Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Stechversuche"
Stefan Kahlert
06.02.2002, 14:22
Hallo Bienenfreunde!
Ich setzte mich gerade theoretisch mit den Eigenschaften und Möglichkeiten verschiedener Bienenrassen auseinander. Dabei stosse ich in der Literatur immer wieder auf Hinweise zu den sogenanten "Stechversuchen" von Dr. Maul. In diesen Untersuchungen wurde, soviel konnte ich erfahren, der Einfluß von Rassekreuzungen auf die Sanftmut, respektive Aggresivität der Bienen untersucht.
Ich suche nun nach Veröffentlichungen/Ergebnissen dieser Arbeit und freue mich über alle Hinweise und Tips, die ich hier erhalten kann.
Vielen Dank im Voraus
Stefan Kahlert
wald&wiese
06.02.2002, 16:49
folgenden Link habe ich dazu gefunden:
http://www.i-net.at/oeib/tisch/buck_pe0.htm
("Kreuzungsbienen und Stechlust Nach dem Vortrag "Einfluß der Kreuzungsbienen auf die Bienen der kleinen Imker" bei der Wanderlehrertagung des ÖIB 1997 in Innsbruck von Dr. Hermann Pechhacker, BFL, Abteilung Bienenzüchtung Lunz am See und Bubalo D., Universität Zagreb")
Bernd W.
06.02.2002, 19:45
In der Tat ist es wirklich sehr schwer konkrete Aussagen zu den Stechversuchen zu finden. Meist sind die Ergebnisse, so überhaupt etwas veröffentlicht wurde , meist in langen Ausführungen "versteckt", bzw. umschrieben. Ob es daran liegt, daß das Ergebnis nicht dem Wunsch entspricht?
Fakt ist wohl, daß Kreuzungen zwischen Carnica und Buckfast keinerlei Probleme ergeben. Erhöhte Stechlust tritt immer dann auf wenn die dunkle Biene oder deren Kreuzungen dabei ist.
Zu diesem Thema kann man auch auf den Seiten vom Landesverband Niedersächsischer Buckfastimker unter http://www.Buckfast-Niedersachsen.de etwas finden.
drohne2000
06.02.2002, 19:59
Hallo Stefan,
frage doch mal beim Institut in Kirchhain/Hessen nach. Meines Wissens war Dr. Maul bis zu seiner Pensionierung Leiter der "Landesanstalt für Tierzucht, Abt. Bienenzucht, Kirchhain".
Bäuerlein Klaus
08.02.2002, 12:49
Hallo Imker!
Ist dies für einen "Normalimker" wichtig?
Ich denke, wir müssen uns fragen, ob wir als Tierhalter in der Lage sind einer "Stechlust" zu begegnen? Bei mir läuft dies so: Jede Königin bekommt eine Chance. Entwickeln sich über einen längeren Zeitraum "Stecher" und "erhöhte Angriffslust", so wird die Königin abgedrückt. Würde dies jeder Imker und jede Imkerin machen, so hätten wir ideale Voraussetzung für eine "flächige Basiszucht". Leider diskutieren viele Imker nur. Von den Versuchen kann man dauerhaft keine Schlüsse ziehen, weil ich mit dummer Betriebsweise jede Biene (unabhängig von der Rasse) zum Stechen bringe. Darüber kann man leider nicht viel lesen!
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Herzliche Grüße aus Abenberg
von Klaus Bäuerlein
<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Bäuerlein Klaus am 2002-02-08 12:51 ]</font>
Bernd W.
08.02.2002, 21:09
Hallo Imkerkollegen,
ich kann Klaus Bäuerlein zustimmen, auf lange Sicht gesehen wird nur die Basiszucht mit einer konsequenten Auslese den Erfolg bringen.
Zum Thema Basiszucht habe ich eine Interessante Seite im Weltnetz gefunden, die sich wohl noch im Aufbau befindet, aber schon einiges hergibt. http://Basiszucht.uwboard.com
Über Stechversuche und Basiszucht liest man am besten in den Schriften von Wolfgang Golz nach.Anzeigen in den Fachzeitschriften.
Hans Kamann
23.04.2002, 19:56
dies Thema scheint mir der richtige Rahmen für mein Anliegen zu sein. Ich imkere mit Carnica ( so kaufe ich jedenfalls die Königinnen bei verschiedenen Züchtern ein ) und habe teilweise erhebliche Probleme mit der stechlust bzw. Aggressivität der Völker. Habe den Eindruck dass Völker die im Bienenhaus stehen, wesentlich friedlicher sind als die, die bei mir im Garten in Freiaufstellung leben ( Holz Magazinbeute, DNN ). Wenn ich die Gartenvölker nur öffne kommen die Bienen wie Spitfires aus der Kiste und versuchen massenweise mich zu massakrieren. Dies passiert bei Völkern egal welcher Königinnenherkunft. Woran könnte das liegen ? Wenn ich mich tagsüber neben das Flugloch stelle und zuschaue passiert gar nichts. Vielleicht ist es wichtig, dass ich aus Bequemlichkeit ohne Rauch oder Sprühflasche arbeite.
Gruss
Hans
Bernd W.
23.04.2002, 21:27
Lieber Hans,
etwas Rauch kann eigentlich nie Schaden, aber normal sollten sich Deine Bienen bei ruhiger Behandlung auch wesentlich friedfertiger Verhalten.
Die Carnica ist an sich auch recht friedfertig, habe selbst 10 Jahre mit der Carnica geimkert. Bei den Nachzuchten hatte ich auch ab und zu "Stecher" dabei...
Mittlerweile imkere ich mit der Buckfastbiene in F1 und F2 Generation und habe überhaupt keine Probleme mit Unruhe oder gar Stecherei. Selbst wenn es mal ruckt verhalten die sich ruhig, ob mit oder ohne Rauch...
Aber grundsätzlich gilt, wenn man seine Königinnen von einem seriösen Züchter bekommt, sollte man friedfertiges Material erwarten können, zumindest bei Carnica oder Buckfastbienen.
Mit Imkergruß
Bernd W.
Die Stechversuche sollten den Einfluß der Carnica und der Buckfast in Nachfolgezuchten auf die Landbiene aufzeigen.Dabei zeigte sich, daß die Buckfast-Nachzuchten besser abschnitten als die Carnica-Nachzuchten.Das Ergebnis passte wohl dem Hauptgeldgeber DIB als Carnica-Verfechter nicht.Das wird wohl auch der Grund sein,das über die Stechversuche so wenig erwähnt wird.
Thomas Hädrich
24.04.2002, 17:48
Hallo Hans,
ich gehe mal davon aus, daß in allen Beuten gleiches Bienenmaterial ist. Dann könnte es an der Beute liegen. Meine Beobachtung an alten DNM-Oberbehandlungsbeuten und modernen Langstroth-Magazinen ist, daß die Bienen in letzteren wesentlich ruhiger sind. Meine Erklärung: die Langstroth-Magazine lassen sich so erschütterungsfrei öffnen, daß die Bienen nur ein heller werden merken. Mache ich einen Fehler und es ruckt, dann fliegen sie auch auf und sehen nach. Bis sie mich stechen, muß ich sie aber mehr ärgern.
Grüße, Thomas
Hans Kamann
24.04.2002, 21:49
Hallo Thomas
ja, alle Beuten sind gleicher Bauart. Bis 12 DN Rahmen im Warmbau. Ich habe auch ein Eifeler Magazin, das ist angenehm kleiner, habe damit aber erst im letzten Jahr begonnen und noch keine Erfahrung. Ich habe einige Völker, bei denen kann ich sogar Brutwaben ziehen, ohne dass die Hölle ausbricht. Bei den Stechern reicht es, den Deckel zu öffnen und eine Randwabe zu ziehen. Je weiter man sich bei der durchsicht dem Brutzentrum nähert desto lauter wird das Getöse und desto heftiger die Attacken. Ich versuche mal im Sommer ein oder zwei Buckfast Völker zu bekommen, habe aber gehört dass die DN Beuten dafür denkbar ungeeignet seien. Evtl. schaffe ich mir dann auch ein anderes Beutensystem an. Alle Völker haben jetzt ihren Hobigraum und einen Drohnerahmen. Varroa sieht bei allen Völkern gut aus, meine, geringe Belastung. Meine Varrorbehandlung scheint gut zu sein ( Milch- und Ameisensäure ), meine winterfütterung werde ich wohl dies Jahr etwas früher beginnen und nicht mehr mit Zucker / Wasser sondern mit gekaufter Zuckerlösung. Meine Völker sind im Frühjahr allesamt zu klein und haben zu wenig Futter. Hatte auch das Riesenroblem mit dem Zementhonig.
Gruss
Hans
Stefan Kahlert
24.04.2002, 22:02
Hallo miteinander!
Vielen Dank für die Antworten auf meine Frage zu den Stechversuchen. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse der "Stechversuchen" gibts in ADIZ/Die BIENE/IMKERFREUND - März 1999.
Viele Grüße
Stefan KAhlert
Reiner Schwarz
25.04.2002, 10:48
Hallo Hans,
es freut mich natürlich, dass du es mit zwei Buckfastvölkern versuchen möchtest. Das beste wäre natürlich, wenn du den beiden gleich ein scönes großes Magazin verpassen könntest. Allerdings weiss ich auch von Imkerkollegen, die mit der Buckfast erfolgreich auf anderen Wabenmaßen arbeiten. DN ist eigentlich ein Maß das von der Zeit überholt wurde, macht viel zu viel Arbeit. Orientiere dich also nach deinen Erfahrungen, die du mit der Bucki machst und entscheide dann mit welcher Schiene du weitermachen willst. SO neben bei bemerkt, seit dem Buckfastzeitalter hatte ich keine echten Probleme mehr mit zu schwachen Völkern im Frühjahr
<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Reiner Schwarz am 2002-04-25 10:59 ]</font>
Hallo Hans, Dein Problem mit den stechwütigen Bienen könnte meiner Meinung nach auch folgende Ursache haben:die Bienen fliegen ihre Fluglöcher mehr aus der hinteren Richtung an.Wenn Du die Völker bearbeitest störst Du sie beim Anflug und sie werden dadurch aufgeregt.Diese Aufregung überträgt sich dann auf die Stockbienen.Das würde sich mit Deiner Aussage decken,das Du beim Betrachten der Fluglöcher nicht belästigt wirst.Bei Bienenhäusern ist das ähnlich.
Werner Egger
25.04.2002, 21:48
Hallo Lothar,
deine Erklärung deckt sich auch mit meinen Beobachtungen, ich bin nur noch nicht auf deinen Rückschluss gekommen.
Meine Frage wäre nun, macht es Sinn die Kästen umzudrehen? Ich habe sie so aufgestellt, dass das Flugloch nach Osten zeigt.
mit imkerlichem Gruß
Werner Egger
Harald Feinauer
25.04.2002, 23:25
Hallo an alle,
als ich vor 2 Jahren einmal im Vinschgau einem Imker zuhörte, wie er seine Bienen bearbeitete, war mir sofort klar, warum er einen 'Raumanzug mit Vollvisier' angezogen hatte. Wenn ich so mit meinen Bienen umgehen würde, hätte ich vielleicht auch schon oft mehr Stiche abbekommen.
Meistens weiß ich, warum mich eine sticht, z.B. abends spät, wenn die Sonne schon weg ist. Beim Abräumen des Futterraumes letzten Herbst mußte ich wild gebaute Waben entfernen, es war auch schon abends etwas später (Sonne weg), erhielt ich auch an die 10 Stiche, weil sich die Bienen gestört fühlten. Ansonsten imkere ich ohne Schleier bei schöner Tracht und bei schönem Flugwetter, da haben die Bienen wichtigeres zu tun, als ihren Herren zu stechen.
Freundliche Grüße
Harald
<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Harald Feinauer am 2002-04-25 23:28 ]</font>
Hallo Werner Egger,ob Du Deine Kästen einfach anders aufstellen kannst,hängt von den Örtlichkeiten bei Dir ab.Jetzt sind die Bienen schon auf die Lage der Fluglöcher eingeflogen.Wie genau kann man sehen, wenn man eine Beute nur etwas tiefer oder höher stellt!Die Bienen landen dann auf den Stirnseiten der Zargen.Ich würde eine Wanderung vorschlagen und nach etwa 3 Wochen die Völker neu aufstellen oder hinter den Beuten Hindernisse aufstellen,die die Bienen überfliegen müssen, damit Du geschützter stehst.
Hans Kamann
13.05.2002, 13:41
Hatte gestern nochmal so eine Bienenattacke bei den gleichen Völkern auszuhalten. Habe ca. 150 Stiche durch Socken und Hose davongetragen. Hab den einsatz dann schleunigst abgebrochen und später noch einen Versuch gemacht, diesmal mit hohen Stiefeln, stichfester Hose und Schleierjacke. Ausserdem habe ich den Smoker eingesetzt. Das hat die Bienen erfogreich abgewehrt. Ich denke, die ursache liegt in der art-und Weise der Behandlung. Die magazine stehen auf niedrigen Stellagen, ca. 20 cm. über Grund. Ich stele die abgenommenen Zargen auf eine Folie, ebenerdig. Denke, das mögen die Bienen überhaupt nicht. Stelle ich Zargen im Bienenhaus auf einer Werkbank ab, bleiben sie viel ruhiger. Vielleicht wirke ich für die abgestellten Magazine wie ein Feind. Werde bei der nächsten Durchsicht vorher ein Gestell mitnehmen, um die Zargen mindestens in Hüfthöhe abzustellen.
Gruss
Hans
Hallo Hans
150 Stiche finde ich enorm viel.
Diese Menge habe ich in meinem gesamten Imkerdasein noch nicht kassiert.
Die einzige Erklärung die ich hätte, wäre eine falsche Behandlung der Völker.
Ohne besonderen Grund (Auslese für die Zucht) sollte man grundsätzlich kein Bienenvolk ohne eine Rauchgabe behandeln.
Rauch ist durch nichts zu ersetzen. Nelkenöl, versprühtes Wasser, Abwehrspray und was es sonst noch so gibt, können sie kurzfristig in Schach halten, aber wenn du sie nicht ständig damit einnebelst, wird auch das friedlichste Volk dich über kurz oder lang angreifen.
Rauch ist das Mittel der Wahl, aber auch er muß richtig eingesetzt werden. Selbst bei alten und erfahrenen Imkern konnte ich oft beobachten, das sie einen dicken Rauchstoß ins Flugloch geben und sofort danach begannen, mit ununterbrochenen Rauchstößen in die Wabengassen, die Beute zu zerlegen. Die Bienen hatten überhaupt keine Zeit sich der Situation anzupassen.
Gibt man einen kurzen Rauchstoß in das Flugloch oder unter den offenen Gitterboden und wartet dann noch 1-2 Minuten geduldig ab, so hat sich die Nachricht "Der Wald brennt"! in der ganzen Beute verbreitet und alles was Flügel hat sitzt auf den Futterwaben und saugt sich mit Nektar/Honig voll. Jetzt kann man die Beute öffnen und das Volk gefahrlos bearbeiten. Es ist auch nicht nötig die Bienen komplett einzuräuchern, es genügt völlig wenn der Geruch von Rauch durch die unterste Zarge zieht. Waldbrände sind seit Millionen von Jahren die größte Gefahr für die Bienen und die Futteraufnahme ist ein instinktiver Reflex auf diese Situation um beim Brand der Beute sofort entfliehen zu können.
Voller Magen sticht nicht gerne und darüberhinaus beschränkt eine volle Honigblase ihre Manövrierfähigkeit, aber man muß ihnen die Zeit lassen ihren Honigmagen zu füllen.
Viele Grüße --- Harry ---
wald&wiese
13.05.2002, 15:59
Hallo Hans,
ich tippe: Deine Bienen stehen im Raps und es herrschte Gewitterstimmung.
So war es gestern bei mir auch. Stechversuche ohne Ende.
Warum weiß ich nicht, aber in der Rapstracht werden die Bienen aggressiv. Wenn der Raps verblüht ist, sollten sie wieder friedlich sein.
Ein weiterer Auslöser für erhöhte Aggressivität ist auch der Wind. Bei Windstille läßt sich an den Magazinen viel besser arbeiten.
MfG
G. Wustmann
Der Raps macht die Bienen wilder, gab mir mein Imkervater mit auf den Weg. In einem Buch las ich dazu einmal, das liegt an den hohen Senfölgehalt im Rapspollen. Trotzdem würde ich nach 150 Stichen diese Völker als "Stechteufel" abschaffen!(bist Du wirklich so hart im Nehmen?) Die weiter unten beschriebene Behandlung der Völker deckt sich mit meinen Erfahrungen und wird auch so von mir angewandt. Weiter stimme ich auch damit überein, das die Völker windstill stehen sollten, was leider nicht immer möglich ist. Volle Honigtöpfe wünscht Lothar
Hans Kamann
29.05.2002, 16:26
Hallo G.Wustmann, zum Glück stehen meine Bienen nicht im Raps, hier in dieser Gegend ist Raps kaum anzutreffen. Ich habe nur Wiesen, Streuobstwiesen und Wald in der Umgebung. Raps gibt es im Umkreis von ca. 20 km gar nicht. Bin froh wegen der Rückstandsdiskussion. Meine Bienen habe ich jetzt im Griff, seit ich Rauch benutze und nach dem ersten Öffnen der Magazine etwas Wasser aufsprühe, sind die viel ruhiger.
Hans
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