.
Wie ein jeder lebt und zu leben hat muß er doch selbst mit sich verantworten.
Ich kann doch nicht mit zweierlei Maß rechnen.
Jeder will für seinen Honig einen guten Preis erzielen , aber wieso verlangt er den von den andern Imkern wenn er Honig zukauft, das sie Ihm den Honig schenken?
Warum macht er den anderen Honig schlecht, kauft aber von anderen dazu und gibt ihn als sein eigenen aus. Ist den der Honig plötzlich besser nur weil er jetzt von XY abgefüllt wird, verändert er sich dadurch nur zu seinem Vorteil? Ist schon sonderbar das aus sogenannten Gifthonig dann plötzlich ?Bio-Honig? und eigener wird.
Jetzt ist gerade der DIB an der Reihe, gut ich bin auch kein Freund von Ihm , das gebe ich auch öffentlich zu.
Die Praxis die sich dort mittlerweile eingeschlichen hat stößt nicht auf meine Zustimmung.
Aber ?damals? noch lange vor meiner Zeit? hatte er eine Berechtigung .Der Zusammenschluß vieler Imker hatte damals etwas gutes.
Die Einführung des Imkerglases mit dem Gewährstreifen war etwas gutes. Das was nun daraus geworden ist ,ist eine andere Sache. Das der DIB nichts mehr tut( er hat nicht mal erreicht das es kein gefilterten Honig geben darf) und seine gut eingeführte Marke( da kann man streiten wie man will, es war und ist ein Markenzeichen)
kaputt macht und das Glas mit Etikett mittlerweile den Ruf von Kaufhaushonig hat muß er sich (DIB) schon ankreiden lassen und das sich ein großer Teil der Imker nicht mehr von Ihm vertreten fühlt.
Deswegen benutzen auch viele Imker ihr eigenes Glas. Sie setzen sich dadurch von der Masse ab und erreichen das Ihr Honig mit seinem Glas etwas einmaliges wird und in der Gegend in der Sie wohnen bekannt werden.
Jeder der den Honig dann kauft weiß sofort das das Honig von ?seinem Imker? ist.
Wenn ein Imker nun das DIB-Glas mit Etikett verwenden will ist das Seine Sache , aber von vorn herein behaupten das alle die es benutzen Giftmischer und Honigpanscher sind ist doch sehr weit hergeholt.
Ich kenne viele die sich wirklich Sorgen um Ihre Bienen den Honig machen. Viele nehmen auch nur noch Organische Säuren zur Varroabehandlung her. Ich glaube nicht das diese Imker einen schlechteren Honig wie Ich Ihn habe(Hi, Franz-Xaver, ich nehme im Moment auch die Oxalsäure her), das A u.O, ist doch der getrennte Wachskreislauf mit unbebrüteten Waben im Honigraum und der sorgsame Umgang mit dem Lebewesen Bien.
So kann fast kein Medikament in den Honig gelangen. Wer das immer noch nicht macht dem ist nicht mehr zu helfen und er muß den Vorwurf der Rückstände im Honig gefallen lassen.
Wenn mir mein Honig ausgeht oder ich nicht die Sorten anbieten kann, die der Kunde möchte , kaufe ich Honig zu.
Achte natürlich von wem und mit was dieser Imker behandelt und nun sind wir wider am Punkt , bezahle den Preis (versuche natürlich etwas zu Handel) den dieser fordert. Den ich weiß was für Arbeit in einem Glas Honig steckt. Gerade in der Zeit in der es kaum Honig gibt und der Imker es verstanden hat seinen Honig nicht zu verschleudern muß ich den Preis akzeptiern. Ich belüge meine Kundschaft aber nicht mit Honig aus eigener Imkerei, sonder schreibe den Zukauf auf das Preisschild . Ich erkläre den Kunden auch das dieser Honig zugekauft ist. Es wird von allen toleriert , da Sie wissen das ich auf Qualität achte.
Ich bin ja gespannt wie lange sich das Boot mit den Vielen Löchern noch über Wasser hält. Wenn nicht bald der Imker/in sein ganzes ?Ich? ändert und weiter nur an sich denkt, ist es bald zu spät. Es heißt doch : Einigkeit macht Stark!
Aber das was ich erlebe in der Honigfrage, auch in der Bienenrassenfrage läßt mich sehr an uns als aufstrebende Art zweifeln. So nun Schluß, ich stecke meinen Kopf noch nicht in den Sand und hoffe auf das Gute in unseren austerbenden Art.
Mit freundlichen Grüßen
Heike
Heike Aumeier
04.10.2002, 15:48
Hallo Miteinander,
jetzt muß ich mich auch mal wider melden.
Ich verfolge die Diskussion um den teuren Honig schon die ganze Zeit und meine mittlerweile ich bin im falschen Film.
Am Anfang war Sie ja noch recht objektiv, aber jetzt hat diese Diskussion nichts mehr mit der für uns normal guten Situation des besseren Preises für unseren Honig zu tun.
Jetzt wird über alles geschimpft : Über die Alten , über die Medikamentenbenutzer, übern DIB u.s.w.
Ich dachte die Imker sitzen in einem Boot.
Ist aber wohl nicht so.
Ich brauche bloß mal die Hompages einiger Imker anschauen. Dort wird über die Medikamentenbenuzer geschimpft, Ihr Honig sei lauter Schrott, nur der eigene Honig ist Goldeswert u.s.w.
Wo sind wir denn?
Es kann doch jeder das tun was er für richtig erachtet. Manche gehen doch auch lieber zum Hömopaten, der andere schwört auf seinen Hausarzt wieder andere nur auf den Facharzt u.s.w.
Wie ein jeder lebt und zu leben hat muß er doch selbst mit sich verantworten.
Ich kann doch nicht mit zweierlei Maß rechnen.
Jeder will für seinen Honig einen guten Preis erzielen , aber wieso verlangt er den von den andern Imkern wenn er Honig zukauft, das sie Ihm den Honig schenken?
Warum macht er den anderen Honig schlecht, kauft aber von anderen dazu und gibt ihn als sein eigenen aus. Ist den der Honig plötzlich besser nur weil er jetzt von XY abgefüllt wird, verändert er sich dadurch nur zu seinem Vorteil? Ist schon sonderbar das aus sogenannten Gifthonig dann plötzlich ?Bio-Honig? und eigener wird.
Jetzt ist gerade der DIB an der Reihe, gut ich bin auch kein Freund von Ihm , das gebe ich auch öffentlich zu.
Die Praxis die sich dort mittlerweile eingeschlichen hat stößt nicht auf meine Zustimmung.
Aber ?damals? noch lange vor meiner Zeit? hatte er eine Berechtigung .Der Zusammenschluß vieler Imker hatte damals etwas gutes.
Die Einführung des Imkerglases mit dem Gewährstreifen war etwas gutes. Das was nun daraus geworden ist ,ist eine andere Sache. Das der DIB nichts mehr tut( er hat nicht mal erreicht das es kein gefilterten Honig geben darf) und seine gut eingeführte Marke( da kann man streiten wie man will, es war und ist ein Markenzeichen)
kaputt macht und das Glas mit Etikett mittlerweile den Ruf von Kaufhaushonig hat muß er sich (DIB) schon ankreiden lassen und das sich ein großer Teil der Imker nicht mehr von Ihm vertreten fühlt.
Deswegen benutzen auch viele Imker ihr eigenes Glas. Sie setzen sich dadurch von der Masse ab und erreichen das Ihr Honig mit seinem Glas etwas einmaliges wird und in der Gegend in der Sie wohnen bekannt werden.
Jeder der den Honig dann kauft weiß sofort das das Honig von ?seinem Imker? ist.
Wenn ein Imker nun das DIB-Glas mit Etikett verwenden will ist das Seine Sache , aber von vorn herein behaupten das alle die es benutzen Giftmischer und Honigpanscher sind ist doch sehr weit hergeholt.
Ich kenne viele die sich wirklich Sorgen um Ihre Bienen den Honig machen. Viele nehmen auch nur noch Organische Säuren zur Varroabehandlung her. Ich glaube nicht das diese Imker einen schlechteren Honig wie Ich Ihn habe(Hi, Franz-Xaver, ich nehme im Moment auch die Oxalsäure her), das A u.O, ist doch der getrennte Wachskreislauf mit unbebrüteten Waben im Honigraum und der sorgsame Umgang mit dem Lebewesen Bien.
So kann fast kein Medikament in den Honig gelangen. Wer das immer noch nicht macht dem ist nicht mehr zu helfen und er muß den Vorwurf der Rückstände im Honig gefallen lassen.
Wenn mir mein Honig ausgeht oder ich nicht die Sorten anbieten kann, die der Kunde möchte , kaufe ich Honig zu.
Achte natürlich von wem und mit was dieser Imker behandelt und nun sind wir wider am Punkt , bezahle den Preis (versuche natürlich etwas zu Handel) den dieser fordert. Den ich weiß was für Arbeit in einem Glas Honig steckt. Gerade in der Zeit in der es kaum Honig gibt und der Imker es verstanden hat seinen Honig nicht zu verschleudern muß ich den Preis akzeptiern. Ich belüge meine Kundschaft aber nicht mit Honig aus eigener Imkerei, sonder schreibe den Zukauf auf das Preisschild . Ich erkläre den Kunden auch das dieser Honig zugekauft ist. Es wird von allen toleriert , da Sie wissen das ich auf Qualität achte.
Ich bin ja gespannt wie lange sich das Boot mit den Vielen Löchern noch über Wasser hält. Wenn nicht bald der Imker/in sein ganzes ?Ich? ändert und weiter nur an sich denkt, ist es bald zu spät. Es heißt doch : Einigkeit macht Stark!
Aber das was ich erlebe in der Honigfrage, auch in der Bienenrassenfrage läßt mich sehr an uns als aufstrebende Art zweifeln. So nun Schluß, ich stecke meinen Kopf noch nicht in den Sand und hoffe auf das Gute in unseren austerbenden Art.
Mit freundlichen Grüßen
Heike
Harzbiene
04.10.2002, 19:57
Hallo Toyotafan,
klär mich `mal auf.
Was sind die Voraussetzungen für das Siegel?
Herzliche Grüße
Harzbiene
Hallo Sabi(e)ne, wenn ich meine, die meisten Mitglieder im Forum setzten ähnlich hohe Erwartungen an ihre Honigqualität wie Du, dann daher, weil ich der Meinung bin, es hier mit besonders guten und kritischen Imkerinnen und Imkern zu tun zu haben(-: ! Wenn jeder ,wie Du es machst, sich selber hohe und höchste Maßstäbe setzt, nicht nur sich selbst sieht und über den eigenen Tellerrand blickt, wären wir nicht nur bei Honig und anderen Bienenprodukten viel weiter. Mach weiter so!! Schöne Grusse aus dem Lipperland und volle Honigtöpfe wünscht Lothar
sabi(e)ne
04.10.2002, 22:16
Hallo, zusammen,
ich habe gestern abend etwas vergessen zu erwähnen: die uns allen bekannte Firma aldi führte einen hervorragenden italienischen Wein mit geschützter Bezeichnung für wenig Geld im Sortiment. Als bekannt wurde, daß der Lieferant "sensorisch ähnlichen" Wein zugekauft hatte und ca. 100% mehr lieferte, als nach seiner geschützen Bezeichnung möglich war, flog dieser Wein sofort aus dem Sortiment.
Wenn ein Imker den Zukauf auch deklariert, habe ich da kein Problem mit.
Was mich stört, sind Leute, die fremden Honig unbekannter Qualität zukaufen und ihn als ihren eigenen vermarkten!
Wenn ich in einer Gegend wohne, wo ich niemals Akazienhonig kriegen werde, meine Kunden den aber unbedingt haben wollen, dann sollen sie ihn haben, ABER sie müssen wissen, daß ich dafür nicht genauso garantieren kann wie für meinen eigenen!
Meine Kunden haben dann bisher immer Rückzieher gemacht und wollten ihn dann doch lieber nicht. Und ich habe dabei NICHT alle anderen Imker in Grund und Boden verdammt.
Es mag jeder mit seinen eigenen Qualitätsansprüchen leben und verkaufen, aber bitte nicht alle unter ein und derselben Marke, sprich DIB.
Das halte ich nicht für gerechtfertigt und deswegen verstehe ich jeden, der in eigene Gläser abfüllt.
Von meinen Nachbarn würde ich nicht mal Futterhonig kaufen,da die Waben erst im Schnitt sieben Jahre als Brut- und dann als Honigwaben benutzt werden (die sind ja viel stabiler!). Nein Danke, Pest und Cholera brauch ich nicht auf meinem Stand!
@Lothar: natürlich hast du Recht, die Mehrzahl der hier vertretenen Imker ist jünger und engagierter, was sich schon aus der Benutzung des Internets ergibt, aber die alten Sturköppe sind immer noch in der Mehrheit.
Und die hören auf nichts und niemanden!
Da kannst du dich nur zurücklehnen und warten, daß sie aussterben (und die Funktionäre gleich mit), dann haben wir vielleicht eine Chance, Honig wieder als das Premium-Produkt zu vermarkten, das ja ist.
Stefan Fehn
05.10.2002, 12:59
Hallo Leute,
schaut mal unter diesem link nach, dieser Imker hat noch nicht gemerkt das Honig knapp und teuer wird:
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=1772157890
Hier verkauft ein Imker aus Niederbayern 1 Kg Waldhonig zum Preis von ab 1,00 €,
in einem „super“ Glas und mit „besonders aussagekräftigen“ Etikett.
Solange Imker ihren Honig in solch einer Aufmachung und zu solchen Preisen verscherbeln,
brauchen wir uns nicht zu wundern wenn es mit der deutschen Imkerei immer weiter bergab geht.
Mit Imkergruß
Stefan Fehn
honigmayerhofer
05.10.2002, 15:59
Es geht noch besser!
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=1772118533
ich habe schon erlebt, das Honige um 1 € ausliefen und so zum Kunden wechseln und das im D.I.B. Glas. Einsperren wäre das mindeste, was man mit solchen Leuten machen könnte.
Stefan Fehn
05.10.2002, 18:13
Hallo Franz Xaver,
dieser Imker hat wenigstens ein gescheites Glas, nicht wie der vorige Marke (eingelegte Heringe).
Der Honig mit der besonderen Geschmacksnote.
Mfg
Stefan Fehn
Da muß ich ja mal was zur Ehrenrettung der e-bay - Imker tun. Wenn die Leute auch mit einem Startpreis von einem Euro beginnen, so liegen die Verkaufspreise augenscheinlich doch drüber. Der zitierte Kollege erzielt inzwischen schon 19 Euro für 6 Gläser Honig. Das mag zwar noch nicht riesig sein, aber drei Euro pro Glas + Pfand + Versandkosten dürfte doch durchaus im Mittelfeld liegen. Und wenn man auf seiner Selbstvorstellungsseite nachliest klingt es ja auch ganz positiv mit seinem Engagement und der Einstellung zur Imkerei. Der Startpreis von einem Euro kommt bei Ebay nun mal auch bei deutlich teureren Angeboten vor in der einigermaßen sicheren Überzeugung, daß er schon entsprechend überboten wird. Das Glas des vorher zitierten Kollegen ist aber denn wirklich nett! Markus
@ Reiner,
ich weiß nicht wie du deine Brötchen verdienst, aber was würdest du sagen, wenn dein Chef sagt: "du bist mir ab heute zu teuer, ich gehe mit meinem Betrieb in die Tschechei, dort können wir viel billiger Produzieren", dann kannste zum Arbeitsamt gehen!
Sehr schade ist, daß es für mich zu weit ist nach Tschechien zum Tanken zu fahren!
Generell ist Deutschland mit den Lebensmittelpreisen das günstigste Land innerhalb der EU, und glichzeitig haben wir eines der höchsten Pro-Kopf Einkommen!
Und die meisten Haushalte werden bald pleite machen, wenn jetzt der Langneese Honig doppel so teuer ist!
Grüße
hallo toyotafan
ich glaube, daß das mit dem Einkommen weniger zu tun hat.
Bis etwa vor 10 Jahren hatten wir einen Imker bei uns in der Nähe, bei dem wir regelmäßig die verschiedensten Sorten gekauft hatten. Nach der Wende ist er, genau wie so vieles Andere kaputt gegangen. Denn er hatte keine Zeit mehr für sein Hobby, es ging bei ihm um die Frage, Job irgend wo, wo es Arbeit gibt. Und das war nun nicht gerade um die Ecke. Also raus aus der entindustrialisierten Besatzungszone und Hobby aufgeben. Dann habe ich den einen oder anderen Honig im Supermarkt gekauft. War nix. Also gedacht, Tschechien, viel Natur. Müßte doch mit dem Teufel zu gehen, wenn ich dort nicht geschmacklich guten Honig bekommen würde. Und das war auch so. Waldhonig vom feinsten. Jedenfalls mein Empfinden.
Nun nach vielen Monaten habe ich mich im Internet mit dem Honig und den anderen Bienenprodukten beschäftigt.
Ich war ja erschrocken, wie gefährlich eigentlich Honig ist. *grins*. Nach dem ich etwas mehr bescheid weiß, suche ich nun in meiner Nähe wieder einen Imker, der z.B. Waldhonig und Löwenzahnhonig anbietet. Vom Löwenzahn hatte ich noch keinen Honig. Aber ich bevorzuge halt etwas Geschmack.
Gruß Reiner
toyotafan
06.10.2002, 22:19
Hallo Harzbiene,
ich will das Label Rouge mal grob um reisen. Es handelt sich hier nur um ein Siegel über den Deckel das eben sicher stellt, daß das Glas nicht geöffnet wurde. Das Ettiket selbst bleibt jedem Nutzer frei gestellt, auch was für ein Glas er benuzt. :lol:
Vorraussetzung für den Anwender ist etwa folgendes. Nach der Ernte meldet der Imker sich zur Kontrolle an, wobei hier eine bestimmte Zeit für die jeweilige Sorte nicht überschritten werden darf. Jeder der Anwender muß auch mal raus zum Kontrollieren. Die Anwender verpflichten sich die Ernte in möglichst großen Behälter (Maturateur) zu sammeln (300-500 Kg), um eine möglichst große Einheitlichkeit des Honigs zu gewähren. Es wird von jedem Sammelbehälter eine Probe (+Gegenprobe) gezogen mit Angabe der Menge. Die Probe wird untersucht. Der Imker bekommt unter Vorbehalt für die geprüfte Menge die Siegel und kann diese sofort verwenden. Wird später ein Mengel bei der Untersuchung festgestellt, dann wird erst mal der Rest der Etiketten eingezogen, die Gegenprobe untersucht und ist der Mängel dann noch vorhanden, darf der Honig nicht weiter mit dem Siegel ausgestattet werden. Das alles wird mit einem Einzel-Nutzer-Lizenvertrag geregelt, wo der Anwender weiß auf was er sich einlässt. :oops:
Die Kunden werden mit einem Flyer darüber informiert was es mit dem Siegel auf sich hat, und aber auch darüber, daß es eben solche Qualität nicht um sonst gibt. Die Qualitätsansprüche selbst sind denen des DIB gleich, nur das hier wirklich geprüft wird, und nicht nur darüber geschrieben, und daß es die Teilnehmer selbst sind, die auch Prüfen. Sie kommen mit einander in Kontakt und sehen auch wie andere sich anstrengen oder eben weniger anstrengen. Den die Qualität zu erhalten, vor allen was Sauberkeit betrifft, wenn ein Kollege kommt zum Kontrollieren und das mitten in der Erntezeit, bedarf für manchen schon einer Anstrengung. :wink:
Es gibt noch viele Details, die ich selbst auch nicht so genau kenne aber um eben eine Vorstellung davon zu haben reicht es wohl.
Grüße
toyotafan
06.10.2002, 22:48
Hallo Reiner,
siehst du, wer frühr bei euch im Osten Bienen hatte, und damit umzugehen verstand, der machte damit richtig Kohle! wenn auch mit dem Schatten der Mangelwirtschaft. Die Imker drüben bekamen alles mögliche an Unterstützung, z.B. wurden ihre Bienen kostenlos zu den Trachtgebieten verbracht! und wieder zurrück!
Daß es jetzt drüben kaum mehr Imker gibt hängt unter anderem damit zusammen, daß sich das Imkern dort nicht mehr lohnt, weil die erzielbaren Preise dafür kaputt sind. Die Tschechen werden dies spätestens dann erfahren, wenn sie der EU bei getreten sind. Dann weht dort auch der Globalisierungs Wind und der Imker um die Ecke ist dort ebenfalls weg! :(
Hallo zusammen, mal ehrlich, zu welchem Glas greifen wir als Fachkundige eher? Zu einem neutralen oder zu dem Glas des DIB? (außer natürlich zu unseren eigenen :wink: ) Neutrale Gläser kaufe ich nur, wenn der Imker oder die Imkerin dahintersteht( im diesem Fall auch körperlich :) ) Das Glas des Imkerbundes genießt beim Einkauf ohne Beratung, also dort, wo ich die Ware in Selbstbedienung beziehe, halt doch noch bei mir eine Bevorzugung! Das ist nunmal bei Markenprodukten so! Volle Honigtöpfe wünscht Lothar
Hallo, alle Miteinander,
ich habe wohl zu laut geschimpft,man glaubt es nicht,heute war der
Honigobmann vom LV da und hat eine Honigentnahme getätigt.
Ich war ja total überascht.
Nun bin ich gespannt was das Bienen-Institut in Celle herausfinden
wird.
Ist doch toll, so bekomm ich eine amtliche Beurteilung meines Honigs,
und das liebe Geizhälse, ganz umsonst!!
Haben sich meine Jahresbeitäge ja doch gelohnt??
Ich wünsch euch viele gesunde Bienen
Margret
sabi(e)ne
08.10.2002, 15:59
Hallo, bisy,
dann herzlichen Glückwunsch und streich den Tag im Kalender an! Normalerweise kommen die nur alle dreißig Jahre einmal vorbei :lol:
Wirst du uns vom Ergebnis berichten?
Bei den ganzen Beiträgen kommt man zu der Erkenntnis, das es als Mitglied des DIB, entlich Zeit wird, bei der nächsten Versammlung Forderungen nach Verschärfung der Honigbestimmungen zu beantragen. Dazu sollten auch Mindeststandarts für Schleuderung usw. gehören. Das kann auch soweit gehen, Verbote für einige Medikamente zu fordern. Es liegt an uns, das diese Forderungen in die höheren Strukturen des DIB getragen werden! Volle Honigtöpfe wünscht Lothar
Harzbiene
10.10.2002, 09:01
Hallo Lothar,
wenn wir zu viel fordern, fällt bei vielen die Klappe und wir erreichen gar nichts.
Lieber in kleinen Schritten, aber dafür vorwärts! :wink:
Wir sollten auf jeden Fall fordern, daß kein Honig im DIB-Glas ohne Laboruntersuchung den Imker verlassen darf.
In Praxis würde das bedeuten, da? jeder DIB-Imker seinen Honig regelmäßig untersuchen lassen müßte, bevor er ins Glas kommt.
Das wäre doch schon etwas.
Und dann langsam weiter!
Harzbiene
PS. Jede Volluntersuchung kostet in Celle für DIB-Imker allerdings ca. DM 125.- = €63,91.--
sabi(e)ne
10.10.2002, 09:14
Hallo,
bei der LWK in Münster kostet eine Rückstandsuntersuchung für Honig 45€.
Hallo, alle Miteinander,
seht Ihr, es geht doch, nicht kleine Schritte, ein Schritt, kein DIB Siegel ohne Untersuchung!!
Wenn ich die Kosten umrechnen würde, auf meinen diesjährigen Honigverkauf, käme ich auf --- 0,07 € ---- pro Glas, wenn ich das meinen Kunden weitergebe und sie die Gewissheit haben, ungepanschten rückstandsfreien Honig zu bekommen, möchte ich den sehen der das nicht bezahlt.
Wenn wirklich jeder Imker verpflichtet wäre, würde die Masse auch die Untersuchungskosten senken, und ein paar Arbeitsplätze würden geschafft werden.
Packen wir`s an, wenn, wie es ja schon einige von uns machen, jeder freiwillig seinen Honig untersuchen lässt, ist es ja schon ein Anfang!
Übrigens teilte das Bieneninstitut Celle heute Morgen im Radio mit, dass bei uns in Deutschland keine Medikamente zur Bekämpfung der AF zugelassen oder verwendet werden.
Bei importiertem Honig aus Nordamerika u. Kanada hat man Antibiotika
gefunden.
Jetzt können wir Honig, bald auf Rezept, in der Apotheke, holen!!
Was will man den Bienen eigentlich noch zumuten?
Das müsste doch uns Europäischen Imker motivieren und vielleicht die Deutschen voran, unserem Honig wieder den Stellenwert in der gesunden Ernährung zurückzugeben, den er einmal hatte.
Dann spricht auch niemand mehr über den Preis, wenn wir dann nicht nur Qualität versprechen, sondern haben.
Ich wünsche allen Supermarkt-Honigkäufern einen guten Appetit!
Und meinen Honigkunden danke ich für den guten Geschmack, und das Vertrauen
das sie in mich und meine Bienen setzen.
Einen weiterhin sonnigen Herbst
Margret
sabi(e)ne
10.10.2002, 13:28
Hallo, Margret,
ich hab heute morgen in einer US-Website für Imkeranfänger unter Februar gelesen: "routinemäßige Terramycinbehandlung".
Da braucht man sich dann nicht zu wundern!
Bei der AFB geht es auch ohne Medikamente, solange nicht gerade der ganze Stand schon stirbt. Kunstschwarmverfahren!
Alle Bienen abfegen, einkerkern, zwei Tage warten und dann auf frische MWs in frischen Beuten setzen. Funktioniert und ist doch erheblich billiger als wenn du alles verbrennen mußt. Und ist antibiotikafrei.
Leider brauchst du zu solch einer Aktion einen Amtsveterinär, der sich auskennt; die, die keine Ahnung haben, ordnen immer sofort verbrennen an.
honigmayerhofer
10.10.2002, 19:07
Hallo, alle Miteinander,
seht Ihr, es geht doch, nicht kleine Schritte, ein Schritt, kein DIB Siegel ohne Untersuchung!!
Margret
Hallo Margret,
da würde der Kunde dann endlich so bedient werden, wie man es ihm wünschen würde. Ich würde sogar soweit gehen, dass ich zwei Siegel vergeben würde, eines für rückstandsfreien Honig und eins für rückstandsarmen (Perizin und Bayvarolbenutzer innerhalb der Grenzwerte.), aber eher hören wir beide das Imkern auf, bevor der D.I.B mal was ändert.
Bernhard
10.10.2002, 21:20
In aller erster Linie bin ich nur mir verantwortlich, das heisst, ich möchte meinen eigenen Honig essen können ohne über irgendwelche Rückstände nachzudenken.
Ferner ist es doch bei den meisten ein Hobby.
Egal ist es auch ob er aus dem Norden oder Süden kommt.
Chemiefrei imkern ist total einfach, es wird überall gelehrt und gezeigt.
Ich mache wenig Werbung, und die, die alleine kommen bleiben auch treu. Sauberkeit der Imkerei und des Imkers ist Plicht und der Hinweis, dass jeder jederzeit kommen und zusehen kann. Aufklärung ohne andere anzuprangern.
Meine Preise: Blüte 3,60 €, Wald 4,60 €, Tanne 6.- €
Von Imker zu Imker 1 kg Blüte 3 €
Ansonsten regelt die Anzahl der Bienenvölker den Vorrat an Honig.
Und was sogenannte Prüfsiegel oder kontrollierter Honig und sonstige Aufkleber angeht, einfach dem Kunden gegenüber den Spiess umdrehen und sagen: Mein Honig ist so gut, für denn gibts kein Siegel und die, die es trotzdem tun, haben wohl Grund dazu.
Grosse Hoffnungen auf ein einträgliches Nebengeschäft hatte ich noch nie.
Es ist doch heute ganz einfach. Auto in den nächsten Supermarkt, prima Parkplätze. Zeitungen Lotto... alles vorhanden. Unendlich viele Honigsorten, alles bequem erreichbar. 1 Stunde Wagen schieben und ab ins Wochenende.
Hallo, alle Miteinander,
mit dem DIB und den Reformern, dazu zähl auch ich, ist es wie mit dem alten und dem jungen Hund.
Der alte Hund ( DIB ), kann zwar fürchterlich knurren und bellen, aber Zähne zum beißen hat er nicht mehr, der junge Hund ( Ich ), kann auch knurren und bellen, er hat auch kräftige Zähne, aber er kommt nicht an den Hintern, zum reinbeißen.
Bis wir Franz Xaver, den Filz und den Staub der alten Profilierungssüchtigen Opas beiseite schieben können, haben wir selbst keine Zähne mehr.
Die Imkerei ist bewusst über die Jahre hin aufgespaltet worden, in Berufs-Hobby-Buckfast,- Bio,- und,- und Imker.
Somit konnten die Pöstchen verteilt und letztendlich die Position der Imkerei in der Gesellschaft geschwächt werden.
Selbst bei der Erwerbsimkerei in Europa spielt Deutschland die kleinste Rolle, und dem Lebensmittel-Betrug ( filtern ) sind Tür und Tor weit aufgerissen.
Die Honig-Importeure und Panscher halten sich vor lachen die immer fetter werdenden Bäuche.
Nur über die Selbstkontrolle der Imker und die Aufklärung der Verbraucher, ist noch ein Weg zu finden, die Qualität eines verkauften Honigs zu honorieren. Ich hätte dann auch keine Probleme den Sortenhonig eines Kollegen bei meinen Kunden zu Verkaufen wenn ich mich auf die Herkunft und Qualität verlassen kann. Aber!
Und nun nicht noch wieder einen Bund oder Clübchen gründen, sondern die vorhandenen Strukturen nutzen und die faulen Zähne entfernen.
Seht Euch doch die meisten Imkervereine und deren Vorstände an, da wird überall Nachwuchs gesucht, bevor du dich versehen hast haben sie dir einen Schweineposten angedreht und dann mach mal. Von nichts eine Ahnung, bist du Bienen- oder Seuchenwart, und wenn du Glück hast nur Kassierer oder Schriftführer, und dann stehst`e da, sagt der Berliner.
Und du hast noch nicht eine Biene.
Da haben wir es einfacher, wir haben Wissen, und sonst haben wir das Imkerforum und wir haben viele Vereine, die darauf warten dass wir den Staub aufwirbeln
Ich habe gewirbelt, ich bin zum Jahresende aus meinem jetzigen Verein ausgetreten, der ganze Vorstand, bestand aus einer Person, die alles konnte, wusste und nichts auf die Reihe kriegte. Bei den Versammlungen saßen dann die eigentlichen Würdenträger und brabbelten etwas von den Futtermilben die immer in den alten Stülpern waren, und die haben den Bienen auch nicht geschadet.
Sonst hat man ein bisschen mit „Flit“ gepüstert.
Im neuen Verein sind dann auch jüngere Mitglieder, die meisten unter Sechzig.
So jetzt Reicht es.
Ich wünsch Euch viele gesunde Bienen
Margret
Hallo Margret!
Genau dies ist der Grund, warum ich erst mal nicht in einen Verein eingetreten bin. Man wird als Neuling nett begrüßt, es wird betont das man Nachwuchs braucht usw. Und einen Posten übernehmen soll man auch gleich.
Aber erstmal will man doch als Anfänger was über Bienen; Betriebsweisen... lernen! Man soll erstmal in allen möglichen Untergruppierungen aktiv werden und über die Bienen hört man erstmal wenig! Mich hat das Ganze erstmal dermaßen abgeschreckt, das ich erstmal Vereinsfrei bleibe und wenn ich in einen Verein eintrete, mir den sehr genau aussuchen werde!
Hallo,Klaus,
bei mir im Umkreis gibt es ca.12 Vereine also konnte ich sie mir in Ruhe
ansehen und habe den, für mich sympathischten ausgesucht.
Das wird bei Dir nicht anders sein, lass Dir Zeit und suche in Ruhe.
Aber dann sollte man sich auch in den richtigen Verein integrieren,
und vor allen auch aktiv mitwirken.
Wenn ich mich nur auf die Zuschauerbank setze, kann ich nicht erwarten
das sich etwas verändert.
Auch Grüsse aus unserem sonnigen Norden
Margret
Reiner Schwarz
11.10.2002, 19:40
Hallöchen,
bisy sagte:
"Wenn ich mich nur auf die Zuschauerbank setze, kann ich nicht erwarten
das sich etwas verändert. "
Das ist genau die Sache, warum ich mich doch noch in diesem oder jenem Verein engagiere. Ein Beispiel. In unserer Gegend wurde ein regionales "Gütezeichen" für Lebensmittel eingeführt. Nun sollten auch für Honig Richtlinien erstellt werden. Ich war von Anfang an bei der Formulierung mit dabei. Bei der letzten Sitzung wurden plötzlich alle Qualitätskriterien, die dem Honig mit diesem Siegel von der sonstigen Ware abgehoben hätten, gekippt. Darüber hinaus wurden manche Teilnehmer der Lüge bezichtigt. Das war mir im Moment zuviel und ich beschloss im Stillen, nicht mehr mit zu arbeiten. ABER, dann würde der Standard dieser Schlamper zum Massstab werden. Das kann nicht sein, deshalb mache ich weiter und versuche die Zwecke im Hintern zu spielen. Leider sind die Querköpfe auch wieder ältere Imker....
Oder in unserem Kreisverband, gehts wieder anders lustig zu. Wir haben nur noch vier Ortsvereine und das vorhandene Geld wir nur für die Ausgaben des Vorstandes genutzt, der wiederum über den Kreisverband versucht persönliche Vorteile für sich und seinen Sohn beim Einkauf von Gerätschaften zu erlangen. Informationen über Neuigkeiten werden höchstens im Ortsverein des Vorstandes weitergegeben, wenn überhaupt. Auch hier hoffe ich durch meine Tätigkeit als Kassier etwas Ordnung in die Tätigkeit der höheren Funktionäre zu bringen.
Also, zurücktreten bringt nix. Und, entschuldiung für den Gedanken, irgendwann sterben dies Imker ja aus. Wer übernimmt dann die Aufgaben, die dann ja immer noch da sind? Ausserdem muss mann sich als jüngerer Imker auch erst seinen Stand verdienen. Auch wenn man gleich mit dem Mitgliedsantrag ein Amt verpasst bekommt, heisst das noch lange nicht, dass man auch in dieser Position geachtet wird. Das muss sich jeder erarbeiten. Und diese Arbeit tue ich gerne, auch wenns oft viel Langmut braucht um nicht aus der Haut zu fahren!
Vielleicht kommen ja doch mal noch anderer jüngere Imker nach, die sich auch ähnlich bemühen, um das schlingernde Schiff noch auf Kurs zu bringen. Denkt ihr ähnlich? Oder habe ich mich da in was verrannt?
sabi(e)ne
11.10.2002, 23:12
Hallo, Reiner,
im Prinzip hast du ja absolut und vollkommen recht!!!
ABER: wenn man sich zum x-ten mal eine blutige Nase geholt hat, und nicht deinen Langmut hat, sagt man: macht euren Scheiß allein und laßt mich in Ruhe!
Wenn ich meine Ansprüche an eine naturnahe Bienenhaltung und maximale Qualitätsansprüche noch nicht mal erläutern darf, weil "Weiber haben eh keine Ahnung, backt Kuchen fürs Vereinsfest und ansonsten halt deine Goschen", finde ich, ich lasse sie in Ruhe und sie mich dann bitte auch.
Vielleicht gucke ich in zwanzig oder dreißig Jahren wieder mal vorbei...
Nein, im Ernst, wenn Informationen aus der regionalen Bienenzeitung als Unfug abgetan werden, geschweige denn Sachen aus dem englischsprachigen Raum, finde ich das mal wieder sehr intolerant.
"Früher war alles viel besser" kann ich nicht mehr hören!!!
Wir haben nun nicht mehr "früher", sondern wir leben im Zeitalter von Varroa, Antibiotika (die mir schon mehrmals das Leben gerettet haben!), und anderen Unannehmlichkeiten.
Ich kann nicht so arbeiten wie vor sechzig Jahren, es geht einfach nicht!
Aber das alles zu ignorieren geht auch nicht!
ICH muß erst mal ganz allein für MICH entscheiden, wie will ich arbeiten.
Entscheide ich mich für Bio, muß ich es auch durchziehen, sonst ist alle Mühe für die Katz.
Entscheide ich mich für konventionell, kann ich immer noch abwägen, was ich gegen z.B. Varroa unternehme. Höre ich von allen Seiten, daß Resistenzen immer häufiger werden, müßte ich ja mit dem Klammerbeutel gepudert sein, weiterhin Perizin oder sonstige gängige Mittel zu nehmen, dann muß ich halt gucken, was ergibt auch bei langfristiger Anwendung KEINE Resistenz.
Wenn solch einfache Gedankengänge nicht mehr in die organisierte Imkerschaft zu bringen sind, dann kann man wirklich nur noch auf deren Aussterben warten!
Und hoffen,daß es genügend nicht-organisierte Jüngere Imker gibt, damit die Bieen nicht auf die Rote Liste kommen!
Hanspeter Itschner
12.10.2002, 09:21
Von Anfang an, seit es die Varroa bei uns gibt (seit über 10 Jahren) lehnte ich chemische Varroa-Bekämpfungsmittel ab. Ich suchte Gleichgesinnte im Verein. Es waren sehr wenige, ich hatte Glück, einer meiner Kollegen hatte einen Wachsschmelzer und eine Mittelwand-Presse. Ich beteiligte mich an den Kosten und durfte dafür diese Geräte mitbenützen. Niemand, ausser die Bienenforschungsanstalten, sprach ernsthaft von Rückstände in Bienenprodukten. Diese konnte man damals in so kleinen Mengen nicht einmal messen. Es gab auch noch keine Toleranzgrenzen für Rückstände in den Bienenprodukten. Es gab aber die Milchsäure und die Ameisensäure. Nur die Erfahrungen im Umgang mit diesen natürlichen Produkten fehlten noch, so gab es Königinnen-Verluste. Die chemischen Produkte waren und sind in der Anwendung einfacher und weniger zeitaufwendig. Der Wirkungsgrad war enorm und es sind keine Königinnen-Verluste zu beklagen. Ein sehr grosses Plus für die Chemie-Anwender.
Als Milch- und Ameisensäure-Anwender wurde man belächelt. Wir waren im Verein nur noch eine Handvoll davon (unter 5%). Wir hatten ein klares Ziel vor Augen und liessen uns nicht beirren von der Masse. Zudem erfuhr ich schon damals von den Nebenwirkungen der Pyrethroide, zwar in anderen Zusamensetzungen. Wir versuchten auch nicht mit Gewalt die anderen umzustimmen. Ich kaufte sogar für den ganzen Verein über mehrere Jahre die Apistanstreifen ein. Beim Verteilen der Streifen konnte ich unsere Alternativmethode unter die Leute bringen. Königinnenverluste wurden bei uns immer seltener. So interessierte man sich immer mehr für unsere Methode. Zugleich war bald einmal die Rückstand-Proplematik und die baldige Resistenzbildung im Gespräch und die Fachzeitschriften schrieben immer häuufiger positive Artikel über die Anwendung mit Säuren. Immer mehr stiegen um und heute behandeln bei uns nur noch etwa 5% mit dem Apistanstreifen und zwar kombiniert mit natürlichen Mitteln.
Xaver, Reiner, Sabi(e)ne......... stärkt Euch gegenseitig mit dem Erfahrungsaustausch hier im Forum oder mailt einander direkt. Zeigt Begeisterung für Eure Sache und lasset den anderen ein bißchen mehr Spielraum zum Umsteigen. Viele ältere Menschen brauchen manchmal sehr viel Geduld. Einige Euren Imkerkolleg(innen) werden ihre Völker verlieren und aufhören zu imkern, andere wird alles zu kompliziert und hören deshalb auf. Jüngere Imker kommen nach und sind froh Gleichgesinnte erfahrene Imker im Verein anzutreffen. Ihr sucht ja diese dort auch.
Wo ein Schatten ist, ist auch ein Licht. Sucht nicht der Schatten, sondern das Licht in Eurem Verein. Verzweifelt nicht, zeigt Durchhaltewille, dem Qualitätshonig und den zukünftigen Mitglieder zu Liebe.
Ich drücke Euch die Daumen, Hanspeter
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