Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Horizontalwabe zur Königinnenzucht?
sabi(e)ne
26.07.2002, 11:49
Hallo, zusammen,
hat jemand Erfahrung mit dem Horizontalwabenverfahren zur Königinnenzucht?
Zur Erklärung: man nimmt eine Wabe mit jüngsten Maden, zerstört systematisch um jeweils eine Zelle herum alle direkten Nachbarzellen bzw. deren Inhalt, und legt diese Wabe auf Hölzchen o.ä. auf ein weiselloses Volk, präparierte Seite nach unten, natürlich. Kurz vor dem Schlüpfen schneidet man die fertigen Zellen los und läßt die Damen in ihren zukünftigen Völkern schlüpfen.
Was spricht für und was gegen dieses Verfahren?
Ich finde es theoretisch von bestechender Schlichtheit; in der Literatur stand, daß es "nur von Anfängern benutzt wird, der ernsthafte Züchter benötigt ausgefeiltere Methoden". Es stand aber nicht dabei, warum...
Hallo Sabi(e)ne, das von Dir beschriebene Verfahren funktioniert recht gut, habe es selbst ausprobiert. Allerdings nicht für Zuchtzwecke, sondern um ein umzuweiselnes Volk " Weiselrichtigkeit" vorzutäuschen. Für den Bedarf einer kleineren Imkerei reicht das vollkommen aus. Ich werde es auch weiter anwenden, es ist auch kostengünstig. Ausser einen scharfen Messer zum Ausschneiden eines passenden Wabenstückes braucht man nichts. Da gehen "proffesionelle" Zuchtmethoden schon eher ins Geld. Gefunden habe ich dieses Verfahren mal wieder bei Wolfgang Golz. Volle Honigtöpfe wünscht Lothar PS:Das war gerade mein 100. Beitrag, komme schon in "Marathon"-Nähe.
sabi(e)ne
28.07.2002, 11:04
Hallo, Lothar,
was mich so fasziniert, ist, daß man sich den ganzen Extra-Kram spart, der ja nun auch gut ins Geld geht, und die Fieselei beim Umlarven.
Wenn man die Königin auf der Wabenseite oder einem Teil davon absperrt, kennt man das genaue Alter der Larven und dürfte eigentlich kein Problem wegen zu alter Maden haben.
Schade ist selbstverständlich die riesige Verschwendung an Eiern, aber andererseits habe ich zu Anfang beim Umlarven auch etliche umgebracht... :sad:
Ich glaube, ich werde es mal ausprobieren.
Hat denn sonst niemand Erfahrungen damit?
Hallo ihr beiden,
was ihr da „entdeckt“ habt, ist die wohl älteste Methode der Zuchtstoffdarbietung, ähnlich dem Bogenschnitt.
Nur: Warum soll ich meinen wertvollen Zuchtstoff so vergeuden ?
Aus einer Wabe kann ich theoretisch per Umlarven hunderte Königinnen ziehen, bei der Horizontalwabe nur ein paar wenige.
Ich glaube, kein vernünftig denkender Züchter wird dir eine Wabe aus einem Zuchtvolk geben, wenn Du ihm erzählst, dass du sie so „missbrauchst“, liebe Sabiene. Also wirst du auf eigenes Material zurückgreifen müssen.
Ausserdem:
Was kostet denn soooo viel Geld beim Umlarven.?
- Umlarvgabel ca. 15 €, hält ewig.
-Weiselnäpfchen ? Kann man aus Wachs selber machen, ansonsten bei Nicot Pfennigskram.
Probier doch mal folgendes aus, nächstes Jahr.
Einem starken weiselrichtigen Trachtvolk je 3-4 belarvte Weiselnäpfchen in den Honigraum, übers Gitter einfach zwischen die Rähmchen hängen, ergibt herrliche Königinnen. Ist ja im Prinzip nichts anderes als eine Horizontalwabe. Du kannst die Larven allerdings bei jedem Züchter erhalten und über weite Strecken transportieren.
So habe ich vor zig Jahren auch begonnen.
Grüsse aus der Eifel
Josef
Hallo Josef, mit der Horizontalwabe ist nicht so eine grosse Verschwendung. Empfolen wird eine Größe von 2x10 cm. Also ca. 80 Maden je Seite. Wieviele Weiselzellen man später verwende, bleibt jeden selbst überlassen. Es ging ja auch mehr um eine günstige und einfache Methode für den kleinen Bedarf.Deine beschriebene Methode geht schon mehr in Richtung "Profi". Deine Kostenrechnung kann da auch nicht mithalten, ein scharfes Messer bekomme ich schon für 5-10 Euro. Wabenstücke in der oben beschriebenen Größe kann man auch warm und sicher über weitere Entfernungen befördern. Das soll keine Kritik sein, ich möchte Dich nicht zu der beschriebenen Methode überreden. Soll einfach nur Info sein, jeder soll seinen Weg in der Imkerei suchen und finden, und damit klar kommen. Volle Honigtöpfe wünscht Lothar
Hallo Lothar,
das sehe ich absolut genauso, jedem seines.
Ich wollte nur eine der vielen Alternativen aufzeigen.
Grüsse
Josef
sabi(e)ne
09.08.2002, 10:34
Hallo, Josef,
dankeschön!
Ich bin aber nicht grade ein geduldiger Mensch und die Fieselei beim Umlarven geht mir mächtig auf den Keks. Ich hatte von der Horizontalwabe gelesen, und wollte nur wissen, ob es schon jemand ausprobiert hat und wie die Ergebnisse waren, also ob es sich lohnt, es mal zu probieren.
Ich würde auch niemals eine ganze Wabe dafür raustun, egal ob eigene oder fremde.
Aber es hörte sich so schön einfach an, und du kennst bestimmt den Spruch, der eigentlich für alle Arbeiten und Konstruktionen gilt: "Keep it simple!" :wink:
Aus einer Wabe kann ich theoretisch per Umlarven hunderte Königinnen ziehen, bei der Horizontalwabe nur ein paar wenige.
Josef,
das stimmt so sicher nicht
Da musst überhaupt nichts schneiden, wenn Du nicht willst
und dann ein Beispiel wie viele Königinnen mit diesem System gezüchtet werden kann
Beispiel meine Langstroth 1/2 Rähmchen
wenn Du jede 7. Zelle stehen lässt, hast Du ca. 52 Königinnen
wenn Du jede 6 Zelle stehen lässt, hast Du ca. 60 Königinnen
wenn Du jede 5 Zelle stehen lässt, hast Du ca. 72 Königinnen
wenn Du jede 4 Zelle stehen lässt, hast Du ca. 132 Königinnen
wenn Du jede 3 Zelle stehen lässt, hast Du ca. 232 Königinnen
wenn Du jede 2 Zelle stehen lässt, hast Du ca. 800 Königinnen
immer Vertikal und Horizontal alle Werte nur ca. habs aufgezeichnet
Ich werde im Frühjahr einen Test mit jede 7. Zelle machen, also ca. 52 Königinnen
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