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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wassergehalt von Honig



Schrofi
16.07.2002, 10:52
Hallo miteinander!

Ich habe meinen Blütenhonig in einem Labor untersuchen lassen. Es wurde ein Wassergehalt von 18,4 % festgestellt (das Honigqualitätssiegel gibts bei uns in Österreich erst < 17,5 %). Nun zu meiner Frage: Ist der gemessene Wassergehalt zu hoch und besteht die Gefahr der Gärung ? Ich muß nächstes mal wohl länger warten bis ich schleudere!

Martin Hardt
16.07.2002, 11:38
Hallo Schrofi,

bei einem Wassergehalt von 18,4 % kann der
Honig nicht gären.
Ein Tipp: vor dem Schleudern, den Wassergehalt mit einem Refraktometer messen.
Es kommt auch auf die Beuten an.
Holzbeuten haben in der Regel bis zu 2%
weniger Wassergehalt als Kunststoffbeuten.

Herby
16.07.2002, 20:32
Hallo Martin
Jetzt aber mal langsam,der Wassergehalt soll oder kann in Kunststoffbeuten um 2% höher als in Holzbeuten sein,wie du schreibst.Kannste das auch mit sachlichen erklärungen begründen??
MFG Herby

Werner Egger
16.07.2002, 21:13
Hallo Herby,
ich denke wohl, dass es an der Diffusionsfähigkeit von Holz liegt. Kunststoff macht dicht, und somit müssen die Bienen jedes Wassermolekül einzeln durch die Flugöffnung bugsieren.

mfg
Werner Egger

<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Werner Egger am 2002-07-16 21:15 ]</font>

Reiner Schwarz
17.07.2002, 00:14
Ich zitiere wörtlich das Ergebnis des auf drei Jahre angelegten Beutenvergleich in Hohenheim, ADIZ 3/99:

1. Der Beutentyp hat keinen oder keinen erkennbaren Einfluss auf die Volksentwicklung, weder auf die Brutleistung nochauf die Volksstärke noch auf die Schwarmneigung noch auf die Überwinterung

2. In den besser isolierten Kunststoffbeuten zehren die Völker deutlich weniger. SIe verbrauchen weniger Winterfutter und die Honigernte liegt höher als bei den Holzbeutenvölkern.

3. Der Honig der Kunststoffbeutenvölker hat einen höheren Wassergehalt.

4. Beim Varroabefall gab es keinen signifikanten Unterschied

Vielleicht kann das dazu beitragen, den Flamewar um das Beutenamterial zu entschärfen.

Ach ja, Hohenheim imkert weiterhin ausschließlich mit Holzbeuten.

_________________
Reiner Schwarz
auch Systemweisel bei buckfast.de

<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Reiner Schwarz am 2002-07-17 00:15 ]</font>

Thomas Hädrich
17.07.2002, 07:55
Ketzerische Frage:
Ergibt sich aus Kunstoffbeuten eine etwa 2% höhere Honigernte? Dann wäre das "Mehr" ausschließlich Wasser.

Hinsichtlich der gleichen Volksentwicklung melde ich Zweifel an. Meine Völker in mit Schaumstoff isolierten doppelwandigen Holzbeuten mit geschlossenem Boden entwickeln sich im Frühjahr deutlich langsamer als die in einfachwandigen Holzmagazinen mit Gitterboden.

Eine Bestätigung: Die Winterzehrung ist in den isolierten Beuten deutlich geringer.

Grüße, Thomas

<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Thomas Hädrich am 2002-07-17 07:57 ]</font>

Martin Hardt
17.07.2002, 08:22
Hallo Herby,

1. Es ist bekannt, daß Holz Wasser aufnimmt.
2. Der Wassergehalt wird bei mir vor und
während der Schleuderung gemessen.
In diesem Jahr z.B.:
Frühtracht Holzbeuten = 16 % - 16,8 %
Kunststoff = 17,5 % - 18,2 %
Sommertracht Holzbeuten = 16,5 % - 17,5 %
Kunststoff = 17,8 % - 19,0 %
Alle Beuten stehen auf einem Grundstück.

In 2001 war der Wassergehalt im gleichen
Verhältnis um 1,2 % höher.

Den niedrigsten Wassergehalt hatten meine
Hinterbehandlungsbeuten (Fritzel).

Selbstverständlich spielen auch die jeweiligen Trachtverhältnisse eine große
Rolle.Das sollte man nicht außer acht lassen.
Wichtig ist, daß der Honig " reif " zum
Schleudern ist und man keine " Suppe "
im Eimer hat.

Mit freundlichem Imkergruß

Martin

Martin Hardt
17.07.2002, 08:44
Hallo Thomas,

ketzerische Gegenfrage -

Was hat die Volksentwicklung mit
der Honigernte zu tun ?
Das sind zweierlei Schuhe.

Gruß Martin

Thomas Hädrich
17.07.2002, 11:49
Hallo Martin,

Garnichts. Der Punkt Volksentwicklung ist OT.
Ich habe ihn besprochen, da er in der Gegenüberstellung Holz- bzw. Kunststoffbeute von Reiner angeführt wurde, genauso die Winterzehrung.

Zurück zum Wassergehalt:
Holz nimmt Wasser auf, richtig. Seine Rolle bei der "Honigtrocknung" wird aber untergeordnet sein. Bei 60% relativer Luftfeuchte hat Holz eine Gleichgewichtsfeuchte von ca. 10%. Die Gleichgewichtsfeuchte von Honig (also offen stehender Honig) ist mit Sicherheit größer als 20%. Ein Effekt könnte nur auftreten, wenn der Honig im Holzgefäß gelagert würde.

Der Effekt wird ein anderer sein: Holz kann das anfallende Kondenswasser abtransportieren, Kunststoff kaum (_aufnehmen_ kann Kunststoff auch, siehe abgesoffenen Wärmedämmungen). In einer Kunststoffbeute sollte also eine höhere Luftfeuchte herrschen (gibt es Meßdaten?). Es kommt also auf das Transportvermögen an und nicht auf das Aufnahmevermögen.

Grüße, Thomas

Werner Egger
17.07.2002, 14:13
Hallo miteinander

Styropor ist ein geschlossenporiger Kunststoff. Seine Aufnahmefähigkeit ist somit äußerst gering. Somit hinkt auch der Vergleich mit einer abgeschoffenen Wärmedämmung, diese ist nämlich offenporig und kann Feuchtigkeit aufnehmen.
Richtigt ist, dass Holz das Wasser nicht aufnimmt, sondern weiterleitet, diffundiert.

mfg
Werner Egger

<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Werner Egger am 2002-07-17 14:15 ]</font>

Sven aus Olpe
18.07.2002, 19:22
nach euern aussagen habe ich mir heut mal die mühe gemacht die luftfeutigkeit in einer holszbeute und in einer styroprbeute zu messen. leider ist mir vorhin eingefallen das die werte so nicht aussagekräftig sind den der holzboden ist geschlossen und die sty. beute hat ein lüftungsgitter. auf jeden fall hat die sty. beute bei der messung weniger luftfeutigkeit gehabt.

mfg
sven

Sven aus Olpe
18.07.2002, 19:25
Thomas Hädrich
wir haben eine andere erfahrung. die frühentwicklung empfinde ich besser in den sty. beuten. habe allerdings ein lüftungsgitter das ganze jahr im boden.

mfg
sven

Herby
20.07.2002, 05:25
Hi Thomas
Man sollte dem Temperaturfaktor nicht auser Acht lassen,welcher einen nicht übersehbaren
Einfluß auf die Höhe der Luftfeuchtigkeit im inneren der Beute hat.Das die Temperatur in der Kunststoffbeute im Jahresmittel einige Plusgrade höher ist ,schätze ich als erheblichen Vorteil gegenüber der Holzbeute.Die Luft nimmt ja bekanntlich bei höherer Temperatur mehr Feuchtigkeit auf.Wenn dann der Luftaustauscht im richtigen Maß erfolgt(große Fluglöcher,Gitterboden) ist die Luftfeuchtigkeit mit Sicherheit nicht ungünstiger als in der Holzbeute.Mit dem Argument das durch Holzbeuten ein niedriger Wassergehalt im Honig zu erzielen sei ist so vielleicht nicht ganz richtig.Die Sache ist viel komplizierter,wobei andere Faktoren auch einen großen Einfluß ausüben.

Josef
25.08.2002, 17:52
Guten Tag, allerseits,

wer kann mir ein gutes Refraktometer empfehlen ?
Mein altes Billigprodukt lässt sich nicht mehr eichen und ist auch nur sehr schwer ablesbar.
Das Modell von Zeiss, Jena soll so gut sein, ich weiß nur, dass es rot ist, aber leider keine näheren Angaben.
Wer arbeitet mit dem Ding, bzw. wer möchte seines mal kurz vorstellen ?

Danke an alle


Josef

Ulrich Mindrup
26.08.2002, 09:33
Sven aus Olpe schrieb am 2002-07-18 19:25 :

wir haben eine andere erfahrung. die frühentwicklung empfinde ich besser in den sty. beuten. habe allerdings ein lüftungsgitter das ganze jahr im boden.



Hallo Sven,

der offene Boden könnte der entscheidende Punkt sein. Gerade in gut isolierten Beuten mit geschlossenem Boden verlieren die Bienen schnell "die Fühlung" zum Wetter draußen und "verpulvern" ihre Kräfte zu früh. Bienenvölker auf Gitterböden wissen auch in gut isolierten Beuten, was "draußen" los ist.

Grüße

Ulrich

Josef
26.08.2002, 19:49
Hallo ihr alle,

war meine Anfrage zu einfach formuliert ? :smile:
Eigentlich dachte ich, mein Postfach müsse überquellen von Antworten, aber Fehlanzeige. Wo sind denn nun die Profis, wie messt ihr den Wassergehalt eurer Honige, oder ist euch diese Frage zu platt ?

Grüsse

Josef

<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Josef am 2002-08-26 19:50 ]</font>

honigmayerhofer
26.08.2002, 21:13
Hallo Josef,
ich hoffe, du bist mit meiner Antwort, wenn es auch die Einzige bleiben sollte, zufrieden. Ich habe ein Refraktometer, billiger Art (110 €) und bin damit zufrieden, obwohl ich ihn eigentlich nicht brauche. Wenn der Blütenhonig 3/4 verdeckelt ist, kommt er raus, die nicht verdeckelten Waben lasse ich den Bienen. Wenn du diese auch schleudern willst, musst du eine Stritzprobe machen, d.h. du schlägst mit der Faust auf die Hand die das Rähmchen hält, dabei darf kein Honig spritzen, du kannst eine Zeitung unterlegen, um dies sichtbarer zu machen. Erfahrene Imker machen auch einen "Gabeltest" und erkennen an der Viskosität des Honigs den Reifegrad des Honigs. Mich hat der Refraktometer schon mal viel Ärger gekostet, da ich an einer Stelle im Honigraum gemessen habe, diese einen Wassergehalt von 18,5 aufwies, nach dem Schleudern habe ich nochmal gemessen, dann hatte ich über 20 %. Es war nur gut, dass es sich nur um ein paar Eimern Honig handelte und ich diesen mit sehr trockenen Honig, den mir mein damaliger Imkerpate auslieh, verschneiden konnte, also Vorsicht , wenn du dich nur auf den Refraktometer verlässt. Waldhonig z. b. muss nicht unbedingt verdeckelt sein und ist doch reif, aber wie gesagt, mit der Spritzprobe bist du immer sicher. Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen, falls du noch Fragen hast, werden diese sicher beantwortet.

bisy
26.08.2002, 23:50
Hallo Josef,
dann will ich einmal den Anfang machen.
Ich arbeite mit so einem – Ding – von der Firma Zeiss- Jena.
Da ich es erst zwei Jahre benutze, kann ich Dir über die Haltbarkeit nicht
viel sagen, es ist nicht gerade billig, was mich nicht störte, ich bekam es geschenkt.
Es ist auch nicht rot, aber das tut der Funktionalität keinen Abbruch.
Ich weiß das der Wassergehalt, im Honig, höchstens 18% sein darf, ansonsten fängt er an zu Gären.
Ist er darüber, lässt Du ihn noch im Honigraum, bis er verdeckelt ist und schleudere ihn dann.
Bist Du beim Abschleudern und er hat über 18%, kannst du ihn zum kochen/backen oder zum Met/Likör machen, nehmen.
Oder Du musst ihn schnell essen!
Ich hoffe, ich konnte Dir mit meinem wenigen Wissen, weiterhelfen.
Jetzt sei Du man nicht – Platt –, aber wenn Du einen wissenschaftlichen
Bericht haben möchtest, empfehle ich Dir die Uni Hohenheim, die können Dir bestimmt weiter helfen! .
Aber bestimmt trauen sich jetzt auch ein paar Profis !

Und nun wünsche ich Dir viele gesunde Bienen.

Margret

Josef
27.08.2002, 19:20
Hallo Honigmayerhofer,
Hallo bisy,

vielen Dank für eure Antworten !
bisy, ganz besonders hat es mich gefreut, dass Du, obwohl Anfänger, dich um eine ausführliche Antwort bemüht hast.
Honigmayerhofer, genau so ein „Billigding“ wie Du habe ich auch. Es hat mir über Jahre gute Dienste geleistet, ist jetzt aber hinüber.
Ich benutze es eigentlich fast nie am Bienenstand, sondern beim bzw. unmittelbar nach dem Schleudern, um evtl zu dünn geratene Honige durch Zufüllen zu anderen Honigen noch zu retten.
Was ist das eigentlich, eine "Stritzprobe"
(s.o.) :smile: :smile:

Einen schönen Spätsommer wünscht euch allen


Josef

honigmayerhofer
27.08.2002, 20:10
Hallo Josef,
sollte natürlich "Spritzprobe" heißen, was das ist habe ich ausführlich beschrieben. Da ich zu Hause am PC kein Rechtschreibprogramm benutze und ich eigentlich immer in Eile bin, können sich schon einmal (oder öfter) Rechtschreibfehler einschleichen.

_________________
MfG
Franz Xaver
www.honigmayerhofer.de

<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: honigmayerhofer am 2002-08-27 20:11 ]</font>

Josef
27.08.2002, 20:35
Hallo Honigmayerhofer,
wollte dich nicht persönlich treffen, aber diese "Fehlleistung" hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Grüße

Josef

Patrick Weiskorn
15.09.2002, 19:17
Hallo Josef

Ich habe gerade erst dieses Thema gelesen und antworte daher ein wenig spät.
Ich habe gelesen, das Du Deinen Honig erst nach der Schleuderung mißt. - Gut so -.
Eine "Messung" vor der Schleuderung ist nicht aussagekräftig, da beim Refraktoneter einfach zu wenig Honig gemessen wird.
1. ist diese eine Messung nicht representativ für die ganze Charge, und
2. wie Du bei Honigmayerhofen gelesen hast, können böse Überraschungen auftreten, wenn man seine Messung an der falschen Stelle macht.

Der Wassergehalt ändert sich auf einer Wabe von oben nach unten. Oben ist der trockenste Honig (wird ja auch zuerst verdeckelt), unten wird er immer Wasserhaltiger.
Der Wassergehalt ist natürlich auch in der ersten Honigzarge ein anderer als in der 2. Honigzarge.

Noch einmal kurz etwas zur Probennahme für die refraktometrische Wassergehaltsmessung beim Bienenhonig, damit solch eine Böse Uberraschung wie oben beim Kollegen beschrieben nicht noch einmal auftritt.
Ich habe gerade die DIN 10752 vorliegen. Diese DIN beschreibt die Bestimmung des Wassergehaltes, Refratometrisches Verfahren.
Ich kürze teilweise etwas ab.
Punkt 5: Für die Untersuchung ist eine Probe von mindestens 200 g zu verwenden.( nach der Schleuderung Anm. Patrick Möbius )
Punkt 6.1.1: Die Probe ist durch intensives Rühren ( mindestens 3 min ) ausreichend zu homogenisieren. Dabei ist zu beachten, daß - insbesondere bei Weiterverwendung der Probe zur Bestimmung von HMF - möglicht wenig Luft mit untergerührt wird.
Punkt 6.3: Unmittelbar nach dem Durchmischen wird eine kleine Menge des Honigs auf das Prisma des Refraktometers aufgetragen, das Refraktometer geschlossen und die Temperatur am Gerät sowie der Refraktometerwert abgelesen. Die ABlesung der Refraktometerwertes soll 4 mal vorgenommen werden. Zwischen den ABlesungenist das Greät jedesmal zu verstellen, und zwar je zweimal zu höheren und niedrigeren Werten, so das der Ablesungspunkt zweimal von höheren und zweimal von niedrigeren Werten aus erreicht wird.

Puh -- Ende des Auszuges aus der Norm.
Ich hoffe Du hast jetzt ein wenig einen Einblick bekommen, in die korrekte Probennahme für das Refraktometer.
Das ist nich ganz so einfach. Ich weis, das die meisten Imker ihre Proben direkt aus der Wabe nehmen. Das ist völlig verkehrt!
Nur weil es alle machen, wird es dadurch nicht richtig.

Wenn Du aber sowieso nach der Schleuderung messen willst, warum nimmst Du da nicht ein Aräometer? Das ist doch wesentlich günstiger, und einfacher in der Anwendung.

Schau mal hier auf http://www.bienen.de unter der Rubrik "Wissenswertes" nach.
Wenn Du mehr Info´s benötigst, zur aräometrischen Wassergehaltsmessung im Honig, dann melde Dich einfach mal bei mir.
Ich schicke Dir dann einen kleinen Prospekt.

Meine e-Mailadresse müsste hier im Forum erscheinen.

Mit imkerlichen Grüßen

Patrick

Fritz Wieland
16.04.2003, 23:00
Bevor der neue Nektar eingetragen wird, einige Fragen bzw. Gedanken zu diesem Thema.
Im vergangenen Jahr hatte ich bei meinem "Jahreshonig" (ich ernte nur 1 mal- da wir keine Blütentracht haben) einen etwas erhöhten Wassergehalt ( 17,6%). Ich imkere in NW Magazinen. Als Abdeckung verwende ich eine starke Pol.Folie. M.Thun schreibt in seinem Buch, dass er als Abdeckung über den Rähmchen schmale Brettchen von 10 cm verwendet. Auch ist mir bekannt, dass Imker ohne Abdeckung arbeiten. Dies ist fallweise eine kleine Patzerei, weil die Waben oft an den Deckel angebaut werden. In einem der vorangegangenen Forumsbeiträgen ist berichtet, dass der Honig aus den Hinterbehandlern am "trockensten" ist.
Eine Überlegung meinerseits war, mit luftdurchlässigem Material als Abdeckung zu arbeiten. So habe ich einige Völker im heurigen Winter mit Baumwollstoffen (dünne Baumwollwebe) abgedeckt überwintert. Zwischen Baumwollstoff und Deckel habe ich noch einige Lagen Zeitungspapier gegeben. Keine Wabe war verschimmelt. Lediglich die Zeitungen, bzw. einige Flecken am Deckel hatten Schimmelflecken.
Jetzt in der Frühlingsentwicklung wechsle ich wöchentlich die Extra über dem Baumwollstoff gelegten Zeitungslagen aus. Diese sind jeweils ganz schön feucht. Ich kann mir vorstellen, dass es die Bienen auch im Sommer schön schwer haben, die erwärmte, feuchte- an den oberen Teil der Beute aufgestiegene Luft beim Flugloch hinauszufächern.
Vielleicht trägt auch dieser Umstand dazu bei, dass der gut verdeckelte, scheinbar reife Honig trotzdem noch um 1% mehr Feuchtigkeit hat.
Hat jemand mit Abdeckungen, bzw. WG Problemen Erfahrung?
Mit den besten Grüßen - Fritz Wieland

honigmayerhofer
17.04.2003, 09:14
einen etwas erhöhten Wassergehalt ( 17,6%). Ich imkere in NW Magazinen. Mit den besten Grüßen - Fritz Wieland

Hallo Fritz,
unter 18 % Wassergehalt, dürfte normalerweise kein Problem darstellen. Der Wassergehalt ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig, aber m.E. nicht von der Abdeckung. Wichtige Faktoren sind u.a. der Termin des Schleuderns, man schleudert nicht während einer Tracht, sondern einige Tage nach Trachtende. Sollte es Blütenhonig sein, achte man darauf, das der Großteil der Waben verdeckelt ist. Ein zuviel an Raum (abgeschwärmtes Volk), kann auch einen erhöhten Wassergehalt zur Folge haben. Den Wassergehalt des Honigs z.B. auch im Randbereich der Zargen messen, da dieser Honig gründsätzlich mehr Wassergehalt aufweist. Styroprbeuten ziehen einen höheren Wassergehalt nach sich, als Holzbeuten. Es gabe da noch viele Faktoren, die den Wassergehalt beeinflußen, aber einige wichtige Punkte sollte ich aber abgehändelt haben.

Fritz Wieland
17.04.2003, 10:51
Danke F.X.M.
Meine Imkersituation:
Imkern im Magazin - Einheitsmass.
Tiefer ( 7 cm) Boden ohne Gitter 16 cm2 Lüftung Flugloch- und 10 cm2 Lüftung im Putzkeil. Ausführung: 27 mm Holz
Zargen: 27 mm Vollholz - 10 Rähmchen - mit Falz.
Überwinterung auf einer Zarge. Späte Entwicklung - da 1000 m Seehöhe. Hauptblüte Löwenzahn vom 15.bis 20.Mai -seit einigen Jahren honigt der Löwenzahn nicht mehr so wie früher. Landwirtschaft: Landw.Dauerwiesen ohne Raps oder sonst. eventueller Trachtpflanzen. Ehemalige Hang Naturwiesen verwachsen, wenig natürlich wachsende Blütenpflanzen. Ab ca.15.Juni Himbeeren und Wiesenkräuter. Wenn das Glück lacht, gibt es Tracht aus dem Wald. Im Herbst (11.Nov.) hatten wir riesige Waldschäden durch einen Sturm.Großflächig wurden auch die letzten Jahrestriebe von den Bäumen vom Wind abgebrochen. Für heuer können wir vermutlich mit wenig Ertrag aus dem Wald rechnen. Dann kann es natürlich schon vorkommen, dass wir mit ca. 10 kg Schnitt rechnen müssen.
Im vergangenen Juli hatte ich auf meinen Stand keine Zunahme zu verzeichnen. Der Waagstock hat im Jli um 3 kg abgenommen. Von einigen Imkern habe ich erfahren, dass sie anfangs Juli geschleudert haben und wegen ausgebliebener Tracht füttern mussten. Ich ernte seit Jahren nur 1 mal beim Abräumen, weil ich meinen SOMMERHONIG (so nenne ich diesen Honig) gut verkaufen kann.Die Waben waren ausreichend verdeckelt. Ein späteres Abräumen wäre auf grund der dringenden Varroabehandlung nicht möglich.
Zur Probenentnahme: Ich schleudere meinen Honig im vereinseigenen Schleuderraum. Die Probe habe ich, um einen richtigen Querschnitt zu erlangen einfach aus der Schleuder entnommen. Diese Honigprobe habe ich umgehend an ein autorisiertes Untersuchungslabor eingesandt.
Ich weiss, dass man für solche zwecke gesonderte Proben aus vollen Brettern entnehmen könnte. Dies wäre wohl eine schöne Papierform für die Untersuchung, würde aber das Gesamtbild nicht widerspiegeln.
Ich werde euch meine Erfahrung und die neuen Werte im Herbst wieder bekannt geben.
Bis dahin hoffe ich ums Wohlwollen unseres Hl.Ambrosius.
mfG. Fritz Wieland