Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Apis melliefera scutellata / afrikanische oder killer Biene
Bevor ich auf das Thema eingehe, möchte ich darauf hinweisen, dass ich seit 2004 mit diesen Bienen arbeite (mehr als 100 Schwärme) und diese ausgiebig unter hinzunahme von (meist) US amerikanischen Quellen studiert habe.
Meine Motivation diesen Text hier zu schreiben sind die alarmierend falschen Ansichten über diese Biene die hier in einigen Nachrichten veröffentlicht werden.
Schlimmer noch wenn ich lese, dass einige diese Biene als heilbringend ansehen und diese in Europa einschleppen wollen. Dies sollte doch aufgrund der dramatischen Erfahrungen auf dem amerikanischen Kontinent niemand ernsthaft wollen.
Dieser Text kann als polemisch angesehen werden, weil ich entgegen der offiziellen brasilianischen Quellen und einiger "Kleinzellen und Varroa-Resistenzzüchter" ein komplett anderes Bild darstellen werde. Wer meint es besser zu wissen, lese bitte zuerst amerikanische Studien und besuche uns hier in Brasilien um diesen Parasit (so wird er offiziell ausserhalb Brasiliens eingestuft) kennenzulernen.
1. Schwarmverhalten: die AMS produziert dutzende Schwärme pro Jahr. Dies ist eins der hauptgründe weshalb die Honigproduktion derart gering ausfällt.
2. Agressivität: nicht umsonst Killer-Biene genannt, erregt jegliche Bewegung oder Geräusche (besonders metallische wie Sense oder Hackem aber auch Motoren) den Schwarm derart, dass dieser aus der Beute strömt und die weite (500m) gegend auf "Gegner" absucht. Wen sie findet sticht und verfolgt sie bis zum exitus. Wer schonmal Pferde oder Rinder hat sterbern sehen, weiss wie schrecklich das ist.
3. Honigproduktion: gegen die veröffentlichte These, die AMS sei ein besserer Honigproduzent, wissen wir, dass die Honigproduktion pro Beute vor der Einführung der AMS (1957) um ein vielfaches höher lag als dies heute der Fall ist. Heute spricht man von 10-25kg! Imker die europäische Bienen einsetzen haben hier Werte 80-160kg.
4. Invasora: Das parasitäre der AMS äussert sich in der Produktion von Invasionsschwärmen (Usurpador). Diese Schwärme sind winzig (ca 1l Volumen) und normalerweise mit 1 bis 3 unbegatteten Königinnen auf der Suche nach einer bewohnten und mit viel Honig ausgestatten Beute. Ist die Wahl getroffen erfolht die Invasion und die Abtötung der vorhandenen Königin. So erfolgt die Afrikanisierung!
5. Resistenz: dies ist ein Märchen. Natürlich existiert kein Lebewesen das nicht krank wird oder von Plagen befallen werden kann. Die AMS ist mit allen bekannten verseucht. Ihre nicht erfolgreiche "Abwehr" besteht im verlassen der Beute. Somit stirbt sie dann auf der Flucht oder in der neuen Beute.
6. Migration: Krankheit, Plage, Nahrungsmangel, Feuchtigkeit, Betreuung durch den Imker... sobald ihr was nicht passt verlässt sie die Beute.
7. Betriebsweisen mit AMS: ein weiteres Märchen! Wer Betriebsweisen anwendet muss die Beute öffnen, Resultat: der Schwarm fliegt aus.
8. Räuberei: hier ist sie nun wirklich Weltmeister. Wer sich nicht gegen sie wehren kann wird geplündert.
9. Predator: Die AMS entzieht den natürlichen Bienen (Meliponas) die Lebensgrundlage aufgrund der immensen Dichte mit der sie hier vorhanden ist, bleibt keine Nahrungsquelle für andere Bienen übrig. Sie ist auch für das zurückgehen vieler höhlenbrütender Vogelarten verantwortlich, da sie jede Wohnmöglichkeit besetzt.
Aus all diesen Gründen habe ich dieses Jahr dazu entschlossen die AMS zu vernichten und auf reine Ligustica umzustellen.
Wer diese Biene für nützlich hält und mit ihr gentechnische Spielchen betreiben will muss vom Teufel geritten sein!
Hallo Oliver,
das nenne ich mal einen starken Auftritt mit deinem ersten Beitrag.
Danke für den eindruckvollen Bericht, von einem Praktiker wie mir scheint.
Da du anscheinend aus Brasilien stammst, wäre es schön, wenn du dein Profil etwas auführen könntest, damit wir wissen wo genau dein Standort ist.
Hab noch ne Frage. In welchen Beuten werden denn die Ligustika gehalten? Nehme an Langstroth, oder?
Werden Magazine auch von den AMS überfallen? Wie kommt ihr damit dann zurecht?
LG
beehead
Hallo Oliver,
das nenne ich mal einen starken Auftritt mit deinem ersten Beitrag.
Danke für den eindruckvollen Bericht, von einem Praktiker wie mir scheint.
Da du anscheinend aus Brasilien stammst, wäre es schön, wenn du dein Profil etwas auführen könntest, damit wir wissen wo genau dein Standort ist.
Hab noch ne Frage. In welchen Beuten werden denn die Ligustika gehalten? Nehme an Langstroth, oder?
Werden Magazine auch von den AMS überfallen? Wie kommt ihr damit dann zurecht?
LG
beehead
Bin 2002 nach Brasilien ausgwandert/ausgestiegen. Habe ein kleines Grundstück von ungefähr 1ha 70km von São Paulo.
Die in Brasilien meist verwendeten Beuten sind Langstroth, aber ich verändere diese auf Jumbo. Alternativ gibt es SCHENK und SCHIRMER, aber diese sind mehr im Süden verbreitet, aber sicher besser als Langstroth.
AMS fällt über alles her! Somit sind viele Betriebsweisen schwer möglich, schwache Schwärme (Nukleus) können sich kaum gegen diese Angriffe wehren.
Das Einflugloch muss entsprechend klein gehalten werden um sich erfolgreich gegen Angriffe verteidigen zu können. Die von uns verwendete italienische Linie (NAVEIRO aus Argentinien) ist auf wunderbare Weise extrem resistent gegen AMS. Das ist bemerkenswert, da es in der Region aus der die NAVEIROs stammen keine AMS gibt (zu südlich, zu kalt).
Mit einigen, gegen den Strom schwimmenden, tauschen wir uns in einem geschlossenen Forum aus. Mit den Anhängern der AMS lässt sich nicht diskutieren, die sind so fanatisch (und blöd) das die nicht einsehen wollen, dass es bessere Bienen als die AMS gibt. Die reden auch von der afrikanisierten Biene, was bewiesenermassen falsch ist, die AMS ist eine reine Afrikanerin (siehe Vererbungslehre der Bienen und durchgeführte Gentests).
Gerne würde ich in der (nahen) Zukunft andere Rassen/Linien auf Standfestigkeit gegen AMS prüfen.
Borschard
11.02.2012, 00:05
Hallo Oliver
Bin 5 Jahre nach Dir nach Brasilien geschwappt. Wohn in Rondônia und hab mein erstes Volk aus ner Doppelwand "geschält"... möchte mir für´s Herz wieder ne kleine Hobbyimkerei aufbauen. Die ersten Begegnungen zeigen aber, daß es mehr Gefecht als Entspannung werden wird. Bei der Sauhitze im Vollschutz mit stechlustigem Bienenpelz drauf und der Schweiß steht knöcheltief in den Stiefeln... Räuchern muß man schon mit nem alten großen Blechkanister - über normale Smoker lachen die Bienen nur. Alles andere als angenehm imkern.
Allerdings muß ich sagen, daß ich bei den Imkern, die ich besucht hab, auch gewaltige Unterschiede feststellen konnte. Teils konnte man mit Rauch bearbeiten (im Brutraum), ohne daß Attacken geflogen wurden. Bei anderen waren wir noch 15m vom Kasten weg, da hatten schon die ersten Mädels uns ne Injektion verpaßt.
Hab mir auch ne Jumbo gebaut, weil mir das hier gängige Langstroth mit Halbzargen-HR nicht zugesagt hat. In der Regenzeit hungern die Viecher darin meist vor sich hin, weil´s draußen nicht soviel zu holen gibt und der Honigraum komplett leergeschleudert wurde. Schenk und Schirmer verwenden bei uns hier nur die deutsch-stämmigen (hat ne große Pommeraner-Kolonie hier). Jetzt mal schauen, wie es in der Jumbo klappt. Wär klasse, in Kontakt zu bleiben.
Viele Grüße,
Borschard
Guten Morgen
und herzlich willkommen und danke, sehr spannend was ihr berichtet.
Brasilien ist das 6 größte Land der Erde right ?, ich war einmal im Chapada Diamantina, das ist ein feines Naturschutzgebiet es gehört zum Bundesstaat Bahia, dort imkerte jemand mit der sogenannten afrikanisierten Biene. Er war ganz zufrieden mit der Vitalität und den Erträgen und er hatte keine Varroaprobleme. "I ve never seen a Varroa-Mite."
Wie sieht es denn mit der Varroa bei euch aus ? Wird dagegen behandelt ? Oder funktioniert es ohne, wie mir im Chapada Diamantina von 2 Imkern versichert wurde?
Ich durfte allerdings nicht mit zu den Bienen, ich hab die Ritterrüstungen in der dort bei Hitze geimkert wird gesehen und die Rauchapparate, die waren so groß, da wurde mir Angst und Bange. Wer sich sowas herbeiwünscht dem ist m.E. nicht zu helfen.
Die Imker dort hielten auch verschiedene stachellose Biene in sehr primitiven Kästen. Bei Interesse kann ich hiervon Bilder einstellen, wenn mir nochmal jemand sagt wie das geht.
Bitte Oliver nicht falsch verstehen, ich möchte dir keineswegs widersprechen und berichte nur was ich dort erlebt habe, es entspricht ja auch dem was Borschard schreibt.
Grüße
Hallo,
echt spannend vom anderen Ende (von uns aus:lol:) der Welt zu hören.
Ich persönlich imkere überwiegend mit der Dadantbeute und mit Buckfastbienen, wie die sich gegen ein solches Umfeld behaupten würden, weiß ich allerdings nicht. Bienen sind aber zu erstaunlichen Leistungen fähig. Vor 2 Jahren hat ein Buckfastvolk von meinem Freund ein komplettes Hornissenvolk durch Überhitzung der einzelnen Hornissen, vernichtet. Die hatten sich einen vermeintlich für sie günstigen Nistplatz in der Nähe des Flugloches dieses Volkes ausgesucht.
Ich fände es sehr schön , wenn ihr uns ab und an von eurer Art zu imkern berichten könntet. Vielleicht sind ja auch mal ein paar Bilder möglich?
LG
beehead
...Vielleicht sind ja auch mal ein paar Bilder möglich?
Dazu mal oben auf "Forum unterstützen" klicken... :u_idea_bulb02:
Naja, auch die unsere Honigbienen (AMC, AMM, wie hässlich diese Abkürzungen für die Honigbiene) entziehen unseren Wildbienen teilweise ihre Lebensgrundlage.
Zur scutellata in Brasilien lese ich aus dem Text eine ungeheure Fitness die diese Biene dort im Gegensatz zu ligustica, carnica oder auch der sehr früh schon eingeführten iberiensis zeigt. Obwohl bei der scutellata eine hohe Populationfitness vorliegt bedeutet das nicht, dass sie besonders gut an die doch fremde Umwelt angepasst ist, ist sie nicht und kann auch nicht in so kurzer Zeit und zudem kommen die Verkreuzungen noch hinzu.
Ich fände es sehr schön , wenn ihr uns ab und an von eurer Art zu imkern berichten könntet.
Zumal hier ja die abenteuerlichsten Geschichten über die "Killerbiene" kursieren. Bitte noch auf die Varroafrage antworten.
Hallo Oliver
danke für den Bericht, da kann ich nur sagen, wie es ein weiser Mann mal gesagt hat: Es ist genauso wie bei uns, aber eben ganz anders.
Borschard
11.02.2012, 12:34
@ Holmi
Hier gibt es keine Varroafrage. Auf meine Frage am Anfang, ob sie die denn überhaupt kennen, war die Antwort nur ein fragender Blick. Varroa??? Behandelt wird hier bei uns nicht. Gegen gar nichts. WEnn ein Volk über den Jordan geht, merken sie das entweder erst, wenn´s leer ist oder gar nicht, weil schon wieder ein Schwarm eingezogen ist und die Beute belebt ist.
Insgesamt ist es unglaublich "extensiv", bei den meisten Kollegen eigentlich ne reine Honigräuberei. Groß im Brutraum rumwursteln macht auch keinen allzu großen Spaß. Und bei zuviel zieht das Volk aus. Mein allererstes zog aus, weil ich mir anmaßte ihm einmal wöchentlich Honigfutterteig auf die Oberträger zu schmieren (es hatte kaum Futter und war Regenzeit). Nach der dritten Woche war´n sie weg. War zuviel Störung.
Das mit den Ernten von 15-20kg kommt hin. Die meisten Kollegen hier haben das ungefähr. Oder wie letztes Jahr: bedeutend weniger. Lediglich einer der Pommeraner arbeitet mit ner Trogbeute (System Schenk?) und behauptet, ca. 100 Liter / Volk / Jahr zu ernten. Ob das Imkerlatein ist oder einfach Können, weiß ich (noch) nicht... Er ist jedenfalls der einzige in der Gegend, der Sortenhonig hat. Alle anderen ernten eben, wann es zeitlich paßt und der Honigraum voll ist.
Viele Völker sind mickrig - ein Volk hatte sich in einer alten Baumwurzel eingenistet. Es saß - dem Wabenbau nach zu urteilen - mindestens schon ein Jahr dort. Und war gerade mal zwei Handvoll Bienen. Es hat den Umzug auch nicht mitgemacht und ist aus der Kiste wieder ausgezogen.
Mein vorletztes war dagegen ein richtiges Monstervolk: Saß in der Zwischendecke eines Holzhauses. 20cm hoher Hohlraum. Platz zwischen den Balken ca. 50cm und gute 6m Länge als "Beute" zur Verfügung. Vom Flugloch beginnend haben sie 1,20m in sauberem Kaltbau gefüllt. Und hatten massig Honig. Es blieb ne Weile in der Kiste, ist dann abgeschwärmt und der kümmerliche Rest war dann am Hungern und trotz füttern dann auch weg.
Ach waren das Zeiten, als in D die MiniPlus auf der Veranda standen und meine damals noch kleinen Mädels die ohne Vermummung kontrollieren konnten...
Viele Grüße, geh jetzt noch Rähmchen drahten...
Borschard
Nur mal so zum Spaß, ihr solltet mal die Dunkle Biene (Apis Mellifera Mellifera oder so ähnlich) einführen, die hat ein gutes Verteidigungsverhalten.
Hallo Oliver
Bin 5 Jahre nach Dir nach Brasilien geschwappt. Wohn in Rondônia und hab mein erstes Volk aus ner Doppelwand "geschält"... möchte mir für´s Herz wieder ne kleine Hobbyimkerei aufbauen. Die ersten Begegnungen zeigen aber, daß es mehr Gefecht als Entspannung werden wird. Bei der Sauhitze im Vollschutz mit stechlustigem Bienenpelz drauf und der Schweiß steht knöcheltief in den Stiefeln... Räuchern muß man schon mit nem alten großen Blechkanister - über normale Smoker lachen die Bienen nur. Alles andere als angenehm imkern.
Allerdings muß ich sagen, daß ich bei den Imkern, die ich besucht hab, auch gewaltige Unterschiede feststellen konnte. Teils konnte man mit Rauch bearbeiten (im Brutraum), ohne daß Attacken geflogen wurden. Bei anderen waren wir noch 15m vom Kasten weg, da hatten schon die ersten Mädels uns ne Injektion verpaßt.
Hab mir auch ne Jumbo gebaut, weil mir das hier gängige Langstroth mit Halbzargen-HR nicht zugesagt hat. In der Regenzeit hungern die Viecher darin meist vor sich hin, weil´s draußen nicht soviel zu holen gibt und der Honigraum komplett leergeschleudert wurde. Schenk und Schirmer verwenden bei uns hier nur die deutsch-stämmigen (hat ne große Pommeraner-Kolonie hier). Jetzt mal schauen, wie es in der Jumbo klappt. Wär klasse, in Kontakt zu bleiben.
Viele Grüße,
Borschard
Die Scutelata hat so ihre Tage, ich habe (BITTE NIEMALS NACHAHMEN WOLLEN) kleine und mittlere Schwärme (ohne Honig) sogar ohne Schutz geöffnet, dazu muss man aber ein Gefühl des richtigen Tages haben und die Buten ganz schnell wieder schliessen, sollte ein Usurpador oder Räuberei aufkommen: rennen oder exitus! Grosse Schwärme oder Schwärme mit Vorräten, nur mit Schutzkleidung, grosse Schwärme nur mit sehr grober Kleidung unter der Schutzkleidung, sonst stechen die dadurch. Rauch hilft bei Schwärmen zur Produktion garnichts! Hatte hier welche mit zwei LS Brut- und 4 Honigzargen, da gibt es keine Gnade, die wollen nur angreifen!
Jumbo ist toll weil das Nest so grösser ist, die Bienen steigen nicht so schnell in die Honigzarge.
schau mal im http://apiariocosmos.com.br/forum/ vorbei, bin dort Admin. Da wirst Du Anderson (der Gründer) einen Grossmeister kennenlernen. Nur frag ihn nichts zu afrikanern, da wird er etwas ungeduldig. Das Forum ist auch nur für den der reine europäische Bienen züchtet. Dort kannst Du auch die NAVEIRO Königinnen oder KS beziehen. Die sind einfach toll. Freue mich Dich dort begrüssen zu können.
Guten Morgen
und herzlich willkommen und danke, sehr spannend was ihr berichtet.
Brasilien ist das 6 größte Land der Erde right ?, ich war einmal im Chapada Diamantina, das ist ein feines Naturschutzgebiet es gehört zum Bundesstaat Bahia, dort imkerte jemand mit der sogenannten afrikanisierten Biene. Er war ganz zufrieden mit der Vitalität und den Erträgen und er hatte keine Varroaprobleme. "I ve never seen a Varroa-Mite."
Wie sieht es denn mit der Varroa bei euch aus ? Wird dagegen behandelt ? Oder funktioniert es ohne, wie mir im Chapada Diamantina von 2 Imkern versichert wurde?
Ich durfte allerdings nicht mit zu den Bienen, ich hab die Ritterrüstungen in der dort bei Hitze geimkert wird gesehen und die Rauchapparate, die waren so groß, da wurde mir Angst und Bange. Wer sich sowas herbeiwünscht dem ist m.E. nicht zu helfen.
Die Imker dort hielten auch verschiedene stachellose Biene in sehr primitiven Kästen. Bei Interesse kann ich hiervon Bilder einstellen, wenn mir nochmal jemand sagt wie das geht.
Bitte Oliver nicht falsch verstehen, ich möchte dir keineswegs widersprechen und berichte nur was ich dort erlebt habe, es entspricht ja auch dem was Borschard schreibt.
Grüße
Will die "nordestina" ja nicht beleidigen, aber das ist so ein Thema: beste Biene der Welt und resistent gegen alles.
Wie drücke ich mich da am besten aus: Ignoranz, Unwissenheit oder einfach blöde.
Nein ehrlich, die meisten wissen garnicht wie eine Varroa oder jegliche andere Krankheit aussieht. Kenne niemanden der darauf behandelt. Das zeigt auch der Markt, es gibt hier sogut wie keine Medikamente zur Behandlung. In einer Studie eines Tiermediziners besuchte dieser jede Menge "Imker" (wir nennen die Honigräuber oder Meleiros) und alle sagten das selbe: gesunde Biene ohne Varroa. Da hat der Mediziner dann in ALLEN Beuten ALLE Krankheiten und Varroa gefunden. Es gibt nunmal kein Lebewesen das nicht krank wird oder von Flöhen, Zecken und anderen Parasiten gefeit ist, oder!?
Wichtiger Grund dieses (scheinbaren) "Fehlens" der Varroa: niemand wendet Betriebsweisen an! Wie auch mit einer so agressiven Biene. Viele haben Urkunden über tolle Imker-Kurse, mit Krankheitsbehandlung und den fantastischten Betriebsweisen, aber in der Praxis gehen die nur nach der Blüte den Honig abholen. Sonst garnichts.
Theorie und Praxis liegen hier Lichtjahre weit auseinander.
Stachellos = Melipona, die einheimischen Bienen. Es gibt eine unglaubliche Artenvielfalt, einfach faszinierend!
Naja, auch die unsere Honigbienen (AMC, AMM, wie hässlich diese Abkürzungen für die Honigbiene) entziehen unseren Wildbienen teilweise ihre Lebensgrundlage.
Zur scutellata in Brasilien lese ich aus dem Text eine ungeheure Fitness die diese Biene dort im Gegensatz zu ligustica, carnica oder auch der sehr früh schon eingeführten iberiensis zeigt. Obwohl bei der scutellata eine hohe Populationfitness vorliegt bedeutet das nicht, dass sie besonders gut an die doch fremde Umwelt angepasst ist, ist sie nicht und kann auch nicht in so kurzer Zeit und zudem kommen die Verkreuzungen noch hinzu.
Die "Fitness" besteht darin andere Arten auszurotten. Kreuzungen haben nur kurzfristig einen Einfluss, da sie aus biologischen Gründen schnell wieder 100% rein wird.
Hallo Oliver
danke für den Bericht, da kann ich nur sagen, wie es ein weiser Mann mal gesagt hat: Es ist genauso wie bei uns, aber eben ganz anders.
Oder so ähnlich :-)
Wichtig ist zu verstehen, ich denke Kehrle (Bruder Adam) hat das in seiner Zeit, dass die AMS eben NICHT wie unsere bekannten Honigbienen ist, sondern eher als Parasit einzustufen ist. Und daher genetische Spielchen, nach hinten losgehen. Zumal die Gene der AMS immer überhand nehmen und somit eine gemischte Biene nicht (lange) existiert, sie kommt immer wieder selbst auf Reinheit zurückt.
@ Holmi
Hier gibt es keine Varroafrage. Auf meine Frage am Anfang, ob sie die denn überhaupt kennen, war die Antwort nur ein fragender Blick. Varroa??? Behandelt wird hier bei uns nicht. Gegen gar nichts. WEnn ein Volk über den Jordan geht, merken sie das entweder erst, wenn´s leer ist oder gar nicht, weil schon wieder ein Schwarm eingezogen ist und die Beute belebt ist.
Insgesamt ist es unglaublich "extensiv", bei den meisten Kollegen eigentlich ne reine Honigräuberei. Groß im Brutraum rumwursteln macht auch keinen allzu großen Spaß. Und bei zuviel zieht das Volk aus. Mein allererstes zog aus, weil ich mir anmaßte ihm einmal wöchentlich Honigfutterteig auf die Oberträger zu schmieren (es hatte kaum Futter und war Regenzeit). Nach der dritten Woche war´n sie weg. War zuviel Störung.
Das mit den Ernten von 15-20kg kommt hin. Die meisten Kollegen hier haben das ungefähr. Oder wie letztes Jahr: bedeutend weniger. Lediglich einer der Pommeraner arbeitet mit ner Trogbeute (System Schenk?) und behauptet, ca. 100 Liter / Volk / Jahr zu ernten. Ob das Imkerlatein ist oder einfach Können, weiß ich (noch) nicht... Er ist jedenfalls der einzige in der Gegend, der Sortenhonig hat. Alle anderen ernten eben, wann es zeitlich paßt und der Honigraum voll ist.
Viele Völker sind mickrig - ein Volk hatte sich in einer alten Baumwurzel eingenistet. Es saß - dem Wabenbau nach zu urteilen - mindestens schon ein Jahr dort. Und war gerade mal zwei Handvoll Bienen. Es hat den Umzug auch nicht mitgemacht und ist aus der Kiste wieder ausgezogen.
Mein vorletztes war dagegen ein richtiges Monstervolk: Saß in der Zwischendecke eines Holzhauses. 20cm hoher Hohlraum. Platz zwischen den Balken ca. 50cm und gute 6m Länge als "Beute" zur Verfügung. Vom Flugloch beginnend haben sie 1,20m in sauberem Kaltbau gefüllt. Und hatten massig Honig. Es blieb ne Weile in der Kiste, ist dann abgeschwärmt und der kümmerliche Rest war dann am Hungern und trotz füttern dann auch weg.
Ach waren das Zeiten, als in D die MiniPlus auf der Veranda standen und meine damals noch kleinen Mädels die ohne Vermummung kontrollieren konnten...
Viele Grüße, geh jetzt noch Rähmchen drahten...
Borschard
Tá certo! So sieht die "Arbeit" der Meleiros aus :-) Horror!
Aber weine nicht, schau mal im Forum vorbei, und troca uma ídea mit Anderson. Wenn Du dann den ersten italienischen Schwarm hast, kommt die Seeligkeit zurück!
Abraço!
Nur mal so zum Spaß, ihr solltet mal die Dunkle Biene (Apis Mellifera Mellifera oder so ähnlich) einführen, die hat ein gutes Verteidigungsverhalten.
Das habe ich schon seit Monaten versucht, aber in den Foren streitet man sich lieber als etwas zu tun!
Mein Traum ist diese hier zu testen und zu züchten sofern sie ein gutes defensives Verhalten gegenüber den AMS aufweist.
Spannend an der NAVEIRO Ligustica Linie ist, dass diese super sanft ist! Kannst ohne Schutz mit ihr arbeiten und die Waben mit Bienen von einer Beute in die andere hängen ohne das die sich in die Haare kriegen. Aber taucht eine AMS am Einflugloch auf, "pau em ela" da setzt es was.
Ich denke aber es gibt auch andere Arten die hier überleben können und somit dazu beitragen die AMS in Schach zu halten.
Wer seinen Urlaub in Brasilien verbringen will, bitte die Königinnen nicht vergessen ;-)
. Kenne niemanden der darauf behandelt.
Danke Oliver :daumen:
Anbei ein 3 Schnappschüsse von den Behausungen der Stachellosen im Chapada Diamantina. Vielleicht verführt es dich auch ein paar Bilder einzustellen, uns interessiert fast alles. :cool:
-8 Grad warme Grüße
Die "Fitness" besteht darin andere Arten auszurotten. Kreuzungen haben nur kurzfristig einen Einfluss, da sie aus biologischen Gründen schnell wieder 100% rein wird.
Genau das ist Fitness, Zahl Nachkommen, die ein Individuum hat, im Verhältnis zur maximalen Nachkommenzahl einer Population. Damit zeigt sich eindeutig die Überlegenheit der A. m. scutellata die selbst durch Verkreuzung ihre Eigenschaften anscheinend nicht verliert sondern diese durch den Hetero-Effeckt noch verstärkt.
Was die Einfuhr von A.m. mellifera soll frag ich mich ernsthaft denn schon weit vor ligustica wurde die Biene von der Iberischen Halbinsel nach Süd-Amerika gebracht und konnte sich nicht behaupten, wie auch nach Nord-Amerika wo sie höchstens noch ganz im Norden zu finden ist.
Spanien hat die Mischbiene iberiensis deren Erbgut im Süden zu einem großen Teil afrikanisches trägt, ab der Mitte Spanien nimmt aber das mellifera Erbgut bis 100% zu. Glaubt den wirklich jemand, dass unsere Bienenstämme wehrhafter gegen eine so dominierende Biene wie die scutellata es ist? Ja, gegen Kälte könnte man sagen ok, aber gegen Hitze, hohe Feuchtigkeit usw.sind die nicht angepasst.
Der einzige richtige Weg ist sich mit der bestehenden Biene zu befassen als dauernd nach neuen Rassen zu schielen, kennen wir alles schon.
Genau das ist Fitness, Zahl Nachkommen, die ein Individuum hat, im Verhältnis zur maximalen Nachkommenzahl einer Population. Damit zeigt sich eindeutig die Überlegenheit der A. m. scutellata die selbst durch Verkreuzung ihre Eigenschaften anscheinend nicht verliert sondern diese durch den Hetero-Effeckt noch verstärkt.
Was die Einfuhr von A.m. mellifera soll frag ich mich ernsthaft denn schon weit vor ligustica wurde die Biene von der Iberischen Halbinsel nach Süd-Amerika gebracht und konnte sich nicht behaupten, wie auch nach Nord-Amerika wo sie höchstens noch ganz im Norden zu finden ist.
Spanien hat die Mischbiene iberiensis deren Erbgut im Süden zu einem großen Teil afrikanisches trägt, ab der Mitte Spanien nimmt aber das mellifera Erbgut bis 100% zu. Glaubt den wirklich jemand, dass unsere Bienenstämme wehrhafter gegen eine so dominierende Biene wie die scutellata es ist? Ja, gegen Kälte könnte man sagen ok, aber gegen Hitze, hohe Feuchtigkeit usw.sind die nicht angepasst.
Der einzige richtige Weg ist sich mit der bestehenden Biene zu befassen als dauernd nach neuen Rassen zu schielen, kennen wir alles schon.
Das Problem ist, dass die AMS keinerlei positive Eigenschaften aufweist und somit unnütz ist. Denke sie hat ihre Berechtigung lediglich in ihrem ursprünglichen Umfeld.
Der einzige der bisher mit exotischen Rassen ein glückliches Händchen hatte war wohl Kehrle, der Rest hat da eher unglücklich gehandelt: AMS und Varroaverbreitung sind da "heldenhafte" Beispiele.
Die Melifera könnte sicher eine Alternative für den Süden Brasiliens sein (da schneit es auch), oder hier in São Paulo in Höhenlagen über 1000m ist es auch recht frisch und somit eine überdenkenswerte Alternative.
Die Einfuhr europäischer Rassen hier in Brailien sind nicht problematisch, da sie kaum in der Natur ohne Unterstützung eines Imkers überleben.
Hi Oliver, dein Enthusiasmus in allen Ehren aber, es gibt kein Geschöpf auf dieser Erde was unnütz ist und egal ob dieser Neubürger dem Menschen Schaden anrichtet oder nicht, Fakt ist, er ist nicht von alleine dahin gekommen. Die Zeit steht nicht still, waren es früher die Gezeiten, der Wind oder das Wasser so spielt heute der Mensch eine ganz besondere Rolle in der Ausbreitung von Lebewesen.
Selektiere das was du da hast und du wirst sehen es gelingt, allerdings "Geduld ist der Schlüssel zum Erfolg".
Grüße aus dem Eisschrank NRW
Hallo Oliver,
hat die ASM auch natürliche Feinde? Andere Insekten, evtl. Säugetiere, die den Stock ausräumen würden/könnten, wenn der Imker sie ließe? Denke da an unsere Spitzmäuse in der Beute, Hornissen oder in Osteuropa die Bären.
Borschard
12.02.2012, 16:14
@Horstus
Das mit dem Selektieren und Gelingen zweifle ich mal stark an... das ist nicht nur ne etwas lebendigere Landbiene. Wenn Br. Adam schreibt "Zum Glück ist Sanftmut eine erbliche Eigenschaft, die sich leicht herauszüchten läßt. Es bestehen keine Schwierigkeiten, aus einer KREUZUNG mit wütendsten Stecherinnen in wenigen Generationen die sanftmütigsten Bienen zu erzüchten.", dann hat er dabei wohl nicht die afrikanisierten Bienen im Sinn gehabt. Die sind definitv ANDERS, die AHB auch keine Kreuzung in der irgendwo die Veranlagung zur Sanftmut schlummert. Von den bereits gestarteten Selektionsversuchen auf mehr Sanftmut ist mir bisher kein Fortschritt bekannt.
Ich wag mich auch nicht wie Oliver an schwache ohne Schutz ran, denn wenn´s abgeht, hast Du keine Chance mehr. Ich stand einmal in so ner Angriffswelle - und es war kein großes Volk. Das hat mir gereicht.
Mit "unnütz" meint Oliver wohl "unrentabel" was die Bedürfnisse einer Berufsimkerei anbelangt, d.h. die Bearbeitungsmöglichkeit - und einfachkeit sind nicht gegeben.
@ Holmi
Was auch den afrikanisierten gefährlich werden kann sind Ameisen. Zumindest in Rondônia haben wir hier alle Größen und Sorten. Wenn die wandern, ist der Streifen nach ihnen "sauber", d.h. alles Essbare (andere Insekten, etc.), was sich nicht retten kann, ist erledigt.
Grüße,
Borschard
Hi Oliver, dein Enthusiasmus in allen Ehren aber, es gibt kein Geschöpf auf dieser Erde was unnütz ist und egal ob dieser Neubürger dem Menschen Schaden anrichtet oder nicht, Fakt ist, er ist nicht von alleine dahin gekommen. Die Zeit steht nicht still, waren es früher die Gezeiten, der Wind oder das Wasser so spielt heute der Mensch eine ganz besondere Rolle in der Ausbreitung von Lebewesen.
Selektiere das was du da hast und du wirst sehen es gelingt, allerdings "Geduld ist der Schlüssel zum Erfolg".
Grüße aus dem Eisschrank NRW
Wie ich bereits schrieb, hat sie ihre Berechtigung in Afrika! Hier ist sie eine Plage. Selektieren ist schwer wenn Du mit einem Material beginnst, was keine positiven Aspekte hat. Halte ich auch für vertane Zeit denn es gibt ja seit Jahrtausenden selektierte Melifera die einfach wunderbar sind. Da muss ich dann nicht mit einem so ungeeigneten beginnen. Aber dies ist kaum für jemanden zu verstehen der nicht damit gearbeitet hat. Man muss es live erleben. Ich kann hier viel schreiben, Du müsstest das an eigener Haut/Beute erleben. Ich habe hier Jahre mit mehr als 100 Beuten gearbeitet, beobachtet und ausprobiert, im Bienenhaus und in der Küche Beobachtungsbeuten, rundum Beuten. Ich habe 24h mit diesen Bienen gelebt und bin zum Schluss gekommen: taugt nichts. Vertane Zeit. Besser bestehende domestizierte Linien auf meine Umgebung selektieren als eine schwärmende/invadierende/Killer-Biene zu domestizieren.
Hallo Oliver,
hat die ASM auch natürliche Feinde? Andere Insekten, evtl. Säugetiere, die den Stock ausräumen würden/könnten, wenn der Imker sie ließe? Denke da an unsere Spitzmäuse in der Beute, Hornissen oder in Osteuropa die Bären.
Mäuse tötet sie und überzieht mit Propolis, damit es nicht stinkt in der Beute. Wespen werden einen weiten Bogen um einen starken AMS Schwarm machen.
Der einzige Held der Floresta ist das Tatu, ein (ich glaube) verwandter des Dachses aber mit Panzer, da wird der Stachel krum :-)
Habe schon einmal eine Beute aus einem Erdloch gezogen die das Tatu gegraben hatte und eine Beute samt Honigzarge darin eingebuddelt hatte. So hatte das Tatu dann via eines Tunnels zugriff auf den Honig. Die Bienen haben die Beute nicht verlassen!
Ein Kollege hatte Probleme mit Gitterböden, da sind die Tatus dann direkt durch in die Beute. Einmal haben hier die Affen auch Lust auf Honig gehabt, aber nur wirklich einmal und seitdem nie wieder ;-)
Der einzige wirkliche Feind der Bienen ist eine Art Ameise die im Schwarm auftritt, hundertausende von Ameisen fressen alles was ihnen vor die Beisser kommt, Pferde, Kühe etc. was nicht schnell genug weglaufen kann ist verloren. Wenn dann da einige Beuten mit süssem Honig bereitstehen bleibt nichts übrig. Diese Ameisen gibt es aber nur im Norden Brasiliens. Dann gibt es noch die argentinsiche Ameise die auch für die Bienen gefährlich werden kann.
...fressen alles was ihnen vor die Beisser kommt, Pferde, Kühe etc. was nicht schnell genug weglaufen kann ist verloren.
dann lebt selbst ihr ja dort gefährlich. Wenn die ein ganzes Pferd fressen, dann nehmen wohl einen Menschen zum Nachtisch....
Also blos nicht einschlafen oder zu viel Met etc. trinken ;-)
Beste Grüße
Hartmut
@Horstus
Das mit dem Selektieren und Gelingen zweifle ich mal stark an... das ist nicht nur ne etwas lebendigere Landbiene. Wenn Br. Adam schreibt "Zum Glück ist Sanftmut eine erbliche Eigenschaft, die sich leicht herauszüchten läßt. Es bestehen keine Schwierigkeiten, aus einer KREUZUNG mit wütendsten Stecherinnen in wenigen Generationen die sanftmütigsten Bienen zu erzüchten.", dann hat er dabei wohl nicht die afrikanisierten Bienen im Sinn gehabt. Die sind definitv ANDERS, die AHB auch keine Kreuzung in der irgendwo die Veranlagung zur Sanftmut schlummert. Von den bereits gestarteten Selektionsversuchen auf mehr Sanftmut ist mir bisher kein Fortschritt bekannt.
Ich wag mich auch nicht wie Oliver an schwache ohne Schutz ran, denn wenn´s abgeht, hast Du keine Chance mehr. Ich stand einmal in so ner Angriffswelle - und es war kein großes Volk. Das hat mir gereicht.
Mit "unnütz" meint Oliver wohl "unrentabel" was die Bedürfnisse einer Berufsimkerei anbelangt, d.h. die Bearbeitungsmöglichkeit - und einfachkeit sind nicht gegeben.
Bin sehr dankbar dass Borschard hier schreibt, normalerweise muss ich mir von einigen "Weisen" anhöhren, dass ich unrecht habe. Diese "Weisen" haben noch nie mit AMS gearbeitet, aber glauben es besser zu wissen. Da tut es gut jemanden zu haben der die Erfahrungen bestätigen kann. Selbst "Wiki" hat einiges an Falschaussagen zur AMS, es Bedarf des intensiven Studiums um die Wahrheit herauszufinden. Die Amerikaner sind da schon etwas offener, leiden ja auch immens unter der AMS.
Adam/Kehrle hat die Monticola aus den afrikanischen Rassen ausgewählt, weil diese positive Eigenschaften hat und somit einen positiven Einfluss auf den Buckfast Genmix hatte. Die Scutelatta wurde auch wissend eingeschleppt und sogar planmässig verbreitet, diesen Teil der Geschichte verheimlicht Kerr und die staatlichen Behörden, und sprechen von einem Unfall. Dabei wird dann die Schuld dem Assistenten in die Schuhe geschoben. Allerdings existiert ein Interview mit diesem wo er sich verwundert über die Art der Königinen Einführung wundert. Kerr nahm die aus Afrika heimgebrachten Königinnen und setzte diese auf das Anflugbrett. Diese liefen dann in die Beute ein und töteten die vorhandenen europäischen Koniginnen. Einige afrikanische Königinen wurden von Arbeiterinnen aus der Beute geworfen, diese zertrat Kerr dann mit allen möglichen Beschimpfungen.
Der Assistent hat niemals begriffen warum Kerr so "falsch" reagiert hat und nicht eine bekannte Betriebsweise eingestzt hat. Die Antwort liegt auf der Hand, Kerr wusste um das parasitäre verhalten der AMS und wollte nur die "besten" überleben lassen. Die ersten "afrikanisierten" Königinnen wurden dann in einem gross angelegten Projekt an viele Imker kostenlos verteilt. Merkwürdiger Unfall, nicht!?
Aufgrund der schnelleren Entwicklungszeit, die afrikanische Königin entwickelt sich 1-2 Tage schneller als europäische, und den Gesetzen der Bienenvererbungslehre entwickelte sich dann sehr schnell ein rein Afrikanischer Stamm der bekannterweise ja bereits die USA durchquert. Afrikanisierte Bienen gibt es nur in stark von europäischen Bienen gesättigten Regionen (Drohnendichte!) wo die AMS überhand nehmen sind sie nach wenigen Generationen wieder rein.
Würde gerne mehr über die Biene hören und auch sehen aber Hass macht blind, schade drum Oliver.
Würde gerne mehr über die Biene hören und auch sehen aber Hass macht blind, schade drum Oliver.
Wer hasst denn die AMS? Ich liebe sie in Afrika!
Wenn Du Deine ersten Schwärme verloren hast weil die AMS deine Königin gekillt haben und darauf der afrikanisierte Schwarm deinen Hund oder anderes Haustier tötet, und Du dann nicht mehr ohne Schutzkleidung arbeiten kannst, kaum Honig erntest..... Wirst Du begreifen: die taugt nichts.
Ich muss ja nichts schönreden, oder? Nur weil es eine Biene ist heisst das ja nicht dass sie gut ist. Sie ist ein Parasit, das gibt es auch unter den einheimischen Bienen z.B. Limão die nur von der Räuberei lebt, oder die Arapuá/Irapuá, da halte ich doch lieber eine Mandaçaia, Jataí, Uruçu etc. diese produzieren exzelenten Honig und sind verträglich.
Biene ist nunmal nicht gleich Honigbiene!
Würde gerne mehr über die Biene hören und auch sehen aber Hass macht blind, schade drum Oliver.
Boah, aus Sicht des Rheinländers ist der Ostwestfale mit seiner Intoleranz auch total unnütz. :wink:
Wo hasst er was ?Er beschreibt die Situation in der er sich befindet, aus seiner Sicht, sind wir froh das Oliver es tut ? Ich bin es. :liebe002:
Lachnide
12.02.2012, 19:21
dann lebt selbst ihr ja dort gefährlich. Wenn die ein ganzes Pferd fressen, dann nehmen wohl einen Menschen zum Nachtisch....
Also blos nicht einschlafen oder zu viel Met etc. trinken ;-)
Wenn ich das hinzufügen darf: Hierbei handelt es sich bestimmt um die Treiberameise der Gattung Eciton sp.! Diese Ameise besitzt nicht nur einen Giftstachel, sondern auch verschiedene Arbeiterkasten wie zum Beispiel die wehrhaften Soldaten mit den riesigen Sichelmandibeln. Dann noch in Kombination mit dem Massenhaften Auftreten von mehreren Millionen Arbeiter in einer Kolonie und der absoluten Aggressivität muss ganz klar auch die AMS das Zeitliche segnen.
Finde es ur spannend, hier mit zu lesen! Finde es aber auch sehr verwirrend, da man uns in der Imkerschule sagte, dass die AMS nicht mehr existiere und "sich selbst wieder auskreuzte". Wenn ich das so lese kommt mir leider bisschen ein Schmunzeln, weil es ja komplett umgekehrt läuft! Auch dieses sozialparasitische Verhalten, wo die AMS Königin in ein fremdes Volk eindringt und dessen Mutter absticht, kannte ich bislang nur von Ameisen (da ist das teilweise stark und oft vertreten). Wirklich faszinierend! Kann man davon ausgehen, dass die AMS Königin eventuell so handelt wie sozialparasitische Ameisenköniginnen, die anfangs einzeln die fremden Arbeiterinnen abbeißen/stechen, dessen Kolonieduft ablecken und es auf sich auftragen, um danach ungehindert die fremde Mutter zu bekämpfen? Oder besitzt sie ein Chaos stiftendes Pheromon, dass die fremden Wächterbienen und generell den Bien in kompletter Verwirrung versetzt, wo in Folge dessen die fremde Königin abgestochen wird? Also wie gesagt, diese Strategien des Sozialparasitismus kenne ich von Ameisen, ... die AMS Königin kann ja nicht einfach ohne Probleme in ein fremdes Volk eindringen? Natürlich gibt es dann auch AMS Königinnen die Pech haben und dann mit ihrer Strategie es nicht schafften, siehe Olivers schreiben über den Herrn Kerr der diese dann zerstrat.
Hm ... weiß man was davon? Hat das irgend jemand schon mal untersucht? Poah, dass finde ich sehr interessant! Abgesehen davon das die AMS kein fröhliches Thema ist natürlich!
Über Fotos würde ich mich auch sehr freuen!
Auch einen Dank an den User (ich weiß leider nicht mehr den Namen?) der Fotos von den Stachellosen Bienen zeigte - diese finde ich auch sehr schön und faszinierend =).
sabi(e)ne
12.02.2012, 20:04
Ich denke, daß die "Übernahme" eher durch nackte Räuberei passiert, Übernahme durch andere Königinnen wird eher der Capensis zugeschrieben - aber die ist sanfter.:wink:
dann lebt selbst ihr ja dort gefährlich. Wenn die ein ganzes Pferd fressen, dann nehmen wohl einen Menschen zum Nachtisch....
Also blos nicht einschlafen oder zu viel Met etc. trinken ;-)
Beste Grüße
Hartmut
Gott sei Dank gibt es diese Ameisen nur im Norden, hier in meiner Region ist es zu kalt.
Es gibt die abenteuerlichsten Berichte über diese Ameisen, Terror.
Hier haben einmal die kleinen schwarzen Ameisen das Bienenhaus angegriffen, da waren dann die Wände schwarz vor Ameisen. Nur mit sehr viel Rauch konnte ich es verhindern das diese in das Haus eindrangen und meine dort gehaltenen Schwärme zerstörten. In diesem Fall war der Mega-Smoker sehr hilfreich :-)
....Finde es ur spannend, hier mit zu lesen! Finde es aber auch sehr verwirrend, da man uns in der Imkerschule sagte, dass die AMS nicht mehr existiere und "sich selbst wieder auskreuzte".
... Oder besitzt sie ein Chaos stiftendes Pheromon, dass die fremden Wächterbienen und generell den Bien in kompletter Verwirrung versetzt, wo in Folge dessen die fremde Königin abgestochen wird? Also wie gesagt, diese Strategien des Sozialparasitismus kenne ich von Ameisen, ... die AMS Königin kann ja nicht einfach ohne Probleme in ein fremdes Volk eindringen? Natürlich gibt es dann auch AMS Königinnen die Pech haben und dann mit ihrer Strategie es nicht schafften, siehe Olivers schreiben über den Herrn Kerr der diese dann zerstrat.
Hm ... weiß man was davon? Hat das irgend jemand schon mal untersucht? Poah, dass finde ich sehr interessant! Abgesehen davon das die AMS kein fröhliches Thema ist natürlich!
Über Fotos würde ich mich auch sehr freuen!
Auch einen Dank an den User (ich weiß leider nicht mehr den Namen?) der Fotos von den Stachellosen Bienen zeigte - diese finde ich auch sehr schön und faszinierend =).
Die kreuzt sich eher ein als aus :-) Biologisch ist es unmöglich (in freier Wildnis) für andere Bienen sich zu erhalten. Siehe Entwicklungszseit und Drohnendichte. Normalwereise spricht man von der "afrikanisierten" Biene, was erwiesenerweise falsch ist, sie ist rein afrikanisch. Dazu gibt es amerikanische DNA Analysen.
Isso mesmo! Es handelt sich um ein Pheromon, hierzu gibt es eine amerikanische Studie. In der Verwirrung wird dann die vorhandene Königin abgestochen.
Klasse auf einen biologisch versierten zu Treffen! Normalerweise ist das Thema für mich eher zäh, weil mich viele für verrückt halten. Deshalb haben wir auch unser eigenes Forum, mit einer Handvoll von Verrückten/Studierten :-)
Die öffentliche Meinung ist halt nicht immer gleichzusetzen mit der Wahrheit.
Ich denke, daß die "Übernahme" eher durch nackte Räuberei passiert, Übernahme durch andere Königinnen wird eher der Capensis zugeschrieben - aber die ist sanfter.:wink:
Nein, nicht korrekt. Sie entsendet kleinste Schwärme (Usurpador) mit normalerweise Prinzessinen (1-3) um eine Beute zu übernehmen. Und dies bis zu 30mal pro Jahr!
Räubern tut sie auch, dass ist dann aber was anderes. Um einen Schwarm zu übernehmen darf dieser ja nicht ohne Nahrungsreserven sein.
Hier ein netter Link zu Meliponas (heimische Bienen Brasiliens) http://www.abelhanativa.com.br.
Nein, nicht korrekt. Sie entsendet kleinste Schwärme (Usurpador) mit normalerweise Prinzessinen (1-3) um eine Beute zu übernehmen. Und dies bis zu 30mal pro Jahr!
Kommt man aus dem Staunen nicht heraus, geniale Strategie, obs dir passt oder nicht.:wink:
Wieviel Tiere enthält so ein Eroberer im Schnitt , außer den Prinzessinen ?
Kommt man aus dem Staunen nicht heraus, geniale Strategie, obs dir passt oder nicht.:wink:
Wieviel Tiere enthält so ein Eroberer im Schnitt , außer den Prinzessinen ?
Die Schwärme sind winzig, 1 Liter, meist aber wenig mehr als 1/2 Liter. Sie gehen NIEMALS in eine leere Beute, da sie aufgrund der geringen Anzahl keine Überlebenschance haben. Natürlich haben sie keine Drohnen!
Hallo Oliver,
könnte das Tatu ein Gürteltier sein?
Noch im Angebot: Ameisenbär oder Erdferkel.
Wobei letzteres glaube ich in Brasilien nicht vorkommt.
Eine Bitte hätte ich noch:
Mach einen Unterschied zwischen Schwarm und Volk.
Bei uns bezeichnet Schwarm Bienen ohne Behausung und Volk Bienen mit Behausung.
Es ist etwas verwirrend, wenn man "Schwarm" liest, obwohl "Volk" gemeint ist.
Vielen Dank
Lothar
sabi(e)ne
13.02.2012, 18:34
@Lother: Agoutis? Sollen lecker sein....:cool:
Hallo Oliver,
könnte das Tatu ein Gürteltier sein?
.....
Eine Bitte hätte ich noch:
Mach einen Unterschied zwischen Schwarm und Volk.
Bei uns bezeichnet Schwarm Bienen ohne Behausung und Volk Bienen mit Behausung.
Es ist etwas verwirrend, wenn man "Schwarm" liest, obwohl "Volk" gemeint ist.
Vielen Dank
Lothar
Disculpe! Portugiesisch spricht man nur von "enxame", ohne Unterscheidung ob der in oder Ausserhalb seiner Behausung ist. Werde versuchen daran zu denken und mein Bienen-Deutsch zu verbessern. Ich werfe so einiges "sprachlich" durcheinander, mein Tag besteht daraus deutsch, portugiesisch, spanisch und englisch zu lesen und (ausser spanisch) zu schreiben :eek:
Gürteltier dürfte korrekt sein, ein turbo "Maulwurf" der wühlt sich überall durch. Leider essen ihn die Einheimischen gerne. Wie auch den "Lagato" riesen Eidechse, ein wahrer Nützling, frisst alle Schlangen und deren Nester die ihm vor die Nase kommen. Da verzeihe ich ihm das ein oder andere geplünderte Hühnernest.
Hallo Oliver,
kann deiner Erzählung von der Abelha assassina (klingt netter, wie Killerbiene) nur zustimmen. Hab selber in Maceió gelebt und die Bienen sind eine einzige Katastrophe zum bearbeiten. Es kann sich einfach kein Imker vorstellen, dass nicht ein paar Bienen angreifen, sondern wirklich das ganze Volk aus der Beute kommt. Konnten dort nur zu zweit arbeiten, alleine bist auf verlorenem Posten.
Ich habe auch Völker erlebt, die an der AFB eingingen, man sieht, wenn man genau hin sieht, Varroamilben, also nix mit Varroatoleranz und Krankheitsresistenz....
Die Völker schaffen keine 2 Langstroth magazine zu füllen, vorher sind sie mind. einmal geschwärmt.
Ich wünsche niemanden, mit dieser Biene arbeiten zu müssen!
Einen Vorteil der Afrikanisierten gibt es aber in Brasilien...... Wennst mit den Kästen durch die Gegend fährst, hält dich die Polizei nicht auf zockt dich ab.*gggg*
Lg
Andreas
BernhardHeuvel
14.03.2012, 23:13
Wahnsinn, wer so alles in Brasilien lebt(e). Jedenfalls werden wir ja bald mal ein paar Bilder sehen.
Gruß
Bernhard
Powered by vBulletin® Version 4.1.11 Copyright ©2012 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.